SPD dagegen

„Hilfssheriffs“ für Holzkirchen? Die Sicherheitswacht spaltet die Kommunalpolitik 

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Patrouillieren bald „Hilfssheriffs“ durch Holzkirchen? Am Thema Sicherheitswacht scheiden sich in Holzkirchen die Geister, der SPD-Ortsverein positioniert sich dagegen. Der örtliche Polizeichef sieht die Sache ganz anders.

Holzkirchen - Das Thema Sicherheitswacht beschäftigt Holzkirchen. Während der CSU-Ortsverband offensiv für eine Einführung wirbt und dabei Rückendeckung vom Polizeipräsidium Oberbayern Süd bekommt, sträubt sich die Opposition gegen das Vorhaben. Nachdem die Grünen einer Sicherheitswacht bereits eine klare Absage erteilt hatten, folgt nun die der Sozialdemokraten. Wie Thomas Hünerfauth, stellvertretend für die Marktgemeinderats-Fraktion der SPD, in einer Pressemitteilung deutlich macht, hegt seine Partei starke Zweifel am Nutzen einer Sicherheitswacht. „Hilfs-Sheriffs“, die durch den Ort patrouillieren und für Ordnung sorgen“, seien nicht der richtige Weg. „Polizeiliche Aufgaben sollten dort bleiben, wo sie hingehören“, schreibt Hünerfauth. Die langjährige Ausbildung der Beamten habe schließlich einen Sinn. 40 Stunden Einweisung könnten das nicht ersetzen.

Verena Schmidt-Völlmecke, SPD-Ortsvorsitzende und Landtagskandidatin der Sozialdemokraten, schlägt in die gleiche Kerbe: „Das Thema Sicherheit ist eine Aufgabe des Staates und somit der Polizei.“

Für Johann Brandhuber, Leiter der Inspektion in Holzkirchen, schließt sich beides nicht aus. Er ist vom positiven Einfluss einer Sicherheitswacht überzeugt: „Sie kann das verlorene Stück Sozialkontrolle zurückbringen, das gesellschaftlich nicht mehr gegeben ist“, sagt Brandhuber im Gespräch mit unserer Redaktion. 

Eine Sicherheitswacht könne in dem Raum unterwegs sein, in dem sich Bagatelldelikte häufen würden. „Gerade in Holzkirchen gibt es Punkte, wo das ein sehr beruhigender Faktor wäre.“ Der Begriff „Hilfs-Sheriff“ stößt ihm derweil ganz übel auf. „Wir brauchen niemanden, der den starken Max markiert“, betont Brandhuber. „Wir brauchen geeignetes Personal.“ Die Auswahl und Schulung der Mitglieder einer Sicherheitswacht obliegt der zuständigen Polizeiinspektion.

Rubriklistenbild: © Sven Rieber / Archiv MM

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