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(v.l.) Martina Lewald-Brudi (Untere Naturschutzbehörde), Bürgermeister Olaf von Löwis und Thomas Eichacker (Abteilungsleiter Umwelt am Landratsamt Miesbach) haben die neue Hinweistafel am Kogl enthüllt.

„Was lange währt, wird endlich gut“

Hinweisschild am Holzkirchner Kogl enthüllt

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Zwei verschiedene Interessen stehen sich am Holzkirchner Kogl gegenüber: Naturschutz und Freizeitnutzung. Eine neue Hinweistafel erklärt nun das korrekte Verhalten in der Natur.

Holzkirchen – Uralte Stiel-Eichen, Berg-Ahorn, Sommer-Linden und Wildkirschen säumen den Rundweg, nur vereinzelt dringen Sonnenstrahlen durch die Kronen der Bäume. Es ist angenehm kühl. Und still. Immer wieder lassen Totholz-Barrieren erahnen, wo einst Trampelpfade entlang führten. Einer dieser Pfade ist nach wie vor offen. Er führt zu einer Bank, von der aus sich ein gigantischer Ausblick über Felder und Wiesen nach Thann bietet. Kein Wunder, dass die Holzkirchner ihren Kogl so schätzen.

Dass dem tatsächlich so ist, zeigte jetzt die Präsentation der neuen Hinweistafel am nördlichen Ende des Kogls, mit dem zugleich der „neue“, veränderte, Kogl eingeweiht wurde. Als Holzkirchens Bürgermeister Olaf von Löwis, der Abteilungsleiter Umwelt am Landratsamt Miesbach, Thomas Eichacker, und Martina Lewald-Brudi von der Unteren Naturschutzbehörde das Schild am späten Montagnachmittag enthüllten, fingen sie sich ein ums andere Mal die neugierigen Blicke von Passanten ein.

Der Kogl dient zum einen der Freizeitnutzung – und das seit mehr als 100 Jahren. Vermutlich um das Jahr 1900 wurde der bewaldete Moränenhügel parkähnlich angelegt. Seit 1917 gibt es dort Spazierwege, einen Weiher und ein kleines Gebäude. Dieses wurde inzwischen durch die Hütte ersetzt, die beim Koglfest der Feuerwehr als Bar dient. Ansonsten nutzen die Holzkirchner ihren Kogl für Spaziergänge oder zum Joggen.

Doch die Freizeitnutzung gefährdet den Laubmischwald. Vor allem der südliche Teil gilt wegen seines Struktur- und Artenreichtums als besonders schützenswert. Der Alt- und Totholzbestand dient als Lebensraum für viele gefährdete Tierarten. Hinzu kommt, dass ständig Totholz entfernt werden muss – um Spaziergänger nicht zu gefährden.

Daher legte sich 2015 Ärger über das Idyll. Damals überlegte das Landratsamt, dem Wäldchen den Status eines Naturdenkmals – insgesamt gibt es 19 im Landkreis – zu entziehen (wir berichteten). Der Behörde, zuständig für die Verkehrssicherheit, war es zu aufwendig, die über 100 Bäume regelmäßig zu inspizieren. Die Empörung in der Bevölkerung war groß. Am Ende einigte man sich auf eine neues Pflege- und Nutzungskonzept, das Freizeitnutzung und Naturschutz gleichermaßen beachtet.

„Wir haben lange überlegt, wie wir das alles unter einen Hut bringen können“, sagte Eichacker. Das Ergebnis: Mountainbiker müssen seither draußen bleiben, die Zahl der Sitzbänke schrumpfte. „Das sind weniger, dafür aber an schöneren Plätzen“, sagte Eichacker. Zudem sperrte man einige Trampelpfade, Spaziergänger sollen sich nur noch auf einer Hauptroute bewegen, um die Natur nicht zu stören.

Das beliebte Koglfest der Feuerwehr wird es weiterhin geben. Unter der Bedingung, dass die Gemeinde die Verkehrssicherung übernimmt – was ebenfalls Teil des neuen Konzepts ist. Auf die Historie und das korrekte, naturverträgliche Verhalten weist die neue Tafel hin. „Was lange währt, wird endlich gut“, sagte Löwis und sprach der Kreisbehörde ein „dickes Lob“ aus. „Das Landratsamt ist stark auf die Wünsche der Gemeinde eingegangen.“

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