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In Holzkirchen soll gebaut werden. Es enstehen 16 Wohnungen. Hier ein Symbolbild. 

An der Münchner Straße 35

Holzkirchen: 16 Wohnungen aus privater Hand

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Holzkirchen - An der Münchner Straße 35 sollen 16 Wohnungen aus privater Hand entstehen. Dem Bauausschuss gefiel das Projekt. 

Wer in Holzkirchen Wohnraum sucht, tut sich oft schwer. Der Markt ist überhitzt. Umso mehr begrüßen die Gemeinderäte jetzt ein Bauprojekt an der Münchner Straße 35. „Ich freue mich, dass in Holzkirchen von privater Hand Wohnungen gebaut werden. So etwas ist äußerst selten“, sagte etwa Herbert Gegenfurtner (CSU) jetzt in der Bauausschuss-Sitzung, als es um einen entsprechenden Bauantrag ging.

Beantragt sind zwei Wohnhäuser mit insgesamt 16 Wohneinheiten, samt Zwischenbau und Tiefgarage auf dem Anwesen an der Münchner Straße 35. 24 Parkplätze müssen die Bauherren nachweisen, 19 davon verschwinden in der Tiefgarage, fünf sind oberirdisch. Außerdem gibt es 48 Radlabstellplätze.

Ganz neu ist das Thema nicht. In einer Vorbescheidsanfrage aus dem Jahr 2015 war ein Wohnhaus mit 23 Einheiten beantragt. Der Bauausschuss erteilte damals sein Einvernehmen. Laut Bürgermeister Olaf von Löwis (CSU) hatte das Landratsamt aber ein paar Dinge auszusetzen – weshalb die Zahl der Wohnungen schrumpfte.

Der neue Antrag sieht ein Pultdach vor. In dem Fall offenbar kein Problem aus Sicht der Verwaltung: „Das ist ein moderner Bau, der sich da gut einfügt“, sagte ein Mitarbeiter aus dem Bauamt. Und auch Gemeinderat Gegenfurtner störte sich nicht daran. „Es kommt drauf an, wo es steht“, meinte er.

Ursprünglich sei mal eine rückwärtige Erschließung über die Straße Im Thalbühel angedacht gewesen, berichtete der Bauamtsmitarbeiter. Aber diese Pläne zerschlugen sich. Jetzt soll die Erschließung über die Münchner Straße erfolgen. Um dies so zu gestalten, dass dort kein Rückstau entstehe, müsse man eine Lösung finden, die mit dem Staatlichen Bauamt Rosenheim abzustimmen sei. Aus der Verwaltung kam der Hinweis, eine Grundabtretung zu fordern, um mehr Verkehrsfläche zu gewinnen. Laut Bürgermeister prüft man das noch mal.

Insgesamt kam die Bebauung gut bei den Gemeinderäten an: „Das werden tolle Wohnungen mit umlaufenden Balkonen“, sagte Gegenfurtner. Wolfgang Buntz-Jennerwein (FWG) glaubt sogar, dass die Qualität der Wohnungen steige, weil es nun weniger werden als anfänglich angedacht. „Wir winken die Geschichte durch“, sagte er im Namen seiner Fraktion. Prinzipiell sind die Grünen laut Fraktionssprecher Robert Wiechmann ebenfalls für die Bebauung, sie hätten ja bereits bei der ersten Eingabe zugestimmt. „Ich bedauere jetzt, dass es weniger Wohnungen werden“, meinte Wiechmann. Er freue sich aber, dass die Satzung, die die Zahl der Fahrradabstellplätze regelt, hier „so vorbildlich umgesetzt“ werde. Wiechmann kritisierte allerdings die geforderte Zahl an Kfz-Parkplätzen, nannte das einen „bundesrepublikanischen Luxus“. „Da bauen wir Hindernisse auf.“ Das gelte es zu überdenken. Immerhin liegen die Häuser zentral in Bahnhofsnähe. Vielleicht, so schlug er vor, könne man gezielt Familien ohne Auto anwerben. Löwis erklärt auf Anfrage, dass ein Ziel des Mobilitätskonzepts sei, den Eigenverkehr zu reduzieren. Eventuell müsse man dann Themen wie die Stellplatzsatzung generell anpassen.

Auch die SPD war einverstanden mit der Bebauung. „Wir brauchen Wohnungen“, sagte Fraktionsvorsitzende Elisabeth Dasch. Außerdem freute sie sich darüber, dass bei dieser Bebauung gar nicht das Thema „Verkehrschaos“ diskutiert werde – so wie bei anderen innerörtlichen Wohnungsbauprojekten. Dasch spielte damit auf die Bebauung am Postbräuareal an, die im Gemeinderat sehr umstritten war – unter anderem weil einige mehr Verkehr befürchteten – und nur eine dünne Mehrheit bekam (wir berichteten). Martina Neldel (Grüne) forderte, dass bei der jetzigen Bebauung eine Fläche für Kinder an geeigneter Stelle entstehe. „Nicht im hinteren Eck wie beim alten Baywa-Gelände“, sagte sie. Am Ende stimmte der Bauausschuss geschlossen für das beantragte Projekt.

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