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Die Reste vom Feste: Einige Gruppen nutzen den Krankenhauspark, um dort gemeinsam dem Alkohol zu frönen. Das ist künftig verboten.

Marktgemeinde verschärft Satzung

Alkohol ist in Parks und auf Spielplätzen verboten

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Die Beschwerden der Anwohner kommen regelmäßig: Auf Spielplätzen, speziell im Krankenhauspark, geben sich Jugendliche dem Alkohol hin, lärmen und hinterlassen Müll. Jetzt reagiert Holzkirchen - mit einem Verbot.

Holzkirchen – Die Grünanlagen-Satzung der Marktgemeinde Holzkirchen gibt es seit 1981. Die Verwaltungsbürokratie stapelte darin etliche Verbote, vom Baumklettern bis zum Grillen. Einige Mal wurde nachgebessert, ein Alkoholverbot tauchte bislang aber nicht auf.

Das soll sich ändern. Der Hauptausschuss empfahl dem Gemeinderat einstimmig, die Satzung entsprechend zu ergänzen. Untersagt ist demnach künftig „das Lagern und dauerhafte Verweilen außerhalb der Freischankflächen ausschließlich oder überwiegend zum Zweck des Alkoholgenusses und anderer berauschender Mittel sowie der Aufenthalt in einem Rausch oder ähnlichem Zustand.“

Schon seit Längerem bastle die Verwaltung an dieser Ergänzung, erklärte Bürgermeister Olaf von Löwis (CSU). Unter dem Eindruck anhaltender Beschwerden habe die Polizei darauf hingewiesen, dass „ein Alkoholverbot auf öffentlichen Flächen bei der Bekämpfung von immer wieder auftretenden Problemen sehr hilfreich wäre“, wie es ein Mitarbeiter des Ordnungsamts formulierte.

„Brennpunkt ist der Krankenhauspark“, erläuterte Polizei-Sprecher Helmut Lex im Hauptausschuss, „Jugendliche und junge Erwachsene treffen sich dort, um sich dem Alkoholgenuss hinzugeben.“ Begleiterscheinungen seien oft Lärm und das Zurücklassen von Müll. Bisher habe den Polizeistreifen eine Handhabe gefehlt, diese Gruppen aufzulösen. Ausdrücklich gilt der neue Alkohol-Bann für alle Grünanlagen und Spielplätze der Gemeinde – auch für das Naturdenkmal Kogl. Das Koglfest der Feuerwehr sei aber nicht gefährdet, betonte Löwis; es genüge ein Antrag auf vorübergehende Befreiung.

Man habe es sich mit dem Alkoholverbot nicht leicht gemacht, betonte Löwis. Streetworker Christian Probst und die Jugendbeauftragten seien konsultiert worden. „Die befürworten das“, sagte Löwis. In der Grünanlagen-Satzung der Stadt Wolfratshausen fand sich eine Formulierung, die passte und übernommen wurde. „Auch das Landratsamt hat den Entwurf abgesegnet“, sagte Löwis. Die Fraktionssprecher hätten im Vorfeld Zustimmung signalisiert, „in der Hoffnung, dass die Polizei bei der Umsetzung mit Fingerspitzengefühl agiert“.

Man werde ganz bestimmt nicht gleich den Hammer auspacken, betonte Lex. „Die Leute werden auf das Verbot hingewiesen – und das spricht sich dann sehr schnell herum.“ Neben dem Krankenhauspark bestreife die Polizei regelmäßig den Bereich Ohmstraße, Atrium und Baumgartenstraße. „Es sind ja immer die gleichen Treffpunkte“, sagte Lex. Josef Sappl senior (CSU) befürchtet, dass die Gruppen auf privaten Hinterhöfen weiterfeiern. „Dann bitte die Polizei anrufen“, empfahl der Bürgermeister.

Bei Ulrike Küster (Grüne) sorgten manche Begrifflichkeiten für Verwirrung. „Berauschende Substanzen? Sind auch Nikotin und Kaffee gemeint?“ Lex winkte ab. Kein Polizist werde jemanden behelligen, der unauffällig ein Feierabend-Bier auf einer Parkbank genieße. „Es geht darum, der Polizei eine Handhabe zu geben, um im Fall des Falles eingreifen zu können“, erklärte Elisabeth Dasch (SPD).

Bei der Durchsicht der alten Paragrafen stolperten Hubert Müller und Erdal Karli (beide FWG) in der Grünanlagen-Satzung über diverse Verbote. „Manches grenzt an Bevormundung“, sagte Müller. Karli störte sich daran, dass Kinder nicht einmal auf Bäume klettern dürfen. „Da geht’s um Haftungsfragen“, erklärte Löwis. Schade, dass auch Grillen verboten sei, ergänzte Karli. Öffentliche Grillplätze seien in der Freizeitmeile am Ladehof vorgesehen, antwortete Löwis. „Und vielleicht finden wir noch andere Standorte, wo Grillplätze möglich sind.“

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