Umwelthilfe gewinnt Prozess um Diesel-Fahrverbot in Stuttgart

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Opfer, Retter, Tatort: Arno Fischer (M.) rettete Gülay B. aus den Fängen zweier brutaler Schläger am Bahnhof von Holzkirchen.

Unglaubliche Tat - unglaublicher Helfer

69-Jähriger rettet Putzmann aus den Fängen zweier brutaler Schläger

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Holzkirchen - Arno Fischer (69) handelte, als 20 andere nur zuschauten. Er rettete Gülay B. vielleicht das Leben. Die Geschichte einer unglaublichen Tat - und eines Helden.

Es ist ein Sonntagnachmittag vor einigen Wochen. Arno Fischer (69) aus Brückmühl ist per Zug unterwegs zu seiner Arbeitsstelle. Fischer arbeitet bei der Seenschifffahrt auf dem Tegernsee. Eigentlich ist er Sportfotograf. Aber er mag Schiffe und wollte den Sommer am See verbringen. Auf seinem Arbeitsweg muss Fischer in Holzkirchen umsteigen. Vom Meridian in die BOB. Von Gleis 5 zu Gleis 1. Ein ganz normaler Tag. Dann passiert es.

Auf dem Weg durch die Unterführung hört er furchtbare Schmerzensschreie. Er folgt den Rufen. Die Szene, die sich ihm da am Holzkirchner Bahnhof auftut, wird er nie vergessen. Zwei Männer prügeln brutal auf eine am Boden liegende Gestalt ein, dies sich vor Schmerzen krümmt und wimmert. Immer wieder treten sie zu. In den Magen, auf die Beine und gegen den Kopf. Gülay B. (38) aus München wird später mit mehreren Brüchen und inneren Verletzungen ins Krankenhaus eingeliefert. Und trotzdem kann er von Glück sagen, dass Arno Fischer in diesem Moment um die Ecke gesprintet kommt.

Denn das ist das Unglaubliche: Die anderen Passanten - laut Fischer gut 25 Personen - stehen einfach nur daneben, sehen zu, wie ein wehrloser Mann halb zu Tode geprügelt wird. 

Nicht so Arno Fischer. Er brüllt: "Die Polizei ist gleich um die nächst Ecke." Das scheucht die Schläger auf. Eine Frau mit Schäferhund sagt zu den beiden Schlägern: "Hör auf. Die Polizei kommt schon." Die Schläger lassen ab, flüchten. Arno Fischer ruft Notarzt und Polizei. Dann will er den Tätern hinterher. Bittet die Umstehenden, sich um das Opfer zu kümmern. Aber keiner reagiert. "Die waren nicht einmal in der Lage, ihn zu beruhigen, und vom Aufstehen abzuhalten."

Doch mit was die Täter wahrscheinlich nicht gerechnet haben: Fischer kann als Sportfotograf sehr schnell abdrücken, auch mit dem Handy. Noch wie sie loslaufen, lichtet Fischer sie ab. Später sieht er sie auf dem Bahnhofsgelände herumlungern und macht nochmals Fotos. Die Bilder halfen der Polizei ein rumänisches Brüderpaar (27 und 31) zu überführen. 

Bei der Polizei sagten sie aus, eine Zigarette wäre der Grund gewesen. Gülay B. hatte vorher von einer dritten Person, den beiden Rumänen völlig fremd, eine Zigarette für einen Euro gekauft. Was den beiden Rumänen daran störte ist nicht bekannt. Doch daraufhin gingen sie auf den Münchner Türken los und ließen erst ab, als Arno Fischer zu Hilfe eilte.

Für Fischer war die Geschichte damit eigentlich erledigt. Doch Gülay B. hat noch die Handynummer von Fischer von dem Tag der Schreckenstat. Am Donnerstag wurde er nach fast vier Wochen endlich aus dem Krankenhaus entlassen. Sofort wählte er Fischers Nummer, lud ihn ein, um sich persönlich zu bedanken. So ist das Foto entstanden, das auch unsere Zeitung bekommen hat. Und noch viel mehr. Vielleicht der Beginn einer Freundschaft. "Sobald er wieder laufen kann", sagt Fischer am Freitag, "laden wir ihn am Tegernsee aufs Schiff ein." 

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