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Aus fünf mach eins: Von den fünf vorgestellten Varianten müssen sich die Holzkirchner auf eine festlegen, die sie weiter verfolgen wollen. 

Staatliches Bauamt stellt Trassen vor

Fünf Varianten für Südspange denkbar

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Fünf mögliche Varianten einer Holzkirchner Südumfahrung hat das Staatliche Bauamt Rosenheim im Gemeinderat vorgestellt. Eine dürfte nicht machbar sein, zwei nur nach einer eingehenden Untersuchung.

Holzkirchen – Holzkirchen, Großhartpenning und Kurzenberg sollen eine Südumfahrung bekommen, die die B 13 mit der B 318 verbindet und die Orte vom Verkehr entlastet. Das wünscht sich zumindest ein Teil der Bürger und so steht es auch im Bundesverkehrswegeplan (BVWP). Insgesamt 19 Vorschläge für den Trassenverlauf haben die Holzkirchner beim Staatlichen Bauamt Rosenheim eingereicht. Dem Gemeinderat stellte Bernhard Bauer, Leiter der Projektgruppe Straßenbau, im voll besetzten Oberbräusaal fünf Varianten der Machbarkeitsstudie vor. Für alle gilt, dass Anpassungen der bestehenden Straßen nötig wären. Die B 318 würde laut BVWP bis zum Treffpunkt mit einer Umfahrung vierspurig ausgebaut werden. Alle Trassen enden zwischen Warngau und Lochham.

Variante 1 (V1)

Die V1 biegt südlich von Kurzenberg nach Nordosten ab und führt etwa 6,1 Kilometer quer durch das Tannholz. Neben Waldrodungen müssten auch zwei landwirtschaftliche Gebäude abgerissen werden. Zwar wäre hier kein Lärmschutz notwendig, doch die V1 führt zu weiten Teilen durch sehr konfliktreiche Bereiche der Raumwiderstandskarte. Deshalb empfiehlt Bernhard Bauer – das einzige Mal an diesem Abend –, sie nicht weiter zu verfolgen. Geschätzte Kosten: 46 Millionen Euro.

Variante 2 (V2)

Die V2 ähnelt der 2010 abgelehnten Trasse nördlich am Tannholz entlang. Allerdings wird versucht, mögliche Verbotstatbestände, also nicht zu lösende Konflikte mit dem Naturschutz, zu vermeiden. Sie führt westlich von Kurzenberg etwa 4,5 Kilometer nach Osten – ohne den Wald zu durchschneiden. Ob neben einer teilweisen Troglage und einer Einhausung im Bereich des Sportplatzes weiterer Lärmschutz notwendig ist, lässt sich derzeit noch nicht sagen. Vor allem südlich von Kurzenberg herrscht ein hohes Konfliktpotenzial. Geschätzte Kosten: 45,7 Millionen Euro.

Variante 3 (V3)

Die V3 verläuft anfangs exakt wie die V2, wendet sich dann nach Norden, führt zwischen Großhartpenning und Sufferloh hindurch und erreicht den widerstandsarmen Korridor. Anschließend geht es zwischen Sufferloh und Thann hindurch, nach etwa 5,15 Kilometern trifft die V3 die B 318. Lärmschutz wäre wohl nur im Bereich des Polo-Clubs Bayern nötig. Im ersten Abschnitt könnte ein Verbotstatbestand vorhanden sein. Kosten: rund 50,2 Millionen Euro.

Variante 4 (V4)

Die V4 ist eine Kombination aus den Maßnahmen des BVWP. Die Umfahrungen für Kurzenberg und Großhartpenning sind im weiteren Bedarf aufgeführt, die Umfahrung für Holzkirchen im vordringlichen Bedarf. Die V4 führt zwischen Klein- und Großhartpenning hindurch und schneidet die B 13, bevor sie zwischen Sufferloh und Thann hindurch nach einer Gesamtlänge von etwa 6,51 Kilometern auf die B 318 trifft. Zwischen den Orten wäre Lärmschutz nötig. Diese etwa 55,7 Millionen Euro teure Variante war nicht von den Holzkirchnern eingereicht worden. Es bestünde die Gefahr, dass die Holzkirchner Umfahrung gebaut wird und erst später die für Kurzenberg und Großhartpenning.

Variante 5 (V5)

Die V5 berücksichtigt lediglich den vordringlichen Bedarf im BVWP, also nur eine Holzkirchner Umfahrung. Sie führt über einen Kreisverkehr von der B 13 auf 2,98 Kilometern zwischen Thann und Sufferloh hindurch. Für Kurzenberg und Großhartpenning gebe es bei dieser rund 29,8 Millionen Euro teuren Trasse keine Entlastung.

Abgelehnte Varianten

Eingereichte Vorschläge, die südlich von Warngau an die B 318 anschließen, wurden nicht berücksichtigt, da der vierspurige Ausbau bis dorthin nicht möglich ist und die Straße den zusätzlichen Verkehr nicht aufnehmen könnte. Vorschläge, die direkt am Holzkirchner Ortsrand beginnen und dann im Bereich der Holzkirchner Spinne enden, wurden ebenfalls ausgeschlossen. Eine Variante Null, also keine Umfahrung, war nicht Teil der Studie.

So geht es weiter

Das weitere Vorgehen erklärte Matthias Geitz, Abteilungsleiter Planung: Die Marktgemeinde und die Bürger müssen sich auf eine Wunschtrasse einigen. Vermutlich strebt der Gemeinderat ein Ratsbegehren an. Ziel ist ein eindeutiges Votum für die weitere Abstimmung mit den Verkehrsministerien. Anhand dieser Trasse werden alle weiteren planerischen Prozesse gesteuert. Dazu gehört auch eine faunistische Untersuchung, also eine Tiefenanalyse von Flora und Fauna. Das heißt aber auch: Sollte es bei der favorisierten Trasse einen nicht zu lösenden Konflikt geben, steht die Gemeinde – mal wieder – am Anfang.

Die Machbarkeitsstudie

findet sich in voller Länge unter folgendem Link: https://www.stbaro.bayern.de/strassenbau/projekte/B15S.ABBA0020.00.html.

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