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Bitte nicht drängeln: Die Ortsbus-Haltestelle in Kleinhartpenning ist nicht immer so bevölkert wie auf diesem Bild. Trotzdem: Die Streichung des 9-Uhr-Busses schmerzt gerade ältere Einwohner. 

Vor allem ältere Bürger fühlen sich abgehängt

Hartpenninger wollen Frühbus zurück

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Der Ortsbus ist eine feine Sache. Für wenig Geld kommen Kleinhartpenninger nach Holzkirchen und zurück. Das Glück jedoch ist getrübt: Der beliebte 9-Uhr-Bus wurde gestrichen, um stattdessen die Gewerbegebiete besser anzubinden. Besonders ältere Kleinhartpenninger wünschen sich den Frühbus dringend zurück.

Kleinhartpenning – Dreimal hält der Holzkirchner Ortsbus jeden Werktag in Kleinhartpenning – um 10.40, 14.22 und 16.55 Uhr. Wenige Minuten später stoppt er am Holzkirchner Marktplatz oder dem Bahnhof. Das Angebot hat aber einen relativ frischen Makel: Seit Frühling 2019 gibt es den 9-Uhr-Bus nicht mehr.

„Gerade der war wichtig für ältere Leute“, sagt der Kleinhartpenninger Georg Meier (66). Man konnte in Holzkirchen Arzttermine wahrnehmen, Besorgungen machen – und war mittags wieder zu Hause. Oder man erwischte einen zeitigen Zug nach München. „Alle sagen, man soll auf Busse umsteigen – und dann werden Verbindungen gestrichen“, sagt Maier.

Die Bedeutung dieses Frühbusses sei nicht bekannt gewesen, räumt Standortförderin Eva-Maria Schmitz ein: „Die Rückmeldung auf Basis der Fahrgastzahlen ließ eher vermuten, dass diese Verbindung weniger stark nachgefragt ist.“ Als die Frage auftauchte, wie die Arbeitsplätze in den Gewerbegebieten noch besser bedient werden könnten, entschloss sich die Gemeinde, die in Hartpenning vermeintlich verzichtbare Buskapazität auf Föching umzulenken. Meier versteht, wenn flexible Arbeitszeiten in Gewerbegebieten eine dichtere Bus-Taktung nahe legen. „Aber es kann doch nicht sein, dass wir in Hartpenning darunter leiden müssen.“

Zusätzlichen Bus zu finden, wird schwierig

Grundsätzlich sei es möglich, sagt Schmitz, „unterjährig“ (ohne Fahrplanwechsel) einen Bus zusätzlich ins Programm zu nehmen. Das Problem ist organisatorischer Natur. Selbst wenn der Gemeinderat Gelder freigebe, sei es nicht einfach, auf die Schnelle einen zusätzlichen Bus mit Fahrer zu finden, sagt Schmitz. Der Wunsch der Hartpenninger werde aber auf jeden Fall dem Gemeinderat vorgetragen.

Mit nur drei Verbindungen bedient der Ortsbus die Hartpenninger Schleife vergleichbar schwach. Die Holzkirchner Hauptlinie läuft zu den Stoßzeiten im 20/40-Minuten-Takt, synchronisiert mit den Zügen. Immerhin elf tägliche Fahrten bietet die Linie Föching/Fellach. „Wie der Ortsbus weiterentwickelt wird, das ist eine der ersten Aufgaben des neuen Mobilitätsmanagers“, sagt Schmitz. Die zunächst auf ein Jahr befristete Stelle, finanziert von einem Förderprogramm des Bundes, wird demnächst besetzt. „Spätestens im März oder April“, sagt Schmitz.

Ortsbus ab 2020 auch am Wochenende

Weich andocken soll das Holzkirchner Konzept an den Nahverkehrsplan des Landkreises. Für den Ortsbus ist ab 2022 vorgesehen, dass auch am Wochenende gefahren wird, dass die Hauptlinie ganztägig taktet und die Linien Föching und Hartpenning ausgebaut werden.

Zudem ist angedacht, eine Busverbindung zwischen Holzkirchen und Kreuzstraße zu schaffen. So könnten Arbeitnehmer über die S 7 (Kreuzstraße) das Gewerbegebiet Fichtholz erreichen, wo der Arbeitsplatz-Zuwachs bei Bosch verkehrlich aufzufangen ist. Die Ausweitung des Ortsbusses auf die Nachbarn misslang bisher: 2017 scheiterten zwei Versuche der Gemeinden Valley und Otterfing – mangels Nachfrage.

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