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Einer der Auslöser des Booms auf dem Arbeitsmarkt in Holzkirchen ist das Gewerbegebiet in Föching. Dieses wird in den nächsten Jahren weiter wachsen. 

Studie des Planungsverbands

Die Marktgemeinde wächst und wächst

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Holzkirchen wächst und wächst. Vor allem das Gewerbe floriert in der Marktgemeinde. In nur zehn Jahren hat sich die Zahl der Arbeitsplätze um ein Drittel erhöht. Das sorgt für immer mehr Verkehr im Ort.

Holzkirchen – Der wirtschaftliche Motor des Landkreises wächst immer weiter. Holzkirchen verändert sich wie keine andere Kommune im Oberland. Das zeigt die jüngste Studie des Planungsverbands Äußerer Wirtschaftsraum München (PV), die die Entwicklung von 2008 bis 2018 aufzeigt.

8766 sozialversicherungspflichtige Beschäftigte gab es 2018 demnach in der Marktgemeinde. Ein Anstieg von 2262 (34,8 Prozent) in nur zehn Jahren. Damit stieg die Zahl der Arbeitnehmer in Holzkirchen in diesem Zeitraum um mehr Plätze, als in 13 Landkreis-Kommunen zur Verfügung stehen. Ein wesentlicher Grund: Das geschaffene Gewerbegebiet Nord, wo sich unter anderem Bosch Engineering mit rund 180 Arbeitnehmern angesiedelt hat. Dazu kommen mit 16 821 noch 1224 Einwohner mehr hinzu als 2008.

Fast 3000 Pendler mehr als 2008

Mehr als 2000 zusätzliche Arbeitsplätze und rund 1200 Einwohner mehr im Ort bedeuten auch mehr Verkehr. Das spüren die Holzkirchner deutlich. Insgesamt zählt der PV fast 12 000 Beschäftigte, die von oder nach Holzkirchen pendeln. 2008 waren es noch rund 9000. Kein Wunder, dass die Klagen über den Verkehr zunehmen.

Um der wachsenden Zahl an Arbeitsplätzen und Pendlern Herr zu werden, hat Holzkirchen – mit dem Straßenbauamt – im untersuchten Zeitraum einige Maßnahmen angeschoben: Für eine innerörtliche Verkehrsentlastung sorgt die Nordumfahrung, die jüngst im Bereich der Autobahn ausgebaute B 318 sorgt zudem für einen besseren Verkehrsfluss.

Öffentlicher Nahverkehr soll ausgebaut werden

Freilich nutzen nicht alle Pendler ein Auto, sondern fahren auch mit BOB oder S-Bahn. Vom Bahnhof bringt sie dann der Ortsbus zur Arbeit. Die Linie 1 ins Gewerbegebiet Ost ist aktuell in den Hauptverkehrszeiten an den Takt der Züge angepasst, die Linie 5 fährt insgesamt elfmal nach Föching. Der jüngst beschlossene Nahverkehrsplan des Landkreises sieht vor, die Anbindung der Gewerbegebiete mit dem Bahnhof zu verbessern. 

Geplant sind eine ganztägige Vertaktung der Linie 1 mit BOB und S-Bahn, eine höhere Frequenz der Linie 5 bis ins Gewerbegebiet Nord und eine Erweiterung zum Bahnhof Kreuzstraße. Dann könnten Pendler mit der S 7 und dem Bus nach Holzkirchen fahren und könnten das Auto stehen lassen. Die angedachten Verbesserungen treten voraussichtlich zum 1. September 2022 in Kraft. Vielleicht passt das schon mit dem neugestalteten Bahnhofsareal zusammen, der städtebauliche Wettbewerb soll hierfür im Herbst ausgelobt werden.

Mehr Platz für Radfahrer als Teil der Lösung

Etwas schneller umsetzen lassen könnten sich Konzepte für Radfahrer. In diesem Jahr sollen entlang der Münchner Straße, zwischen der Einmündung zum Otterfinger Weg und der Verkehrsinsel auf Höhe des Vilgertshofer-Areals, Radschutzstreifen markiert werden. Der Radweg von Föching in Gewerbegebiet Nord plant die Gemeinde derzeit gemeinsam mit dem Landratsamt und vom Kreisel an der Alten Au soll ebenfalls einen Radweg ins Gewerbegebiet führen.

Ein Möglichkeit, mehr Pendler zum Umstieg auf die öffentlichen Verkehrsmittel zu bewegen, könnte die Ausweitung des MVV-Gebiets samt MVG-Mieträdern in Holzkirchen sein. Dann könnten sich die Pendler am Bahnhof ein Mietrad schnappen und mit diesem weiter zur Arbeit fahren. Ein umgesetztes Radwegekonzept könnte zudem mehr Holzkirchner zum Umstieg aufs Radl bewegen. Der neue Mobilitätsmanager soll die Pläne zusammenführen.

Pläne für eine Verkehrsentlastung liegen also zu genüge auf den Schreibtischen im Holzkirchner Rathaus, aber auch bei anderen beteiligten Behörden. Gelingt es jetzt noch, diese zeitnah umzusetzen, droht der Verkehr nicht weiter über die vorhandene Kapazität hinaus zu wachsen. Bleiben diese zu lange liegen, droht sich spätestens 2021, wenn Bosch und das Schwesterunternehmen ITK 900 zusätzliche Mitarbeiter im eigenen Kompetenzzentrum beschäftigen will, weiter zuzuspitzen. 

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