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Absehbar ist das Ende der Sperrung der abgerissenen Kindergartenbrücke. 

Zusage der Bahn

Neue Kindergartenbrücke kommt 2020

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Durchbruch bei der Holzkirchner Kindergartenbrücke: Die Bahn hat trotz zunächst anderslautender Aussagen einen Neubau für das kommende Jahr zugesagt. Dieser soll auch für die Zukunft gerüstet sein.

Holzkirchen – Auf diese Nachricht haben viele Holzkirchner knapp ein Jahr lang gewartet: Die neue Kindergartenbrücke zwischen Frühlings- und Austraße kommt. Nicht erst 2024, wie die Bahn noch vor wenigen Monaten hat verlauten lassen, sondern schon im nächsten Jahr. Diese Zusage liegt Bürgermeister Olaf von Löwis (CSU) schriftlich vor – unterschrieben ist sie aber noch nicht.

Wie berichtet, hatte Löwis die Übereinkunft mit der Bahn am vergangenen Dienstag im Marktgemeinderat auf Nachfrage von Robert Wiechmann (Grüne) vielsagend angedeutet. Jetzt ist auch klar, worauf sich Gemeinde und Bahn geeinigt haben. „Die DB Netz AG sichert eine Ausführung eines Neubaus für 2020 zu“, zitiert Löwis aus der Vereinbarung. Angepeilt wird ein Termin im September oder Oktober. Dieser sei „mit Luft“ gewählt, wie Löwis erklärt. Vielleicht ist ja sogar ein früherer Termin möglich.

Der Neubau ist gleichzeitig eine dauerhafte Lösung – und für die Zukunft gerüstet. Heißt: Die Kindergartenbrücke wird so gebaut, dass sie für die Elektrifizierung der Bayerischen Oberlandbahn geeignet ist. Das wiederum bedeutet, dass die Brücke nicht in der bisherigen Form wiederaufgebaut werden kann. Für eine Elektrifizierung reicht ein Abstand von 4,90 Metern von der Schiene bis zur Brückenunterseite nicht aus. Künftig sollen 6,30 Meter zwischen dem Boden und dem höchsten Punkt der Brückenunterseite liegen. Das unterstützt auch die Staatsregierung. „In der Regierung besteht Einigkeit, den Markt zu unterstützen und die höheren Kosten zu übernehmen“, zitiert Löwis.

Mehr Platz: Kindergartenbrücke wird breiter

Eine höhere Brücke heißt wiederum, dass sie nicht – wie bis zum vergangenen Dezember – flach über die Gleise führt, sondern mit einer Wölbung. Um die Einschränkungen so gering wie möglich zu halten, ist geplant, die Steigung vor dem eigentlichen Brückenbeginn einzuleiten. Mehr Komfort soll es im Gegenzug durch eine breitere Brücke geben: 4,50 Meter statt bisher 3,50. So haben Radfahrer und Fußgänger mehr Platz.

Die breitere Brücke hat nicht nur praktische Gründe, sondern auch finanzielle. „Die gleiche Breite wäre nicht förderfähig gewesen“, erklärt Löwis. So gibt es einen Zuschuss vom Freistaat. Wie hoch die Gesamtkosten sein werden, ist noch nicht klar. Löwis rechnet mit mindestens einer halben Million Euro. Einen Großteil davon trägt wohl die Marktgemeinde.

Bahn gibt dem Druck nach

Der Durchbruch in den Verhandlungen mit der Bahn sei am 5. November gelungen, berichtet Löwis. Nachdem die Gemeinde bereits über Landtagspräsidentin Ilse Aigner, den Bundestagsabgeordneten Alexander Radwan, Bayerns Verkehrsminister Hans Reichhart und Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (alle CSU) Druck aufgebaut habe, sei er mit einem Teil der Verwaltung nach Nürnberg in die Zentrale der DB Netz AG gefahren. Dort habe man sich in relativ kurzer Zeit auf den Wiederaufbau 2020 geeinigt. Die neue Brücke soll nicht mehr aus Holz bestehen, um ihre Langlebigkeit garantieren zu können.

Bevor die Kindergartenbrücke wieder aufgebaut wird, wartet noch Arbeit auf die Gemeinde. Den Entwurf der Kreuzungsvereinbarung, die es bei jedem Bahnübergang in Deutschland braucht, erstellt die Verwaltung ebenso bis Ende des Jahres wie einen Rahmenterminplan. Sobald die Vereinbarung unterschrieben ist, wird der Bau ausgeschrieben, die Vergabe soll im Frühjahr 2020 erfolgen. Und natürlich muss der Gemeinderat dem Vorhaben noch zustimmen. Das dürfte Formsache sein.

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