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Bald nicht mehr für alle geöffnet: Die Oberland-Realschule in Holzkirchen hat ihre Kapazitätsgrenze erreicht. Schüler aus Oberhaching, Unterhaching, Taufkirchen und München werden nicht mehr aufgenommen. 

Kapazitätsgrenze erreicht

Oberland-Realschule macht Schotten dicht

  • Sebastian Schuch
    vonSebastian Schuch
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Die Oberland-Realschule in Holzkirchen platzt aus allen Nähten. Schon jetzt gibt es mehr Klassen als Klassenzimmer. Deshalb werden vorerst aus bestimmten Kommunen vorerst keine Schüler mehr aufgenommen – es gibt aber auch Ausnahmen.

Holzkirchen – Diverse Filmprojekte, relativ neue Sportanlagen und offenbar ein nicht ganz so schlechter Ruf: Die Oberland-Realschule in Holzkirchen läuft mit 839 Schülern in 32 Klassen im aktuellen Schuljahr schon jetzt deutlich über der angedachten Klassenzahl von 30. Im Schuljahr 2020/21 könnte Klasse Nummer 33 hinzukommen. „Wenn sich die Prognose so hält, wird es eine zusätzliche sechste Klasse aus dem Gymnasium geben“, sagt Realschuldirektor Joachim Fischer. „Dann ist Schicht im Schacht.“

Durch den bereits vorhanden Überhang musste die Realschule bereits zwei Wanderklassen einrichten, mit einer dritten ist die Kapazitätsgrenze laut Fischer endgültig erreicht. Deshalb sah er sich dazu veranlasst, bei den neuen Schülern zu selektieren: Grundschüler aus Oberhaching, Unterhaching, Taufkirchen und München können vorerst nicht mehr an der Oberland-Realschule in ihre Laufbahn an einer weiterführenden Schule starten. Geschwisterkinder sind von dieser Regelung ausgenommen. „32 oder 33 Klassen sind noch gut handelbar“, sagt Fischer, aber mehr ginge nicht.

Angebot im Landkreis München wird ausgeweitet

Warum so viele Eltern aus dem südwestlichen Landkreis München, aber auch aus Sauerlach, Aying, Höhenkirchen-Siegertsbrunn oder auch dem Kreis Bad Tölz-Wolfratshausen ihre Kinder – insgesamt sind es 357 Gastschüler – in Holzkirchen auf die Realschule schicken, weiß Fischer nicht genau. Ein guter Infoabend, das Angebot abseits des Unterrichts, bei dem „die Schüler nicht nur in Deutsch, Englisch oder Mathe ihre Stärken zeigen können“, aber auch eine gute Atmosphäre sowie kurze Wege bei der Kommunikation könnten „Mosaiksteine, bei denen Eltern sagen: Das finde ich toll“ sein. Das ehre die Schulfamilie zwar, mache die jetzt angekündigte Selektion aber auch nötig.

Für Oberhaching, Unterhaching, Taufkirchen und München als Streichkandidaten hat sich Fischer bewusst entschieden. Immerhin steht in Taufkirchen bereits eine Realschule und in Oberhaching soll der Schulcampus – bestehend aus Real- und Fachoberschule – zum Schuljahr 2024/25 den Betrieb aufnehmen. Auf lange Sicht soll auch in Höhenkirchen-Siegertsbrunn eine Realschule entstehen, was die Holzkirchner zumindest bei den Gastschülern weiter entlasten könnte. Und in München mangelt es auch nicht an Schulen.

Schulleiter rechnet mit steigendem Bedarf im Landkreis

Im Umkehrschluss rechnet Fischer mit steigenden Schülerzahlen aus Holzkirchen und dem Landkreis. Durch die geplanten Neubauprojekte, etwa Am Ladehof oder der Tölzer Straße, sowie den Ausbau von Bosch im Gewerbegebiet Nord wird der Bedarf vermutlich zunehmen. Ein weiterer Ausbau des Schulgebäudes oder zusätzliche Container seien nicht angedacht.

Ohne Gastschüler aus anderen Landkreisen – Ausnahmen bestätigen bekanntlich die Regel – schrumpft die Gesamtzahl auf das Normalmaß, ist Fischer überzeugt. Dann reichen die vorhandenen Räume auch auf lange Sicht aus. Über die Hintergründe der Entscheidung will der Schulleiter beim Infoabend zum Übertritt von der Grundschule am 23. März noch einmal im Detail informieren.

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