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Hinter Gittern: Der Rasenplatz in der Probst-Sigl-Straße steht bislang nur den Schülern der umliegenden Schulen offen. Die Gemeinde will ihn seit drei Jahren für die Allgemeinheit freigeben. 

Gemeinde will Platz für Sportler öffnen

„Schließsportanlage“ an der Probst-Sigl-Straße wartet auf Freigabe

  • Sebastian Schuch
    vonSebastian Schuch
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Seit zwei Jahren will die Gemeinde Holzkirchen den Rasenplatz an der Probst-Sigl-Straße freigeben, doch das klappt noch immer nicht.

Holzkirchen – Fast perfekt liegt er da, zeigt keinen Makel: der Rasenplatz in der Probst-Sigl-Straße in Holzkirchen. Kein Wunder, schließlich dürfen nur die Schüler der umliegenden Schulen auf den Platz. Nach Schulschluss bleibt er geschlossen. Seit drei Jahren will die Gemeinde Holzkirchen den Platz zumindest begrenzt für Kinder und Jugendliche freigeben, im November 2017 fasste der Gemeinderat bereits einen entsprechenden Entschluss. Doch die Freizeitsportler warten noch immer auf die zusätzliche Sportfläche – auch, weil das Landratsamt eine strenge Kontrolle der Schließ- und Öffnungszeiten fordert.

Was denn da so lange dauert, wollte Sebastian Franz (CSU), der das Zweijährige des Beschlusses zum Anlass für seinen Antrag nahm, jüngst im Hauptausschuss des Gemeinderats wissen. Wie Bauamtsleiter Johann Kellner erklärte, liege der Ball seit zwei Jahren beim Landratsamt, dem Miteigentümer der Sportfläche. „Wir haben die Verschleppung mehrfach moniert.“ Doch weil das Planungsbüro erst spät mit der Arbeit begonnen habe und es dann noch einen Personalwechsel gegeben hatte, habe die Gemeinde erst im September eine Rückmeldung vom Freiflächenplaner des Landratsamts erhalten.

Fast 200.000 Euro für Lärmschutzwand

Diese beinhaltete aber nichts Neues. Gemeinde und Landratsamt müssen weiterhin eine Lärmschutzwand in Richtung Marxbauerstraße errichten. Diese ist nötig, da die Anwohner vor knapp 20 Jahren den Sportflächen ohne Lärmschutzwand zugestimmt haben, wenn im Gegenzug nur die Schulen auf den Rasen gehen. Wird der Platz nun für die Allgemeinheit geöffnet, muss gemäß den geltenden Bestimmungen eine Lärmschutzwand aufgebaut werden.

Deren Kosten, die sich Gemeinde und Landratsamt jeweils zur Hälfte teilen, sind mittlerweile von 180 000 auf 195 000 Euro gestiegen. „Eigentlich müssten wir hier schon lange eine Wand haben“, sagte Christoph Schmid (CSU).

Sicherheitsdienst muss Öffnungszeiten kontrollieren

Der zweite Knackpunkt ist eine Sicherheitsfirma, die dafür sorgen muss, dass die Sportler die Öffnungszeiten einhalten. „Die Einhaltung der Zeiten muss gewährleistet werden“, erklärte Bürgermeister Olaf von Löwis (CSU). Diese, seit zwei Jahren feststehende, Bedingung des Landratsamts sorgte für eine aufgeregte Diskussion im Hauptausschuss. „Ist das eine Auflage des Landratsamts oder einer übergeordneten Behörde?“, wollte Simon Ammer (SPD) wissen. Und Johannes Loth (CSU) redete sich regelrecht in Rage. „Es geht nur um den Vollzug. Es ist untypisch, dass wir den Vollzug überwachen müssen“, polterte er. Er glaube, in anderen Kommunen werde das anders gehandhabt.

Löwis versuchte zu beruhigen. Ein Sicherheitsdienst sei nun mal die Bedingung des Landratsamts als Miteigentümer. Es gehe nicht nur um die Zeiten, sondern auch darum, dass bei Schulbeginn kein Unrat herumliege. Diese Verantwortung könne man nicht den Jugendlichen überlassen. Wie Bauamtsleiter Kellner erklärte, holt die Marktgemeinde derzeit Angebote verschiedener Sicherheitsfirmen ein.

Franz: Schließen nicht zum ersten Mal einen Sportplatz auf

Sebastian Franz war dennoch nicht zufrieden mit der Antwort auf seinen Antrag. Bei der Kindergartenbrücke sei es möglich, innerhalb von einem Jahr einen Neubau voranzutreiben, aber die Freigabe eines Sportplatzes brauche drei Jahre, äußerte er sein Unverständnis. „Es ist nicht so, dass wir zum ersten Mal Sportflächen auf- und wieder zuschließen“, sagte er leicht ironisch. Zumal es sich nur um ein paar Stunden handele. Auch Elisabeth Dasch (SPD) fand, man müsse sich noch einmal mit dem Landratsamt unterhalten.

Löwis versprach, er werde noch einmal nachfassen und gab sich optimistisch, dass der Rasenplatz an der Probst-Sigl-Straße im kommenden Jahr freigegeben wird. Vielleicht, stellte er in den Raum, könne man die Sportfläche aber auch in den Sportentwicklungsplan integrieren. „Dann wird der Platz eh überplant.“ Doch das könnte eine weitere, möglicherweise mehrjährige, Verzögerung zur Folge haben.

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