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Offen und transparent soll sie sein, die Filiale der Zukunft.

Offen für alle Holzkirchner

Sparkasse eröffnet „Filiale der Zukunft“

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Gut ein Jahr lang ist die Sparkassen-Filiale am Marktplatz umgebaut worden. Gestern wurde die „Filiale der Zukunft“ mit großem Getöse eröffnet und in die Gegenwart entlassen.

Holzkirchen – Ist die Filiale der Zukunft bereit für das Hier und Jetzt? Ja, aber noch nicht zu 100 Prozent. Bei der großen Wiedereröffnung der Sparkasse am Marktplatz in Holzkirchen waren gestern noch nicht alle Steckdosen im Gebäude angeschlossen; ein Geldautomat hatte in der Früh kurzzeitig keine Lust. Doch ansonsten war das Konzept der Sparkasse, einen großen, offenen Raum zu schaffen, eindeutig erkennbar.

In der rund einjährigen Bauzeit stand dabei immer eine Frage im Mittelpunkt. „Was ist unser Mehrwert, den wir bieten können?“, fragte Michael Mihalovits, Vorsitzender der Kreissparkasse Miesbach-Tegernsee, bei seiner Begrüßung. Wie kann sich die Sparkasse von Direktbanken abheben? „Wir werden uns in Zukunft nur dadurch unterscheiden, ob wir eine Beziehung zu den Menschen aufbauen können oder nicht“, ist sich Mihalovits sicher. Mit der neugestalteten Filiale werde das gelingen, ist er überzeugt.

Sparkasse: Mitarbeiter und Kunden auf Augenhöhe

Symbolische Schlüsselübergabe von Michael Mihalovits an Jörg Quicker.

Vordergründig soll das mit Transparenz und Offenheit gelingen. Der Bankschalter wirkt nicht mehr wie eine Wagenburg, hinter der sich die Mitarbeiter vor den Kunden verschanzen können, und auch die Arbeitsplätze sind jetzt im Erdgeschoss und nicht mehr versteckt im ersten Stock. „Uns ist wichtig, dass sich Mitarbeiter und Kunden auf Augenhöhe begegnen“, sagte Mihalovits. Deshalb können die Holzkirchner im Vorbeigehen auf die Arbeitsplätze blicken.

Um ihre Daten müssen sich die Sparkassen-Kunden dabei keine Sorgen machen, die Scheiben sind mit einer speziellen Folie abgedunkelt: Durch diese kann man zwar in die Filiale blicken, sieht aber nicht, was auf den Bildschirmen passiert.

Sparkasse will Nachbarschaftscharakter versprühen

Offen präsentiert sich die Sparkasse auch im Inneren. Während der Öffnungszeiten können die Holzkirchner jetzt eine Abkürzung zwischen Marktplatz und Tiefgarage nutzen, direkt durch die Filiale. Daneben prangt eine digitale Wand, die auf Bewegungen reagiert. An der „Nachbarschaftswand“ neben dem Eingang können sich lokale Unternehmen präsentieren, dahinter folgt der Nachbarschaftstisch.

Dieser Loungebereich steht nicht nur Sparkassen-Kunden offen. „Dort können Sie sich einen Kaffee ziehen, ohne Bankgeschäfte führen zu müssen“, sagte Mihalovits. Oder die Kinder können Playstation spielen, wenn ihre Eltern ein Beratungsgespräch führen. „Wir sind eine Bank, die Nachbarschaftscharakter entgegenbringt“, betont auch Regionalleiter Jörg Quicker. Freilich ist das moderne Angebot nicht uneigennützig. Die potenziellen Kunden am Nachbarschaftstisch werden natürlich von Mitarbeitern angesprochen und so vielleicht zu künftigen Kunden.

Die „Filiale der Zukunft“ punktet mit digitaler Präsenz und setzt doch auf die Auge-zu-Auge-Begegnung. Ob das Konzept trägt, wird die Zukunft zeigen. Was die Gestaltung anbelangt, sind in Holzkirchen auch kritische Stimmen vernehmbar. Das Sparkassen-Logo an der Fassade ist einigen etwas zu groß ausgefallen, die Gauben der Dachwohnungen empfinden manche Holzkirchner als auskragende Fremdkörper im historischen Ensemble.

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