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Die Autos endgültig vom Marktplatz verbannen will die SPD-Fraktion des Holzkirchner Gemeinderats. Erst dann sei es wirklich möglich, den Bereich für Bürger und Vereine attraktiv zu bespielen. 

Wahlkampf offiziell eröffnet

Wer beansprucht den Marktplatz für sich?

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Der Ton wird rauer, der Wahlkampf in Holzkirchen ist eröffnet. Die SPD schießt wegen des Marktplatzes gegen die CSU.

Holzkirchen – Das politische Kräftemessen ist eröffnet, der Wahlkampf in Holzkirchen nimmt sieben Wochen vor der Kommunalwahl am 15. März so langsam Fahrt auf. Nachdem der CSU-Ortsverband die Umgestaltung des Holzkirchner Marktplatzes per Antrag „Marktplatz 2020“ noch heuer auf den Weg bringen will, kritisiert die SPD diesen Vorstoß in einer Stellungnahme deutlich – auch, weil die Christsozialen eines der Kernthemen der SPD für sich beanspruchen.

Denn seit der Bekanntgabe ihrer Kandidatur um das Amt des Bürgermeisters hatte sich Elisabeth Dasch die Aufwertung des Marktplatzes auf die Fahnen geschrieben. „Das Thema ist ein Dauerbrenner. Jetzt, nachdem Elisabeth Dasch den Marktplatz zu einem ihrer Herzensthemen gemacht hat, folgt der Antrag der CSU“, echauffiert sich SPD-Fraktionsmitglieder Simon Ammer, der die Stellungnahme stellvertretend verschickt hat. Der CSU falle erst ein Vierteljahr vor der Kommunalwahl auf, dass der Marktplatz „das Herzstück von Holzkirchen“ ist, nachdem sie sich in den vergangenen Jahren mehrfach gegen die Vorstöße der SPD, den Marktplatz autofrei zu machen, gestellt habe.

Dass die CSU-Fraktion Autos weiterhin auf dem Marktplatz dulden möchte, ist einer der Hauptkritikpunkte der SPD. Ein autofreier Marktplatz sei „eigentlich seit Jahren beschlossen – wurde aber vom Bürgermeister nie umgesetzt“. Ein Marktplatz ohne Parkplätze sei der ausdrückliche Wunsch des Bürgergutachtens, heißt es weiter: „Unser Marktplatz kann mehr als Parkplatz.“

SPD: Schon kleine Maßnahmen haben große Wirkung

Ein Marktplatz ohne Autos ist aus Sicht der SPD die schnellste und vor allem effizienteste Methode, die Aufenthaltsqualität im „Lebensmittelpunkt der Holzkirchner Bürger“ zu erhöhen: mit mehr Sitzgelegenheiten sowie einer kostenfreien Öffnung für Vereine und Künstler. Schon mit kleinen Maßnahmen – etwa den bunten Stühlen und Tischen vor dem alten Rathaus – lasse sich viel erreichen. „Sie werden gern genutzt“, sagt Ammer. „Da braucht es kein Konzept.“ Außerdem stünden mobile Sitzgelegenheiten nicht in Konkurrenz zum Grünen Markt.

Ebenfalls kritisch sieht die SPD den Zeitplan der CSU. Zunächst Gestaltungsentwürfe ausschreiben, diskutieren und sichten und dann ein Konzept erstellen lassen, das dauere zu lange. Den Antrag der Christsozialen sei „inhaltlich ohne Aussage“, findet Ammer.

Gleiches Ziel trotz Wahlkampfscharmützel

Was man bei dem Scharmützel zwischen den beiden Fraktionen – unabhängig vom Zeitpunkt – nicht vergessen sollte: Eigentlich haben CSU und SPD das gleiche Ziel. Beide wollen den meist trostlosen Marktplatz attraktiver gestalten, auch abseits von Grünem Markt und Veranstaltungen beleben und einen Ort schaffen, an dem sich die Holzkirchner wohlfühlen können. „Wir freuen uns, dass die CSU ihre Blockade aufgibt“, sagt Ammer deshalb.

Der größte Streitpunkt bleibt – wie auch bei anderen Projekten in der Gemeinde – das Auto. Sollte die CSU sich doch für die Streichung der Parkplätze entscheiden, werde die SPD trotz aller Differenzen dem Antrag zustimmen. Aber nur, wenn die Parkplätze innerhalb eines Monats nach Gemeinderatsbeschluss verschwinden. Sonst sei „Marktplatz 2020“ nicht mehr als ein billiges Wahlkampfmanöver, das den Holzkirchnern Sand in die Augen streuen soll.

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