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Würdige Plätze für Urnen am Föchinger Friedhof

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Von: Sebastian Schuch

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Fast wie Grabsteine könnten die Urnenstelen am Föchinger Friedhof künftig aussehen. Hier ein Beispiel vom Haushamer Friedhof, das auch bei der Pfarrversammlung gezeigt wurde. © Privat

In einem würdigen Rahmen wollen Sterbende zur letzten Ruhe gebettet werden. Immer mehr Menschen entscheiden sich, sich verbrennen und in einer Urne beisetzen zu lassen. Auf dem Föchinger Friedhof soll das künftig auch mit sogenannten Urnenstelen möglich sein.

Föching – Der Trend zur Feuerbestattung ist ungebrochen, etwa zwei Drittel der Verstorbenen in Deutschland lassen sich laut verschiedenen Studien in einer Urne beisetzen. Das merkt auch die Pfarrei in Föching. „Es gibt immer mehr Anfragen“, sagt Pfarrvikar Hannes Schißler. Deshalb möchte die Pfarrei dieser Art der letzten Ruhe auf dem kirchlichen Friedhof künftig einen entsprechenden und würdigen Rahmen bieten.

Bei der Pfarrversammlung diskutierte die Pfarrgemeinde über verschiedene Möglichkeiten, das umzusetzen, berichtet Schißler. Zur Debatte standen Urnenwände, wie es sie beispielsweise auf den gemeindlichen Friedhöfen in Holzkirchen gibt, oder Urnenstelen. „Das ist in dieser Form für Föching etwas völlig Neues“, sagt Schißler. Entsprechend interessiert hätten die Mitglieder den Ausführungen über die verschiedenen Möglichkeiten gelauscht.

Friedhof Föching: Zwei Varianten für Urnenstelen

Große Urnenwände hat die Pfarrgemeinde bei der Versammlung bereits ausgeschlossen. „Unserer Anschauung nach wirken sie auf einem kleinen Friedhof wie dem in Föching massiv“, sagt Schißler. Urnenstelen dagegen würden sich durch ihre Ähnlichkeit zu herkömmlichen Grabsteinen besser ins Friedhofsbild einfügen. Außerdem sei man beim Aufstellen flexibler. Angedacht sei, die Stelen auf derzeit leer stehenden Grabplätzen aufzustellen und so die Lücken zu schließen.

Vorbild Hausham: Kaum noch Erdbestattungen gewünscht.

Bei der Art der Stelen gebe es zwei Möglichkeiten, erklärt Schißler. Ähnlich wie bei einer Wand könnten die Urnen in speziell freigehaltene Hohlräume gestellt werden. Die Alternative wäre, die Urnen auf dem Gottesacker zu vergraben und die Stelen mit dem Namen des Verstorbenen zu versehen – wie bei einem Grabstein. Die Idee sei, dass die Familien individuell zwischen den beiden Varianten entscheiden können.

Erdbestattungen bald Sondermüll?

Dass die Pfarrei Föching ihr Repertoire bei den Beisetzungen erweitern möchte, hat nicht nur mit der steigenden Zahl der Feuerbestattungen zu tun. Wie Bestatter Franz Soderer bei der Versammlung ausführte, könnten die Kosten für eine herkömmlich Erdbestattung in den nächsten zehn bis 15 Jahren steigen. „Es wird darüber spekuliert, ob der Erdaushub mit Altverstorbenen separat entsorgt werden muss. Die Vorschriften könnten verstärkt werden“, erklärte Soderer auf Nachfrage. Die alte Friedhofserde könnte, was zugegebenermaßen wenig romantisch klingt, zum Sondermüll werden. Dann würden Erdbestattungen mit Kosten von mehreren Tausend Euro schnell zu Luxusbestattungen.

Bestattungen im Landkreis: Trend geht zur Nische.

Soweit ist es freilich noch nicht, dennoch möchte die Föchinger Pfarrgemeinde die Idee der Urnenstelen weiter verfolgen. Ein Beschluss ist noch nicht gefasst. Wie viele Stelen errichtet werden könnten, steht noch nicht fest. Pfarrvikar Hannes Schißler erklärte, dass die erste aufgestellt werden könnte, sobald es einen Interessenten dafür gibt.

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