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Protestplakat der Bürgerinitiative Stop Südumgehung. Jetzt kommt neue Kritik.

Brief an Bürgermeister: "Um Ihnen ihre Versäumnisse aufzuzeigen"

Bürgerinitiative kritisiert "Schweigespirale"

Holzkirchen – In einem offenen Brief prangert die Bürgerinitiative Stop Südumgehung den Stil der Holzkirchner Politik an. Man werde ignoriert, heißt es.

Nachdem Bürgermeister Olaf von Löwis der Forderung des Vereins Hartpenning muckt auf nach einer Sondersitzung des Gemeinderats zum Entwurf des Bundesverkehrswegeplans eine Abfuhr erteilte, meldet sich nun die Bürgerinitiative (BI) Stop Südumgehung mit einem Offenen Brief zu Wort. Das Schreiben ging an alle Gemeinderäte und ins Rathaus, „um Ihnen Ihre bisherigen Versäumnisse aufzuzeigen“.

Die BI zählt sechs Anträge aus den vergangenen zwei Jahren – vorwiegend aus der Bürgerversammlung 2015 – auf, die „vertagt, ignoriert oder als nicht wichtig abgehandelt wurden“, wie es in dem Brief heißt. „Hierbei befinden Sie sich unserer Meinung nach im Bereich einer Schweigespirale.“ 

Die BI sieht die Bevölkerung getäuscht, weil von Behördenseite nicht darüber informiert worden sei, dass die Innere Tegernseer und die Miesbacher Straße von einer Staats- zur Bundesstraße (B 13) hochgestuft wurden. Weil Navigationsgeräte kürzere Strecken und höherrangige Straßen bevorzugten, ziehe das noch mehr Durchgangsverkehr in den Ort, die B 472 als Alternative werde deshalb auf Navis gar nicht angezeigt. Selbiges kritisiert die BI auch für die Nordspange. 

Die BI sehe, anders als Löwis, derzeit sehr wohl Gesprächs- und Handlungsbedarf. „Wir fordern Bürgernähe und Lösungsansätze zeitnah.“ 

Unterdessen teilt der Grünen-Ortsverband mit, er habe eine detaillierte Stellungnahme gegen die Trassen eingereicht; die Frist endete am Montag. Die Holzkirchner Grünen führen an, dass die Datenbasis für die Straßenbauprojekte veraltet sei. Die Entlastungswirkung sei laut der aktuelleren Kaulen-Analyse deutlich geringer. Die Kosten für die Projekte seien „systematisch niedrig gerechnet“, Preissteigerungen nicht berücksichtigt. „Das Oberland braucht aus Sicht der Grünen dringend eine bessere Schieneninfrastruktur, während der BVWP ausschließlich die Straße favorisiert.“

Katrin Hager

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