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Verkehrsknotenpunkt Marktplatz: Dass eine Südspange hier die erhoffte Entlastung bringt, bezweifelt die Bürgervereinigung. 

Offener Brief der Umgehungsstraßengegner 

Holzkirchen: Bürgervereinigung fordert Abstimmung über Südspange

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Die Gegner einer Holzkirchner Umgehungsstraße melden sich in der Debatte um die Südspange mit einem offenen Brief zu Wort. Sie fordern eine Bürgerabstimmung. Die Kommunalpolitik soll Farbe bekennen - noch vor der Wahl 2020.

Holzkirchen Die Kommunalwahlen am 15. März 2020 rücken näher. Sieben Monate noch, dann bekommt die Marktgemeinde einen neuen Bürgermeister(in) und einen neuen Gemeinderat. Nach Lage der Dinge rutscht eines der heißesten Eisen mitten in den Wahlkampf: Das Straßenbauamt Rosenheim kündigte an, im Herbst konkrete Trassenvorschläge für eine Holzkirchner Südspange sowie für Umfahrungen von Großhartpenning und Kurzenberg vorzustellen.

Gefragt ist spätestens dann die Position der Marktgemeinde: Unterstützt das Rathaus den Bund bei der Planung und welche Trasse wird favorisiert – oder tut man alles, um jedwede Umfahrung zu verhindern? Dazu meldete sich jetzt die „Bürgervereinigung gegen die geplante Umgehungsstraße von Holzkirchen“ zu Wort, „bewusst rechtzeitig vor Beginn des Wahlkampfes und vor der Veröffentlichung der konkreten Trassenvorschläge“, wie es in einem offenen Brief heißt, den Vorsitzender Peter Limmer und Fred Langer als Vorsitzender des Bunds Naturschutz unterzeichneten.

Peter Limmer, Vorsitzender der Bürgervereinigung gegen die geplante Umgehungsstraße 

Adressaten des Briefs sind Bürgermeister Olaf von Löwis (CSU), der bekanntlich Landrat werden will, sowie die Fraktionssprecher im Gemeinderat. Man wolle an das von verschiedenen Seiten gegebene Versprechen erinnern, so heißt es in dem Schreiben, dass in Sachen Südumfahrung die Bürger das Wort haben sollen, sprich: dass es eine Abstimmung gibt. Das fordern auch die Befürworter der Südspange. Löwis hatte signalisiert, sich ein Ratsbegehren vorstellen zu können. Sollte es dazu kommen, pocht die Bürgervereinigung darauf, dass auch die „Variante Null“ zur Auswahl steht. „Die Holzkirchner müssen die Möglichkeit haben, grundsätzlich Nein zu allen Südumfahrungsvarianten zu sagen“, betont Limmer.

Ein gut vorbereitetes Ratsbegehren, mit dessen Formulierung Gegner und Befürworter gleichermaßen gut leben können, sieht die Bürgervereinigung als „einzige Möglichkeit“, die jahrzehntelangen Diskussionen um eine Südspange abzuschließen. Deswegen wünsche man sich noch vor der Vorstellung der Trassen von allen politischen Kandidaten, sich klar zu positionieren, welchen Weg sie gehen wollen.

Klar ist die Position von Robert Wiechmann (Grüne), der seine Bürgermeister-Kandidatur bereits angekündigt hat. Als Vorstandsmitglied der Bürgervereinigung bekräftigt Wiechmann deren Forderung nach einer Abstimmung durch alle Bürger, unter Einbeziehung einer „Null-Lösung“.

Der designierte Bürgermeister-Kandidat der CSU, Christoph Schmid, unterstützt den Bau einer Südspange. Mit der „Schutzgemeinschaft gegen Verkehrsbelästigung in Holzkirchen“ hat sich der CSU-Ortsverband sogar zu einer Südspangen-Allianz verbündet. Die Allianz schlug selber zwei sehr großräumige Trassen vor, die östlich an Kurzenberg und Hartpenning vorbeiführen und jeweils südlich von Thann auf die B 318 treffen. Ob diese Varianten tragfähig sind, wird die lang erwartete Machbarkeitsstudie des Straßenbauamts aufzeigen. 

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