Impfung beim Hausarzt: Norbert Schroth setzte gestern in seiner Praxis in Holzkirchen die ersten Spritzen mit dem Biontech-Impfstoff gegen das Coronavirus.
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Impfung beim Hausarzt: Norbert Schroth setzte am Mittwoch (7. April) in seiner Praxis in Holzkirchen die ersten Spritzen mit dem Biontech-Impfstoff gegen das Coronavirus.

„Wir werden in den frühen Abendstunden fertig“

Corona-Impfstart bei den Hausärzten: Bis zu 90 Dosen müssen an einem Nachmittag geschafft werden

  • Luisa Billmayer
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Auch in Holzkirchen sind zum Hausarzt-Impfstart die ersten Dosen eingetroffen. Doch nicht alle Praxen erhalten gleich viel Impfstoff – und auch nicht immer die bestellte Menge.

Holzkirchen – Der Holzkirchner Internist und Hausarzt Dr. Norbert Schroth hat am Mittwoch die ersten Corona-Impfungen durchgeführt. „Wir haben jetzt 90 Dosen Biontech bekommen, 30 pro Arzt. Die müssen alle am Mittwochnachmittag gespritzt werden“, erklärt der Mediziner aus einer Holzkirchner Gemeinschaftspraxis. Um den regulären Betrieb nicht zu stören, hat die Praxis für die Impfungen zusätzlich geöffnet. „Wir starten um 15 Uhr. Dann werden wir so rasch wie möglich arbeiten. Ich denke, dass wir in den frühen Abendstunden alle Dosen verimpft haben werden“, sagt Schroth.

Ähnlich sieht es bei Dr. Florian Siegmund von der Praxis Medizin am Marktplatz in Holzkirchen aus. Auch hier wird außerhalb der Sprechzeiten geimpft. Seine Praxis soll 36 Dosen der Firma Biontech erhalten, zwölf pro Arzt. „Aber das glaube ich erst, wenn ich sie tatsächlich in den Händen halte“, sagt Siegmund. Die ersten Imfpwilligen kommen am Freitagnachmittag, wenn die Praxis normalerweise geschlossen hat. „Anders ist das nicht in den regulären Sprechstundenablauf zu integrieren. Wir sind nun mal kein Impfzentrum“, stellt Siegmund klar.

Corona-Impfstart bei den Holzkirchner Hausärzten: Dosenverteilung macht Planung schwierig

Wie genau die Impfstoffverteilung abläuft, ist aus Sicht der Hausärzte etwas undurchsichtig. Schroths Praxis hatte schon 60 Termine vergeben und dementsprechend Impfstoff bestellt. Geliefert wurden dann aber doch 90 Dosen, sodass weitere 30 Termine vereinbart wurden. Mit dieser Ungewissheit ist Planung schwierig, vor allem, wenn in vier bis sechs Wochen neben den Erstimpfungen auch Zweitimpfungen stattfinden. Schroth ist froh, dieses Mal nicht weniger bekommen zu haben als bestellt: „Sonst hätten wir einigen Patienten wieder absagen müssen.“

Die Apothekerin Birgitta Seemüller, die auch in Holzkirchen zwei Apotheken betreibt, erklärt, warum die Verteilung etwas schwierig ist: Wöchentlich kann jede Praxis pro Arztsitz 50 Dosen bestellen. Gemeinschaftspraxen können also mehr erhalten. Dann wird die Bestellung an den Großhandel weitergegeben. Erst einen Tag später erfahren die Apotheken von den Zulieferern, wie viele Dosen sie tatsächlich liefern werden. „Wenn wir weniger bekommen als bestellt, muss gekürzt werden“, so die Pharmazeutin. In dieser Woche habe sie rund 60 Prozent der bestellten Dosen erhalten – und direkt geliefert. Die Dosen tauen frühmorgens beim Großhändler auf. Danach wird der Impfstoff unter strenger Einhaltung der Kühlkette einmal pro Woche an Seemüllers Apotheken geliefert. Von dort erfolgt die Verteilung an die Arztpraxen. Aus Sicht der Apothekerin wäre es sinnvoller, mit der Terminvergabe zu warten, bis die Praxen den Impfstoff tatsächlich haben.

Holzkirchner Hausärzte impfen gegen Corona: Interesse der Patienten ist hoch

Bei den Hausärzten war die Corona-Impfung schon im Vorfeld für fast alle Patienten relevant. „Das Thema spielt in so gut wie jedem Gespräch eine Rolle“, sagt Schroth. Um die Termine fair und unter Einhaltung der Priorisierung zu vergeben, habe die Praxis schon vorab eine Liste geführt und Patienten gezielt wegen eines Impftermins kontaktiert. Die Patienten von Siegmund meldeten sich vorrangig von sich aus.

„Seitdem bekannt war, dass die Hausärzte impfen sollen, gab es Anfragen“, sagt Siegmund. Er empfiehlt dennoch, sich weiterhin um einen Termin über das Impfzentrum zu bemühen. „Das geht unter Umständen schneller als über die Praxis.“ Auch wenn sich Schroths Praxis gut gerüstet gefühlt hat, war der gestrige erste Impfnachmittag noch keine Routine. „Wir impfen am Mittwoch, danach sehen wir, was wir daraus lernen und verbessern können“, sagte der Mediziner im Vorfeld.

Auch die Feuerwehr spürt die Auswirkungen der Corona-Pandemie. „Wir hatten richtig Urlaub“, erklärt die Feuerwehr aus Weyarn. Anders war es beim Technischen Hilfswerks (THW) aus Miesbach. In der Jahresbilanz zeigt sich, dass sich Corona durchaus auf das Jahr ausgewirkt hat.

Von Luisa Billmayer

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