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Neue Regeln für Münchner Straße: Die Einkaufsmeile stärken

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Läden und Lokale sollen weiterhin die Münchner Straße prägen. Da sich die Anfragen häufen, auch hier Wohnungen zu schaffen, will die Gemeinde jetzt mit einem Bebauungsplan den Charakter des Straßenzugs schützen.
Läden und Lokale sollen weiterhin die Münchner Straße prägen. Da sich die Anfragen häufen, auch hier Wohnungen zu schaffen, will die Gemeinde jetzt mit einem Bebauungsplan den Charakter des Straßenzugs schützen. © Thomas Plettenberg

Der Wohndruck hat die Münchner Straße erreicht. im Rathaus häufen sich Anfragen, Geschäftsräume in Wohnungen umbauen zu dürfen. Die Gemeinde will sich darauf nicht einlassen und mit einem Bebauungsplan den Charakter des Straßenzugs erhalten.

Holzkirchen – „Wir wissen, welche Probleme der Handel hat“, sagte Holzkirchens Bürgermeister Christoph Schmid (CSU) in der jüngsten Bauausschuss-Sitzung. Er verwies dabei auf die wachsende Konkurrenz durch Online-Händler, aber auch auf Einbußen durch die Corona-Pandemie. Mit einem eigenen Bebauungsplan für die Einkaufsmeile auf der Münchner Straße, zwischen Bahnhof und Oskar-von-Miller-Platz, will die Marktgemeinde nun den Einzelhandel stärken.„Wenn alle zusammenhalten, klappt das“, betonte der Rathauschef, „die Kaufkraft in Holzkirchen ist da.“ Einstimmig empfahl der Bauausschuss, das Verfahren für einen Bebauungsplan einzuleiten.

Die Münchner Straße hat aufgrund ihrer Lage besondere Bedeutung für die Marktgemeinde. Im Ortsentwicklungskonzept von 2017 wird sie etwa als eigener Gebietstyp beschrieben. Der historische Straßenzug sei identitätsstiftend und präge das Ortsbild, heißt es darin. Die Häuser sind mit dem Giebel zur Straße hin ausgerichtet, im Erdgeschoss der zumeist dreigeschossigen Häuser befinden sich Geschäfte. Wohnnnutzung sei dort zweitranging.

Doch die Zeiten ändern sich. Wie der Bürgermeister erklärte, steigt der Druck auf die Einkaufsmeile: „Uns erreichen immer mehr Anfragen zur Umnutzung in Wohnraum.“ Doch dies stehe in Widerspruch zum Ortsentwicklungskonzept, heißt es in der Beschlussvorlage für den Bauausschuss. Der Straßenzug solle als Handels- und Dienstleistungsort erhalten bleiben. Dies diene letztlich der Belebung der Ortsmitte, so wurde es vor vier Jahren beschlossen.

Ein weiterer Baustein der Ortsentwicklung ist die Stärkung der Gastronomie. Gleichzeitig werden im Konzept aus 2017 die Schwierigkeiten genannt, die einer Aufwertung der Münchner Straße im Weg stehen; das sind vor allem die Belastung durch den Straßenverkehr und die Länge der Einkaufsmeile.

Gewünscht sind Läden mit Laufkundschaft

Schon eine Dekade vor dem Ortsentwicklungskonzept hatte sich die Marktgemeinde mit der Münchner Straße befasst, wie Doris Hötzendorfer von der Bauamt-Verwaltung berichtete. Im Jahre 2006 wurde eine „Sanierungssatzung“ verabschiedet, der eine vorbereitende Untersuchung vorangegangen war. Tenor auch damals: Die prägenden Gebäude sowie der Einzelhandel sollten erhalten bleiben, nicht angemessene Nutzung sollte ausgelagert werden.

Ein separater Bebauungsplan könnte diese Ziele verfolgen und stärker verankern, das wurde in der Diskussion im Bauausschuss deutlich. Neben Handel und Gastronomie könnten, eine entsprechende Planung vorausgesetzt, auch Einrichtungen der Kultur, medizinische Dienstleistungen oder weitere Büros in die Münchner Straße einziehen.

Hier allerdings meldete Albert Kraml (CSU) Bedenken an. „Wir brauchen Läden mit Laufkundschaft“, so der Gemeinderat, „wenn wir ein Versicherungsbüro nach dem anderen haben, können wir auch Wohnungen rein machen“. Robert Wiechmann (Grüne) zeigte sich skeptisch: „Wir können nicht Einfluss darauf nehmen, welche Geschäfte da reinkommen.“

Schmid stimmte zu, dass da juristisch nichts zu machen sein. Der Rathauschef betonte aber, dass die Standortförderung der Gemeinde ein Auge darauf habe. Wolfgang Huber (SPD) hielt den Bebauungsplan für sinnvoll, „um den Charakter der Münchner Straße zu bewahren“. Man müsse nun gemeinsam dran bleiben.

ANDREAS WOLKENSTEIN

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