Anschluss schon vorhanden: Die CSU schlägt vor, vom Nordspangen-Kreisel in der Alten Au eine neue Direktverbindung zwischen den beiden Gewerbegebieten zu bauen.
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Anschluss schon vorhanden (r.): Die CSU schlägt vor, vom Nordspangen-Kreisel in der Alten Au eine neue Direktverbindung zwischen den beiden Gewerbegebieten zu bauen.

CSU will toten Ast wiederbeleben

Holzkirchen: Direktverbindung zwischen zwei Gewerbegebieten?

  • Marlene Kadach
    vonMarlene Kadach
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Von einer Verbindung zwischen den Gewerbegebieten Ost und Nord träumt die Holzkirchner CSU-Fraktion. Doch die Grünen halten eine solche Straße für überflüssig, eine damit zusammenhängende Erweiterung des Föchinger Industriegebiets lehnen sie ab.

Holzkirchen – Der tote Ast am Kreisverkehr erinnert an eine einst lebendige Planung: Am Kreisel Nordspange/Rudolf-Diesel-Ring in Holzkirchen war vor einigen Jahren eine Straße angedacht, die an den Bahngleisen entlang in Richtung des damals entstehenden Gewerbegebiets Nord bei Föching führen sollte, um dieses direkt an das alte Gewerbegebiet Ost anzuknüpfen. „Die Verbindung wurde aber nie beschlossen und realisiert“, sagt Bürgermeister Christoph Schmid (CSU). Unter anderem deshalb, weil man anfangs nicht wusste, wie groß die Nachfrage am Industriegebiet Fichtholz sein werde. Inzwischen sei die Entwicklung dort abgeschlossen. Zumindest vorerst. Ganz tot ist die Straße trotzdem nicht. „Wir haben den Gedanken nicht aus den Augen verloren“, meint Schmid.

Besagte Straße ist nun kürzlich wieder im Gemeinderat aufgeploppt. CSU-Fraktionsvorsitzender Sebastian Franz brachte sie ins Spiel, als es um den neuen Ortsbus ging. Wie berichtet, soll es ab Herbst 2022 nur noch eine Linie geben, die vom Holzkirchner Bahnhof über das Gewerbegebiet Ost und die B 318 bis ins Gewerbegebiet Nord und wieder zurück fährt. Ulrike Küster (Grüne) bemängelte, dass der Ortsteil Föching nicht angefahren werde. Dies könnte sich ändern, argumentierte Franz, wenn eine Straße zwischen den beiden Gewerbegebieten gebaut würde.

Firmen hegen Wachstumspläne

Doch nicht nur das: Ein wichtiger Nutzen der Straße sei nach Auffassung der CSU die Verkehrsentlastung von Föching, sagt Franz auf Nachfrage. So bekäme man vor allem die Lastwagen aus dem Ort raus. Zwar habe der vierspurige Ausbau der B 318 eine Verbesserung gebracht, aber: Nach wie vor sei die Trasse durch Föching „eine traditionelle Straße zur Autobahn“. Auch Schmid sieht in der Straße „eine Chance für Föching“. Und auch wenn es momentan keine konkreten Planungen dazu gäbe, so schwebt ihm theoretisch ein Tausch vor: Zunächst wäre die neue Verbindung eine Gemeindestraße, eventuell könne man sie aber als Kreisstraße aufwerten und im Gegenzug dazu die Föchinger Kreisstraße zur Gemeindestraße abstufen. Der Vorteil: So könnte die Kommune innerörtliche Maßnahmen wie Tempo 30 leichter durchsetzen. „Auch baulich könnten wir die Straße verjüngen“, meint Schmid.

Richtig nötig würde die neue Trasse in Schmids Augen aber erst durch eine Erweiterung des Gewerbegebiets Nord. Hier sei aktuell nichts geplant. Doch ganz abgeschlossen scheint das Thema offenbar nicht. Denn Franz berichtet, dass einige Firmen Interesse an einer Weiterentwicklung geäußert hätten. „Trotz Corona“, sagt er. Damit diese mangels Platz nicht abwandern – etwa zum nahen Warngauer Gewerbegebiet Birkerfeld, das erweitert werden soll – müsse man Lösungen finden. Und eventuell darüber nachdenken, die Fläche „peu à peu zu befüllen“. Eine Gewerbepolitik hält er für angebracht.

„Leute erklären uns für verrückt“

Für die Grünen wären weder eine Erweiterung des Gewerbegebiets noch die neue Straße eine Option, erklärt stellvertretender Fraktionschef Robert Wiechmann. Schmids Vorgänger Olaf von Löwis (CSU) habe die Straße nicht weiterverfolgt. „Weil es dafür keine Mehrheit im Gemeinderat gab.“ Die Grünen sehen bis heute „keinen sachlichen Grund für die Verbindung“. Inzwischen gebe es den vierspurigen Ausbau der B 318. „Die beiden Gewerbegebiete sind also schon verbunden“, sagt er. „Wenn wir jetzt ein paar hundert Meter weiter eine weitere Straße bauen würden, erklären uns die Leute für verrückt.“ Auch die paar Minuten Zeitgewinn für den Ortsbus würden das nicht aufwiegen.

Einer Erweiterung des Gewerbegebiets Nord – Richtung Bahngleise gäbe es noch Kapazitäten – würden die Grünen nicht zustimmen, betont Wiechmann. Vor allem wegen der Folgen, die bereits das jetzige Gewerbegebiet mit sich bringe: Die Mitarbeiter der neu angesiedelten Firmen bräuchten Wohnraum, auch mehr Kindergarten- und Schulplätze müssten her. So eine große Hausnummer wie das Gewerbegebiet – das wider Erwarten schnell gewachsen sei – müsse eine Gemeinde „erst mal verdauen“. Außerdem gelte es, auch für nachfolgende Generationen Spielraum zu lassen.

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