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Beliebt: Bereits 48 Kunden haben sich fürs E-Auto registriert. Bürgermeister Olaf von Löwis zeigt, wie man es entsperrt.

Gemeinde zufrieden mit Start

E-Auto-Leihe kommt ins Rollen: So viele Nutzer haben sich beim E-Carsharing registriert

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Das E-Carsharing in Holzkirchen nimmt Fahrt auf: Seit Dezember können sich Bürger gegen Gebühr ein E-Auto ausleihen. Die Anmeldezahlen stimmen die Marktgemeinde optimistisch

Holzkirchen – Seit einem Monat können sich die Holzkirchner ein E-Auto ausleihen. Der strombetriebene Flitzer, ein Renault Zoe, parkt am Rathaus. Das E-Carsharing-Konzept ist denkbar einfach: registrieren, einsteigen, losfahren. Doch wie nehmen die Kunden das Angebot an?

„Sehr gut“, findet Rathaussprecherin Ewgenia Sabransky: „Wir verzeichnen täglich mehrere Anmeldungen am Bürgerservice.“ Bislang haben sich demnach 48 Interessierte registriert. Wer sich das Auto leihen möchte, meldet sich zunächst auf der Homepage der Firma E-Wald an, mit der die Marktgemeinde kooperiert. Mit dem ausgedruckten Vertrag holt man sich im Rathaus die Key-Card ab, die das Auto entsperrt und über die abgerechnet wird.

Von den 48 registrierten Kunden haben sich jedoch noch nicht alle für eine umweltschonende Spritztour hinters Lenkrad gesetzt. Laut Sabransky wurde der Renault im Dezember 16 Mal gebucht. Gesamtfahrstrecke: 359 Kilometer.

Eine Resonanz, die ganz nach dem Geschmack der Marktgemeinde sein dürfte. „Wir haben uns für den Start bewusst den Winter ausgesucht, um eine Probezeit zu haben und womöglich einem Riesenansturm zu entgehen“, erklärte Bürgermeister Olaf von Löwis, als er das Auto in Empfang nahm. Die Idee: In den verschneiten Monaten kommen weniger auf das Angebot zurück, so können sich Abläufe und technischen Systeme einspielen.

Freilich, die Gemeinde hätte bis zum Frühjahr warten können. Immerhin steht ab Ende März, so der Plan, mit dem Nissan Leaf das Wunschauto zur Verfügung. Und verzögert hatte sich das Projekt ja eh schon. Ein Renault Zoe parkte seit vorigem Frühsommer am Rathaus. Nur verleihen konnte ihn die Verwaltung nicht. Der Datenschutz torpedierte bekanntlich einen früheren Starttermin. Also entschied man sich für den Start im Dezember mit einem Interimsmodell. „Wir wollten nicht bis nach Weihnachten warten, nachdem es ohnehin so lange gedauert hat“, sagte Löwis.

Nach „ersten Anlaufschwierigkeiten“, sagt Sabransky, ist man mit der Entwicklung des Projekts „außerordentlich zufrieden“. Bislang seien nur kleinere Fragen seitens der Nutzer aufgetaucht. Was macht zum Beispiel ein Kunde, der unterwegs ist und sich verspätet? Derjenige hat zwei Optionen: Über die App kann er einfach eine weitere Stunde buchen. Das Problem: Ein etwaiger Nachbucher bekommt nicht Bescheid. Deswegen empfiehlt das Rathaus, bei der Service-Hotline von E-Wald anzurufen. Die Mitarbeiter informieren den Wartenden.

Nach einem Monat E-Carsharing in Holzkirchen zieht Rathaussprecherin Sabransky also eine erste, positive Bilanz: „Erfreulicherweise ist das Projekt wie erhofft gestartet.“ Damit sich möglichst viele Holzkirchner beteiligen, animiert die Marktgemeinde mit kostenlosen Key-Cards, die sie an die ersten 100 angemeldeten Nutzer verteilt. Und bislang haben sich ja erst 48 registriert.

Die Kosten

Die einmalige Gebühr für die Key-Card beträgt 6 Euro. Für jede Stunde zahlt der Nutzer 6,99 Euro, für den gesamten Tag 45 Euro. Pro Buchung sind 300 Kilometer inklusive, jeder weitere kostet 15 Cent.

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