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Gut besucht war die Ehrenamtsmesse am Samstag in Holzkirchner Oberbräu-Saal. Etwa 300 Bürger informierten sich an den Ständen von über 30 Vereinen und Organisationen.

Ehrenamtsmesse im Oberbräu-Festsaal

Engagement hat viele Gesichter

Holzkirchen - Ehrenamtliches Engagement macht glücklich und gesund. Das ergab eine Studie der Humboldt-Universität in Berlin. Dass es noch viele weitere Argumente gibt, ein Ehrenamt zu übernehmen, das zeigten am Samstag die Aussteller der 1. Ehrenamtsmesse im Oberbräu-Festsaal.

Die Projektgruppe „Holzkirchen engagiert“ der Holzkirchner Bürgerstiftung, die die Messe organisierte, verfolgte zwei Ziele: Einmal bekamen rund 30 Vereine, Organisationen und Initiativen ein schönes Forum, neue ehrenamtliche Mitstreiter zu finden. Und zweitens sollten sich die Vereine auch untereinander vernetzen. Trotz des schönen Wetters kamen rund 300 Interessierte in den Saal.

Bürgermeister Olaf von Löwis verdeutlichte in seiner Eröffnungsrede, wie wichtig das Ehrenamt für Holzkirchen sei. „Ohne diese Hilfe der Mitbürger würde unsere Gesellschaft nicht funktionieren.“ Gerade die aktuellen Anforderungen durch den Ansturm von Asylbewerbern seien hoch und würden vom ehrenamtlichen Helferkreis Asyl bestens gemeistert. „Die beste Antwort auf Pegida“, betonte Löwis. 

An den 31 Ständen fand ein reger Austausch statt. Gisela Hermann vom BRK-Kleiderladen hoffte auf neue Mitarbeiter. „Es ist nicht so einfach, sich zu engagieren. Das bedeutet, einen festen Platz zu haben, zuverlässig zu sein – und das alles ohne Lohn.“ 

Der Tierschutzverein Holzkirchen kontrolliert Tierhaltung und berät bei Problemen mit Tieren. Vorsitzende Barbara Meder freute sich über viele Interessenten. „Wir haben zwar 100 Mitglieder, aber nur wenige sind aktiv.“ Ein Verein, den nicht viele Holzkirchner kennen, ist die Geschichts-AG Holzkirchen. Eine Handvoll Mitglieder erforscht engagiert die Geschichte Holzkirchens. Es gab sogar schon archäologische Funde, zuletzt ein Erntemesser aus der Zeit um 3500 vor Christus. „Das Bodendenkmalamt hat diesen Fund geschätzt“, erklärt AG-Mitglied Ariane Reinhard. Die kleine Interessensgemeinschaft sucht dringend neue Mitglieder. 

Franz Lutje, Integrationsbeauftragter Holzkirchens, zeigte sich zufrieden mit dem Interesse an der ehrenamtlichen Hilfe für Asylbewerber. „Ich habe viele Gespräche mit Interessenten geführt. Wenn wir nur vier oder fünf neue Mitglieder für unseren Helferkreis gewinnen könnten, wäre das ein schöner Erfolg.“ 

Die Projektkoordination der Ehrenamtsmesse, Sandra Lehmann, freute sich über den regen Austausch zwischen Interessierten und den Vereinen. „Die Aussteller konnten hier ihre eigene Freude transportieren.“ Niemand sollte gleich vor Ort „verhaftet“ werden. „Es ging nur darum, sich zu informieren – ganz ohne Verpflichtung.“ Holzkirchen sei bisher sehr gut ehrenamtlich ausgestattet. Aber generell könne es nie genug Mitarbeiter geben, ist sich Lehmann sicher. 

Auf der großen Bühne stellten Vereine und Organisationen ihre Projekte vor. In den Pausen spielte die Band Afasia, ein Musikprojekt von Haushamer, syrischen und afrikanischen Künstlern.

Wer keine Zeit hatte, die Messe zu besuchen, kann sich unter www.Holzkirchen-engagiert.de informieren oder an einem Dienstag zwischen 10 und 12 Uhr ins JuZ (Marienstraße 4) kommen.

Kathrin Suda

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