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Eins für alle: Carsharing-Modelle – hier ein Modell von „Greenwheels“ – könnten in Holzkirchen dazu führen, weniger Platz für parkende Zweitautos opfern zu müssen.

Carsharing-Modellversuch im Otto-Mair-Ring

Ein Wohnquartier teilt sich ein Elektro-Auto

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Gemeinsam ein Auto nutzen, am besten mit Elektroantrieb – kann das Verkehr verringern und sogar Parkplätze sparen? Die Marktgemeinde Holzkirchen startet dazu einen Carsharing-Modellversuch am Otto-Mair-Ring.

Holzkirchen Das E-Carsharing spannt gleich zwei Trends zusammen: Das Prinzip, sich ein Auto zu teilen, und den emissionsfreien Elektroantrieb. In Tegernsee und Fischbachau wurden erste Projekte dieser Art bereits gestartet, jetzt springt auch der Markt Holzkirchen auf.

Allerdings ist hier eine Spezialform angedacht: Nur die Bewohner des Wohnquartiers am OttoMair-Ring sollen Zugriff auf ein Auto haben, das die Marktgemeinde zur Verfügung stellt. Für das Rathaus ist es eine Art Versuchslabor. „Wir erhoffen uns davon einige Erkenntnisse“, sagt Bürgermeister Olaf von Löwis.

Dabei geht es vor allem um die Frage, ob das Prinzip Carsharing auch städtebaulich neue Chancen eröffnet. Eine Überlegung, für den das Integrierte Mobilitätskonzept der Marktgemeinde den Funken zündete. „Wir überlegen, unsere Stellplatz-Satzung womöglich flexibler zu gestalten“, sagt Löwis.

So könnte ein Bauvorhaben in Bahnhofnähe weniger verpflichtende Parkplätze erfordern als anderswo, weil künftige Bewohner theoretisch lieber den Zug nutzen als sich ein teures Zweitauto anzuschaffen. „So würden wir weniger Platz brauchen für Parkplätze und hätten mehr Spielräume für zusätzliche Wohnungen“, erklärt Löwis.

Abseits von Bahnhöfen könnten Carsharing-Modelle in diese Richtung weisen. „Wir hoffen, dass einige Zweitautos damit überflüssig werden“, sagt Löwis.

Ganz konkret ist das eine Überlegung, wenn das Rathaus demnächst die gemeindlichen Wohnblöcke in der Baumgartenstraße anpackt. Die alten Gemäuer lohnen kaum eine Sanierung, ein Neubau ist angedacht. „Wir sind gefordert, Mobilität dort klug zu gestalten“, sagt der Rathauschef. Funktioniert Carsharing, wäre vielleicht sogar eine teure Tiefgarage verzichtbar.

Ob die Bürger diese Form der Mobilität annehmen, wie viel ihnen das wert ist – das soll sich am Otto-Mair-Ring zeigen. Der Standort ist bewusst gewählt. „Das Mietniveau dort ist mit der Situation in der Baumgartenstraße vergleichbar“, glaubt Löwis.

Ein Partner fürs Projekt ist schon gefunden: Die Mobile Region (MoRe) Oberland, eine Plattform der Bürgerstiftung Energiewende Oberland, soll einen Renault Zoe zur Verfügung stellen. Die Ladestation ist vergleichsweise einfach installiert: Vom Keller führt ein Kabel zu einer kleinen Ladesäule (Wall-Box).

Noch in diesem Jahr soll der Testlauf starten. Wie lange das Projekt läuft, steht nicht fest. Auch die Tarife sind noch nicht festgelegt. In Tegernsee, wo MoRe mit dem E-Werk-Tegernsee zusammenarbeitet, sind fünf Euro pro Stunde fällig. 30 Kilometer sind dabei frei, jeder weitere schlägt mit 15 Cent zu Buche.

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