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Hauptquartier: An der Frühlingstraße ist der Bauhof seit Anfang der 80er Jahre beheimatet. Mittlerweile sind Fahrzeuge und Geräte auf mehrere Standorte verteilt. Ein Umstand, der sich mit dem Umzug ändern soll.

Neuer Standort steht längst fest

Jetzt kommt Bewegung in den Umzug des Bauhofs - eine Anschrift hat er schon mal

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Der Holzkirchner Bauhof soll an die B 318 ziehen. Seit Jahren. Um die Pläne ist es zuletzt aber ruhig geworden. Nun scheint der Umzug voranzukommen.

Holzkirchen – Die beiden Streusalzsilos sind standhafte Vorboten eines Umzugs, der sich seit Jahren hinzieht. Auf dem Areal an der B 318, wo sie stehen, soll sich der Bauhof der Marktgemeinde Holzkirchen ansiedeln. Während der gemeindliche Winterdienst im vergangenen Monat dort bereits für Betrieb sorgte, wenn er seine Streufahrzeuge befüllte, ist es ansonsten ruhig geworden um den Neustandort – besonders, was die Planungen angeht. Zumindest öffentlich sind sie zuletzt nicht diskutiert worden. Das ändert sich nun.

In der nächsten Sitzung des Marktgemeinderats am Dienstag, 26. Februar, ist der Bauhof Thema. Unter anderem, meldet das Rathaus, soll es um die Bedarfsermittlung gehen. Detailfragen zu Kosten, Zeitplan und interne Priorisierung des Projekts beantwortete die Gemeindeverwaltung deswegen nicht.

Inwieweit der bisherige Zeitplan eingehalten werden kann, ist folglich unklar. Bürgermeister Olaf von Löwis visierte die lang gehegte Umsiedlung des Bauhofs ursprünglich vor Ende der kommunalpolitischen Amtszeit, sprich vor März 2020 an. Zwischen sechs und zwölf Millionen Euro sollte der neue Bauhof nach letzten Schätzungen kosten. Am Altstandort, so der Plan, könnte zentrumsnaher Wohnraum entstehen. Ein angenehmer Nebeneffekt.

Den Umzug nötig macht nämlich eigentlich die Situation, der sich der Bauhof derzeit ausgesetzt sieht. Die Gebäude verteilen sich auf mehrere Standorte im Gemeindegebiet. Neben dem Hauptquartier in der Frühlingstraße, Ecke Badgasse, das seit 1983 in Betrieb ist, nutzt das 30-köpfige Team um Leiter Peter Heiß unter anderem Räumlichkeiten Am Ladehof. Die Wege zu Fahrzeugen und Gerätschaften sind für die Mitarbeiter somit lang. An der B 318 als zentralen Standort sollen die versprengten Splitter-Filialen zusammengeführt werden.

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Unter welcher Anschrift der Bauhof künftig zu finden ist, steht inzwischen fest. Der Bauausschuss hat die Straße, die kurz vor der Auffahrt auf die B 318 von der Miesbacher Straße weg in Richtung Marschall führt, jüngst benannt. Sie heißt fortan – so der Gemeinderat der Empfehlung zustimmt – Amalie-Hohenester-Weg. Ein Vorschlag, den Ulrike Küster (Grüne) unterbreitete. Die Namensgeberin wohnte einst in Marschall (siehe unten). Die von der Verwaltung vorgeschlagenen Alternativen – unter anderem Marschaller-Kapellenweg, Am Bauhof oder Bauhofweg – fanden keine Mehrheit.

Eine Anschrift hat der neue Bauhof somit. Fehlt nur noch der neue Bauhof. Solange fristen die Streusalzsilos noch ein einsames Dasein.

Die Namensgeberin

Amalie Hohenester wirkte im 19. Jahrhundert als Wunderheilerin und sogenannte Doktorbäuerin. Sie wurde 1827 geboren und wuchs auf einem Hof in Marschall auf. Später kehrte sie zurück in den Holzkirchner Ortsteil. Dort begann sie gemeinsam mit ihrer Mutter, Kranke aus der Region mit aus Kräutern hergestellten Tinkturen, Salben und Tränken zu behandeln. Zu ihren Patienten zählten später auch Kaiserin Sissi und andere Mitglieder europäischer Königsfamilien. „Sie ist eine kleine Berühmtheit“, sagte Ulrike Küster (Grüne), die nun vorschlug, die Straße, an der der neue Bauhof liegen soll, nach der „nicht unumstrittenen“ Heilerin zu benennen. „Sie war eine sehr autonome Frau, die sich so schnell nichts hat bieten lassen“, sagte Küster. Die Kapelle in Marschall erinnert an Hohenester, eine Glocke hat sie selbst gestiftet.

fp

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HK
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