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Abschied mit Herzschmerz: Albert Raab schließt in wenigen Monaten sein Küchen- und Einrichtungshaus in der Erlkamer Straße.

Gesundheitliche Gründe

Einrichtungshaus macht dicht

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Holzkirchen - Es ist ein Abschied mit Herzschmerz. „Der Entschluss fällt mir schwer, weil ich das alles selbst aufgebaut habe“, sagt Albert Raab. Doch es geht nicht anders. „Aus gesundheitlichen Gründen“, wie er selbst erklärt, gibt der 63-Jährige sein Geschäft, die Wohn- und Küchenkonzepte GmbH, auf. Ende Februar schließt der Laden an der Erlkamerstraße.

Im Jahr 2000 machte sich der gelernte Schreiner Raab aus Wolfratshausen selbstständig und eröffnete mit einem Partner ein Geschäft in der Erlkamerstraße 7. Dort boten die beiden fortan alles rund ums Wohnen an: Küchen, Bäder, Möbel für Schlaf-Ess- oder Wohnzimmer. „Alles querbeet“, sagt Raab. Viel aus Massivholz. Er kooperiert seit jeher mit einigen Herstellern, Sonderanfertigungen realisiert er in einer Werkstatt in Donauwörth.

Vor sieben Jahren dann zog der Laden ein paar Häuser weiter in den jetzigen Standort um. „Seit sechs Jahren bin ich alleine.“ Weil er zu lange alleine an der Front kämpfen musste, wurde es ihm irgendwann zu stressig – er müsse dringend körperlich kürzer treten.

Dass aus der Familie kein Nachfolger in Sicht ist, sei schon lange klar gewesen. Aber auch seine verzweifelte Suche nach einem neuen Partner, der ins Geschäft einsteigt, verlief erfolglos. Selbst Personal konnte er nicht finden. Seiner Meinung liegt das daran, dass die Leute heutzutage sehr viel Wert auf Freizeit legen. „Die erste Frage war immer, wann Feierabend ist“, sagt Raab. So was könne man sich bei einer Montage nicht erlauben, Aufträge müssten zügig erledigt werden. Am Ende stand er ganz alleine da – mit einer Kraft im Büro.

„Ansonsten lief das Geschäft gut“, meint er. Es befinde sich zwar in keiner A- dafür aber in einer B-Lage, in zweiter Reihe sozusagen. Nicht direkt an der Hauptstraße, aber noch in guter Reichweite.

Mit Wohn- und Küchenkonzepte schließt ein weiterer Laden in Holzkirchen. Wie berichtet, machten einige andere Geschäfte im Ortskern – vorwiegend rund um den Oskar-von-Miller-Platz – dicht, größtenteils gibt es Nachfolger.

Viele Inhaber gaben dem Einkaufszentrum HEP sowie dem starken Verkehr die Schuld an den Problemen des Einzelhandels. „Das ist kein Thema bei mir“, versichert Raab. Geärgert hatte er sich heuer im Sommer jedoch über die lange Baustelle an der Münchner Straße für das Fernwärmenetz sowie eine weitere Baustelle an der Erlkamerstraße. Kunden hätten den Weg nicht mehr zu ihm gefunden. „Da war tote Hose.“ Richtig vorgewarnt hätte ihn die Gemeinde nicht, klagt er. „Sonst hätte ich in der Zeit Urlaub genommen.“

Die Immobilie in der Erlkamer Straße gehört Raab nicht selbst, es gebe Gespräche mit Nachmietern. Konkretes könne er dazu momentan nicht sagen. Dafür sendet er eine Botschaft an seine Kunden: „Ich bleibe in der Branche.“ Allerdings möchte er künftig als Angestellter weiterarbeiten, nicht mehr als Selbstständiger. Der Gesundheit zuliebe. (mar)

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