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Sehr alt und plötzlich verschwunden: Schildkröte Gretel verließ Ende Mai ihr Zuhause im Blumenweg, nach 47 Jahren. Die Familie Eiler kann sich das nicht erklären und hofft, dass jemand das Tier findet und es zur Familie und einem Artgenossen zurückbringt.

Familie hofft auf Wiedersehen mit betagtem Haustier

Findet Gretel: Nach 47 Jahren büxt eine Schildkröte aus

  • Marlene Kadach
    vonMarlene Kadach
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47 Jahre lebte die Schildkröte Gretel bei Familie Eiler in Holzkirchen. An einem windigen Tag büxte sie plötzlich aus. Jetzt suchen die Besitzer verzweifelt ihr Haustier. Und versprechen sogar einen Finderlohn.

Holzkirchen – Sie geht mit dem Wind. An einem sehr stürmischen Tag büxt die Gretel einfach aus, nach 47 Jahren Treue. Barbara Eiler sagt zu ihrem Mann: „Heute brauchst du die Gretel nicht im Garten anzubinden.“ Denn bei so einem Wetter verkriecht sich die Schildkröte normalerweise lieber. Doch genau an diesem fatalen Tag Ende Mai ist alles anders. Als Eiler zurück in den Garten kommt, kann die 80-Jährige es kaum glauben: „Plötzlich war die Gretel nicht mehr da.“

Seitdem suchen die Eilers aus der Blumenstraße in Holzkirchen verzweifelt ihre alte Schildkröte. Sie ist spurlos verschwunden. „Wer hat unsere Gretel gesehen?“, fragt Eiler.

Das Tier war ein Geschenk an den Sohn - vor 47 Jahren

Als der Sohn ein Jahr alt HajDenn die Gretel gehört seit 47 Jahren zur Familie. Als Eilers Sohn ein Jahr alt wurde, schenkte sein Onkel ihm die afrikanische Schildkröte. Als Gefährten. „Er hat sich später gut um sie gekümmert“, erzählt Eiler. Heute ist der Sohn 48 Jahre alt. Schon als Gretel zu den Eilers kam, war sie keine junge Dame mehr. Wie alt sie genau ist, weiß kein Mensch. Fest steht: „Sie ist uralt“, sagt ihr Frauchen. Dieses Urteil hatte mal ein Experte gefällt.

Wie auch immer: Die ganze Familie verliebte sich in die graue Schildkröte. „Wir waren alle für die Gretel da.“ Jedes Jahr zwischen Ende Oktober und April pflegte die Gretel, sich in den Winterschlaf zurückzuziehen. Dazu grub sie sich im Garten zwischen Erde, Blättern und Mulch ein. „Wir haben uns immer so gefreut, wenn sie wieder aufgewacht ist“, erzählt Eiler.

Als es der 80-Jährigen noch gesundheitlich besser ging, kniete sie sich oft neben die Gretel auf den Boden und fütterte sie mit Banane. „Wir haben sie recht verwöhnt“, gesteht Eiler. „Und sie hatte schon ein ordentliches Gewicht.“

Ein Rückzug aus Rücksicht?

Warum die Gretel nach all den schönen Jahren einfach abhaute, kann sich Eiler einfach nicht erklären. Ein bisschen gekränkt ist sie schon. „Wir sind sehr traurig.“ Vielleicht, so vermutet sie, hat die Gretel gemerkt, dass ihr Frauchen nicht mehr ganz so schnell kann wie früher. Ein Rückzug aus Rücksicht.

Auf jeden Fall macht sich Eiler große Sorgen um ihre Schildkröte. Denn die Gretel ist vollständig blind. Wie soll das alte Mädchen da draußen nur zurechtkommen? So ganz allein. Sie ziehe eine lange Schnur hinter sich her. „Vielleicht ist sie irgendwo hängen geblieben“, meint Eiler. Ihre größte Befürchtung: „Hoffentlich wurde sie nicht aus Versehen von einem Bauern im hohen Gras überfahren“, hofft die Holzkirchnerin. „Keine Ahnung, ob sie noch lebt.“ Diese Ungewissheit nagt an ihr.

Telefonnummer stand auf dem Panzer

Doch die Hoffnung stirbt zuletzt. Die Eilers setzen alles darauf, dass ihre Gretel bald wieder auftaucht. „Wir sind wirklich dankbar über jeden Hinweis“, sagt die Seniorin. Sie verspricht sogar einen Finderlohn. Die Gretel habe einen grauen Panzer, sei blind und relativ groß. Wie groß genau, das kann Eiler schlecht beschreiben.

Eigentlich stand die Telefonnummer der Eilers immer auf Gretels Panzer. „Die 66 24 haben wir mal mit einem guten Stift drauf geschrieben.“ Falls das Haustier mal verloren geht. Inzwischen ist die Schrift aber so verblasst, dass man sie kaum noch lesen kann. Die Ziffern sind nach all den Jahren verschwunden – so wie die Gretel selbst.

Wer Gretel gesehen hat, meldet sich bitte bei Familie Eiler unter der Nummer 0 80 24 / 66 24.

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