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Die Tage der Wohncontainer an der Rosenheimer Straße sind gezählt. Vermutlich im Juli werden die Bewohner verlegt, Ende August muss die Fläche frei sein. Die Gemeinde will auf dem Grundstück zusätzliche Kita-Plätze schaffen. 

Gemeinde startet Planungen

Flüchtlings-Container verschwinden:  Platz für eine neue Kita

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Jetzt ist es amtlich: Im Sommer wird die Container-Unterkunft für Flüchtlinge an der Rosenheimer Straße aufgelöst. Die Marktgemeinde bekommt die Fläche zurück – und weiß schon, was sie daraus macht: Eine zusätzliche Kita, die dringend nötig ist. Aktuell fehlen in der Gemeinde 20 bis 30 Betreuungsplätze.

Holzkirchen Die Wohncontainer am Holzkirchner Ortseingang (aus Richtung Föching) gehören zu den frühen Quartieren, die im Landkreis für Asylbewerber eingerichtet wurden. Schon im September 2014 zogen die ersten Bewohner ein. Das Grundstück hatte die Marktgemeinde zur Verfügung gestellt, der Pachtvertrag wurde auf fünf Jahre geschlossen und läuft am 31. August 2019 aus. Mittlerweile steht fest: Der Vertrag wird nicht verlängert, das Landratsamt verteilt die verbliebenen Bewohner auf andere Quartiere.

Für die Gemeinde kommt die frei werdende Fläche wie gerufen. „Wir brauchen dringend Kita-Plätze“, sagt Bürgermeister Olaf von Löwis, „dieses Grundstück bietet beste Chancen.“ Das Konzept liegt auf der Hand: Die unmittelbar angrenzende Kita Kinderland (Krippe, Kindergarten, Hort), die 2016 eröffnete, wird nach Osten erweitert. „Es laufen Gespräche mit dem Betreiber“, sagt Löwis.

Im Prinzip könnte die Aufgabenteilung bei der Erweiterung funktionieren wie beim Altbau: Die Gemeinde baut, das Kinderland pachtet und tritt als Betreiber auf. „Wäre logisch“, findet Löwis. Für diese Lösung spricht der attraktive Raumgewinn: Der neue Platz würde ausschließlich für Gruppenräume zur Verfügung stehen. „Büros und Verwaltungsräume gibt es ja schon im Haupthaus“, sagt Löwis.

Planungsrechtlich erwartet der Rathauschef keine allzu große Hürden. Ein langwieriges Bebauungsplan-Verfahren könne man sich wohl sparen. Allerdings sei mit den Architekten des bestehenden Baus zu sprechen, ob ein Neubau womöglich Urheberrechte verletzt.

Der Bürgermeister wittert hier die schnellste Chance, zusätzliche Kita-Plätze in der Marktgemeinde zu schaffen. „Seitens der Verwaltung werden wir uns richtig ins Zeug legen“, verspricht Löwis. Zuschussanträge stellen, mit dem Betreiber einig werden, die nötigen Beschlüsse im Gemeinderat fassen: „Wir haben keine Zeit zu verlieren.“ Es bestehe durchaus die Chance, die neuen Räume ab Herbst 2020 nutzen zu können. „Ein Wunschtermin und ein sehr ehrgeiziges Ziel“, weiß der Rathauschef, „aber wir versuchen’s.“

Auf jeden Fall will der Rathauschef schneller sein als beim ebenfalls geplanten Kita-Anbau an den Caritas-Hort in der Frühlingsstraße, der sich seit Jahren zieht und wider Erwarten zum Start des Betreuungsjahres 2019/2020 nicht fertig wird.

Bei der Auflösung der Flüchtlings-Wohncontainer, insbesondere bei der Verlegung der Bewohner (wohl im Juli), soll der Helferkreis eingebunden werden, wie Birger Nemitz, Sprecher des Landratsamts, auf Anfrage versichert. „Beim Auszug der Flüchtlinge aus der Traglufthalle fühlten sich manche Helfer überrumpelt“, erinnert sich Löwis, „daraus wollen wir lernen.“

In den Wohncontainern leben aktuell 34 Geflüchtete, insgesamt sind im Landkreis noch 717 Asylbewerber untergebracht. „Ob wir alle 34 innerhalb des Landkreises unterbringen, können wir nicht garantieren“, betont Nemitz; man bemühe sich, besonders gut integrierte Geflüchtete im Landkreis zu halten. „Der Helferkreis kann Unterbringungsvorschläge machen“, sagt Nemitz. Falls dies nicht gelingt, müssen die Flüchtlinge an einem anderen Ort im Regierungsbezirk Oberbayern umziehen.

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