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Breiter Rückhalt: Hinter dem Volksbegehren stehen politische Parteien von Die Linke bis Bayern Partei, Natur- und Tierschützer. In Holzkirchen war ein bunter Mix aus Unterstützern mit Peter Limmer (l.) beim Unterschreiben im Rathaus. 

„Rettet die Bienen“

Gedränge wie am Bienenstock: So viele Holzkirchner haben das Volksbegehren schon unterzeichnet

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Seit einer Woche können sich Unterstützer in die Listen für das Volksbegehren zur Artenvielfalt eintragen. Mit den bisherigen Zahlen sind die Initiatoren zufrieden.

Holzkirchen – Das Holzkirchner Rathaus gleicht an diesem Mittwochmittag einem Bienenstock. Praktisch im Minutentakt schwirren Besucher an. Im selben Rhythmus schwingen die Eingangstüren auf. Deutlich häufiger als es gewöhnlich der Fall ist, bestätigt eine Mitarbeiterin der Verwaltung, als sie einem älteren Herren die Tür aufhält. Der biegt im Inneren gleich links ab, rein in Raum 004. Hier liegen sie, die Listen für das Volksbegehren „Artenvielfalt – Rettet die Bienen“.

Von 11 673 Wahlberechtigten in Holzkirchen haben sich bereits 1200 in die Listen eingetragen (Stand Donnerstagabend). Das vermeldet die Homepage des Volksbegehrens, die in unregelmäßigen Abständen mit Zahlen aus ganz Bayern gespeist wird.

„Bis jetzt läuft‘s gut“, sagt Peter Limmer, Sprecher des lokalen Aktionskreises. „Es merken viele, dass irgendwas falsch läuft.“ Er hegt daher keinen Zweifel, dass Holzkirchen die magischen zehn Prozent knackt. Jene Hürde, die bayernweit fallen muss, um den Gesetzesentwurf in den Landtag zu bringen.

Für die Marktgemeinde hat Limmer aber andere Ziele: „Mit zehn Prozent geben wir uns hier nicht zufrieden.“ Er spekuliert auf bis zu 20 Prozent. Die Rechnung dahinter ist denkbar einfach: Mit einem derart starken Ergebnis in Holzkirchen könnten schwächere Resultate andernorts kompensiert werden. Bloß: Sind 20 Prozent nicht etwas zu ambitioniert? Ganz und gar nicht, findet Limmer.

Das einwohnerstarke Holzkirchen sei, ähnlich wie die Nachbargemeinde Otterfing, politisch grün gefärbt. Außerdem habe die Marktgemeinde bei anderen Volksbegehren (Rauchverbot in Lokalen) in Sachen Unterschriften stets auf den vorderen Rängen rangiert. Eine gute Basis, um Bienen zu retten.

Das Thema kommt an. Das zeigt sich auch am Mittwoch am Holzkirchner Rathaus. Wer den Weg vom Markt nebenan ins Zimmer 004 nicht von selbst findet, bei dem helfen zwei Rathauslotsen am Vormittag sanft nach. Erika Riegel mussten sie nicht überreden. Ihre Unterschrift ist eine aus voller Überzeugung. Was passiert, wenn nichts passiert, hat sie im vorigen Frühjahr und Sommer erlebt. „Wir haben einen sehr naturbelassenen Garten“, erzählt sie im Gespräch mit unserer Zeitung. Wo zuvor Schmetterlinge über die Blumenwiese flatterten und Bienen von Blüte zu Blüte summten, seien es jetzt noch vereinzelte tierische Besucher, die sich in den Garten verirrten. „Die Zahl der Insekten hat rapide nachgelassen“, sagt Riegel und betont: „Es ist wichtig, dass wir dagegen was tun.“

Neben Zuspruch erfährt das überparteiliche Bündnis, das hinter dem Volksbegehren steht, auch Gegenwind; speziell vom Bayerischen Bauernverband (BBV). Den Diskurs findet Limmer richtig und wichtig. Er ruft aber zu mehr Sachlichkeit auf, die aus seiner Sicht zuletzt abhanden kam. „Wir können uns gerne noch eine Woche streiten, aber bitte mit Fakten“, sagt Limmer. Sobald die Frist- verstrichen ist, hofft er eh auf ein konstruktives Miteinander.

Denn selbst wenn der Gesetzesentwurf des Bienen-Bündnisses nicht auf Anhieb durchgeht, muss der Landtag, allen voran CSU und Freie Wähler, die sich gegen das Volksbegehren positioniert haben, einen Gegenentwurf ausarbeiten. „Mit einem laschen Entwurf ziehen sie gegen uns den Kürzeren,“ sagt Limmer. „Und wenn sie mit ihrem Entwurf beim Volksentscheid die Mehrheit bekommen, ist es immer noch besser als bislang.“

Damit es soweit kommt, müssen bis 13. Februar zehn Prozent der Wahlberechtigten im Freistaat das Begehren unterschreiben. Die Rathaustüren stehen jedenfalls auf, am heutigen Donnerstag vielerorts sogar bis 20 Uhr.

fp

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