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Bisher nur für Schulsport zugelassen sind die Freisportanlagen der Holzkirchner Realschule und Quirin-Regler-Grundschule. Gegen den Willen mancher Anwohner plant die Gemeinde jetzt eine Öffnung für den Breitensport.

Schulzentrum an der Probst-Sigl-Straße - Wegen Lärm: Anwohner dagegen

Gemeinde will Sportplatz für alle öffnen

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Holzkirchen - Verlockend liegt sie da, die Schulsportanlage in der Probst-Sigl-Straße. Seit über zehn Jahren darf sie nur den Unterricht genutzt werden – doch das könnte sich ändern.

Im Herbst 2005 war Eröffnung: Die neue Realschule und die zweite Holzkirchner Grundschule, mittlerweile zur Quirin-Regler-Schule getauft, starteten ihren Betrieb. Für den Schulsport war ein üppiges Gelände entstanden – Rasenplatz, Hartplatz und ein Beachvolleyball-Feld. Die Hoffnungen der Gemeinde, die Anlage auch für den Breiten- und Vereinssport nutzen zu dürfen, zerstoben schnell. 

Die angrenzende Wohnbebauung in der Marxbauer- und Zeheterstraße ist als „Allgemeines Wohngebiet“ eingestuft, was mit hohem Lärmschutz-Anspruch verbunden ist. Es wäre laut Bebauungsplan sogar eine massive Lärmschutzwand (3,50 Meter hoch und 60 Meter lang) zur Marxbauerstraße hin nötig geworden. Tatsächlich gebaut wurden nur die Fundamente. 

Gemeinde und Anlieger kamen überein, auf das teure und wenig ästhetische Bauwerk zu verzichten, sofern die Nutzung auf den Schulsport beschränkt bleibt. Das Verbot nagte an vielen Gemeinderäten, zumal in Holzkirchen Sportflächen für Jugendliche Mangelware sind. Eine Lockerung der „Sportanlagen-Lärmschutzverordnung“ vor wenigen Jahren machte der Gemeinde schließlich Mut, einen neuen Anlauf zu starten. 

„Seit zwei Jahren laufen hinter den Kulissen Gespräche mit Anliegern und Landratsamt“, berichtete Bürgermeister Olaf von Löwis (CSU) am Dienstag im Hauptausschuss. Ein Durchbruch sei nicht in Sicht. Bei den Anwohnern gebe es „gemischte Reaktionen“, einige hätten Klagen angekündigt. Die Gemeinde ist jedoch entschlossen, den neuen Spielraum auszuschöpfen. Es wurden Lärmschutzgutachten für verschiedene Varianten bestellt. 

So soll es möglich sein, die Anlage grundsätzlich auch an Wochenenden zu nutzen. Denkbar ist laut Löwis, nur Teile der Anlage (etwa Rasenplatz oder Hartplatz) freizugeben oder die Nutzung auf Jugendliche unter 18 Jahren zu beschränken. Unklar ist, ob Vereinssport zulässig ist. „Wir lassen derzeit einige Varianten berechnen“, sagte Löwis. 

Schon jetzt zeichne sich ab, dass eine erweiterte Nutzung ohne baulichen Lärmschutz und strikte Zeitbegrenzung nicht möglich ist. Im Gespräch ist eine Lärmschutzwand aus Glas, die Fundamente gibt es ja bereits. „Die wäre aber teuer“, sagt Löwis. Gemeinde und Landratsamt, die Sachaufwandsträger der beiden Schulen, würden sich diese Kosten teilen. Auch das regelmäßige Kontrollieren einer zeitlichen Begrenzung, was zur Auflage gemacht werden könnte, würde wohl etwas kosten. „Vor allem brauchen wir eine Lösung, die juristisch wasserdicht ist“, betonte Löwis. 

Das könne wieder dauern, seufzte CSU-Fraktionssprecher Christoph Schmid im Ausschuss. „Mir ist wichtig, eine maximale öffentliche Nutzung mit minimalem Aufwand zu erreichen.“ Sebastian Franz (CSU) warnte davor, sich nur nach Anwohnern zu richten: „Wir als Gemeinde sind verantwortlich, für die Jugend Raum zu schaffen.“ Es sei „fast eine Schande, dass dieser Platz schon so viele Jahre brach liegt“. 

Josef Sappl sen. (CSU) erinnerte an die Freisportanlage an der Baumgartenstraße, die von der Gemeinde bereits geöffnet wurde: „Für die Anwohner dort wäre die Öffnung einer zweiten Anlage eine Riesenentlastung.“ Hier wie dort sei es wichtig, die strikte Einhaltung der Nutzungszeiten zu kontrollieren. Durchaus Verständnis für die Anlieger zeigte Martina Unverdorben (FWG). „Die Schule läuft oft bis 16 Uhr. Die Leute sagen, dass dort schon jetzt keine wirkliche Ruhe herrscht.“ 

Das Argument ließ Irmi Ammer (SPD) nicht gelten. Die Anwohner hätten immer gewusst, dass sie eine öffentliche Bedarfsfläche zum Nachbarn haben. „Dort hätte damals auch das neue Kreiskrankenhaus hinkommen können mit Tatütata und Hubschraubern.“

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