Nordkorea erneut von Erdbeben erschüttert

Nordkorea erneut von Erdbeben erschüttert
+
Handschlag unter Holzkirchnern: Bürgermeister Olaf von Löwis (l.) und Günther Pichler (DB Station & Service) unterzeichneten eine Grundsatzvereinbarung zur gemeinsamen Neuentwicklung des Bahnhofsquartiers.

Vereinbarung zwischen Gemeinde und DB Station & Service

Gemeinsam den Bahnhof neu erfinden

  • schließen

Ein großer Wurf soll es werden: Marktgemeinde und DB-Tochter Station & Service wollen gemeinsam das Holzkirchner Bahnhofsquartier in weitem Umgriff neu erfinden. Eine gestern unterzeichnete Grundsatzvereinbarung steckt den Fahrplan ab. Bevor 2018 ein Ideenwettbewerb ausgeschrieben wird, müssen beide Partner Vorgaben formulieren.

Holzkirchen Der Bahnhof aus dem letzten Jahrtausend hat ausgedient, jetzt soll sich das zergliederte Areal in eine wohl strukturierte, moderne Mobilitäts-Drehscheibe verwandeln, die zudem Aufenthaltsqualität verspricht. Es mangelt nicht an Ideen: ein großes Kino, ein schönes Café, ein Hotel, vielleicht Büros und ein Parkhaus? Der Holzkirchner Bahnhof gilt als publikumsträchtiger Standort und weckt Sehnsüchte.

„Es ist vieles vorstellbar“, sagte Günther Pichler, Bayernchef der DB Station & Service. Er hatte vor zwei Jahren den Stein ins Rollen gebracht (wir berichteten). Gestern kam er ins Rathaus, um mit Bürgermeister Olaf von Löwis eine gemeinsame Absichtserklärung zu unterschreiben. Denn die schönen Ideen, sie brauchen einen Fahrplan. Die Partner vereinbarten in dem Papier, ihre Flächen zusammenzuwerfen und aus einem Guss überplanen zu lassen. „Wir haben auch die anderen Grundstücksbesitzer informiert“, betonte Löwis.

Zunächst gilt es, Hauaufgaben zu erledigen. Ein Büro muss gefunden werden, das 2018 den Ideenwettbewerb organisiert; am Ende kürt eine Jury drei Siegerentwürfe, deren Inhalte dann in einen Bebauungsplan zu gießen sind. „Wäre schön, wenn wir vor der Kommunalwahl 2020 die Pflöcke eingeschlagen hätten“, wünscht sich Pichler.

Der Wettbewerb solle den Teilnehmern möglichst viel Spielraum lassen, sagte der Bürgermeister. „Es gibt interessante Ideen, festgeschrieben ist aber noch nichts.“ Dennoch müssen die Planer wissen, was sie unbedingt zu berücksichtigen haben. Auf diesen Leistungskatalog wollen sich Gemeinde und Bahn heuer verständigen, „da sind Workshops“ angedacht“, sagt Pichler. Das zu überplanende „Bahnhofsquartier“ greift weit aus, schließt beide Seiten mit ein (samt der geplanten Jugendfreizeit-Meile) und umfasst den Bahnhofsweg bis hinauf zur Baywa-Bebauung.

Im Vordergrund steht die Neuordnung der Verkehrsanbindungen. „Ich träume davon, die Busse direkt an den Bahnsteig andocken zu lassen“, sagte Pichler, „das wäre echte Barrierefreiheit.“ Klar ist, dass der Bahnhofsvorplatz weitgehend „entparkt“ wird; stattdessen soll auf der Ladehofseite ein Parkhaus entstehen, an dessen Bau und Betrieb die BahnPark reges Interesse zeigt, wie Pichler wusste. Die Hauptlast des Pendler-Stroms trägt dann die Nordspange, die sogar einen zusätzlichen Kreisel (Einmündung Ladehof) bekommen könnte.

Dem Fahrrad wird der neue Bahnhof mehr Gewicht beimessen – schon um den motorisierten Binnenverkehr zu reduzieren. Pichler wünscht sich deswegen eine attraktivere Zuwegung vom Ortszentrum. „Wenn wir es schaffen, den Radweg neben dem Gleis über dem Tunnel laufen zu lassen, wäre die gefährliche Kreuzung unten an der Erlkamer Straße beseitigt – und es ginge für die Radler schneller.“

Vor allem Radfahrer würden von einer geplanten zweiten Unterführung im Norden des Bahnhofs profitieren – ein Schlüsselprojekt der Planung. „Zwei Ortsteile bekämen so eine neue Verbindung“, sagte Pichler. Eine gemeinsame Finanzierung sei denkbar, zudem winken staatliche Fördertöpfe.

Auf das Bahnhofsgebäude selber wartet die Abrissbirne. Den Neubau soll ein Investor stemmen. Welche Einzelhändler sich darin oder anderswo im neuen Bahnhofsquartier ansiedeln könnten, muss die Gemeinde festlegen. „Es ist ein Spagat“, sagt Löwis. „Einerseits wollen wir Aufenthaltsqualität schaffen, andererseits das Ortszentrum nicht schwächen.“

Einladend – so vor allem stellt sich Pichler den neuen Holzkirchner Bahnhof vor. „Bisher empfängt Holzkirchen seine Gäste mit viel Teer und Blech“, sagte er. Der neue Bahnhof soll dagegen eine Visitenkarte sein, auf die der Ort stolz sein könne. „Wir wollen etwas ändern“, sagte Pichler, „unsere Unterschriften heute unter der Grundsatz-Vereinbarung waren der Startschuss dafür.“

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Vor Zapfsäulen: Auto geht in Flammen auf
Die Situation war brandgefährlich: An der Autobahn-Raststätte Holzkirchen-Süd an der A8 Richtung Salzburg ist am Freitag gegen 18 Uhr ein Auto in Flammen aufgegangen – …
Vor Zapfsäulen: Auto geht in Flammen auf
„Die Stimmung ist aggressiver geworden“
Wahlplakate werden abgerissen, beschmiert und besprüht: Auch in Holzkirchen hat eine Unsitte traurige Ausmaße angenommen.  
„Die Stimmung ist aggressiver geworden“
Endlich wieder freie Fahrt ins Gewerbegebiet
144 Tage war die Brücke am HEP-Kreisel wegen Bauarbeiten gesperrt. Zahlreiche Anwohner auf den Ausweichrouten litten. Am Freitag wurde sie wieder freigegeben.
Endlich wieder freie Fahrt ins Gewerbegebiet
Warum Valley heimliche Kulturmetropole ist
Die kleine Gemeinde Valley ist die heimliche Kulturmetropole im Landkreis: Hier leben, arbeiten und wirken viele Künstler. Jetzt zeigen sie ihre Werke - bei den …
Warum Valley heimliche Kulturmetropole ist

Kommentare