Der Geo-Lehrpfad besteht aus einer Nord- und einer Südroute. Zum Vergrößern: Oben rechts klicken.
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Der Geo-Lehrpfad besteht aus einer Nord- und einer Südroute. Zum Vergrößern: Oben rechts klicken.

Projekt hofft auf Leader-Förderung

Ein Geo-Lehrpfad für Holzkirchen

  • Bettina Stuhlweißenburg
    vonBettina Stuhlweißenburg
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Ab Sommer 2020 soll ein Lehrpfad auf Holzkirchner Flur an 20 Stationen über geologische und geografische Themen informieren – vorausgesetzt, das nötige Kapital kommt zusammen.

Holzkirchen – Weil die Marktgemeinde eingebettet liegt in eine eiszeitlich geprägte Landschaft, bieten sich beste Voraussetzung für einen solchen Geo-Lehrpfad. Das findet zumindest eine Projektgruppe bestehend aus der Holzkirchner Bürgerstiftung, dem ADFC, der Alpenregion Tegernsee Schliersee (ATS), dem Bund Naturschutz sowie der LMU München und der TU München.

Sie hat deshalb zwei Routen mit insgesamt 20 Standorten entwickelt, die eine Vielzahl geologischer und geomorphologischer Prozesse aufzeigen und deren kulturgeografische Folgewirkungen erläutern sollen. „Holzkirchen liegt genau an der Nahtstelle, an der die vereisten Bereiche in die eisfreien Bereiche übergingen“, erläutert der Holzkirchner Geograf Franz Kestler, der am Lehrstuhl für Physische Geografie und Landnutzungssysteme der LMU forscht.

Die fast 17 Kilometer lange Nordroute sowie die 20 Kilometer lange Südroute richten sich in erster Linie an Radler. Aber auch Wanderer können den geplanten Lehrpfad beschreiten. An jeder Station soll eine Schautafel stehen, die den Lehrpfad-Besuchern jeweils ein Thema erklärt.

Zu den Themen der Nordroute zählt unter anderem der Teufelsgraben, der eine ehemalige Schmelzwasserrinne und wichtig für die Grundwassergewinnung ist. Am Ortsausgang von Roggersdorf soll die spät- bis nacheiszeitliche Vegetationsgeschichte dargestellt werden. Die Südroute thematisiert zum Beispiel rißeiszeitliche Ablagerungen wie den Kogel. Der Hackensee dient hier als Beispiel für einen Moränenstausee, die Kirche in Großhartpenning als Beispiel für einen Bau aus Kalktuff.

Im Ortszentrum von Holzkirchen überschneiden sich die beiden Routen. Am Marktplatz ist eine Übersichtstafel geplant, die den gesamten Lehrpfad vorstellt. Außerdem eine sogenannte Geo-Säule, die unter anderem zeigt, welche Städte auf dem gleichen Breitengrad wie Holzkirchen liegen. Auch die Tobel-Skulptur aus Malm-Kalk hinterm Oberbräu bildet eine Station. Hier wollen die Projektbeteiligten zum Thema Geothermie überleiten – Malmkalk hat als Untergrund eine große Bedeutung für den Erfolg einer Geothermie-Anlage. Beide Routen beginnen am Bahnhof, damit sie auch ohne Auto erreichbar sind. Auch hier ist eine Übersichtstafel geplant.

Auf jeder Schautafel soll ein QR-Code stehen, über den mit dem Smartphone zusätzliche Informationen abgerufen werden können. Dafür will die Projektgruppe eine App entwickeln. Auch eine Homepage zum Themenweg ist geplant.

Die Projektverantwortlichen rechnen mit Gesamtkosten in Höhe von 47 600 Euro. Jede Tafel schlägt mit etwa 800 Euro zu Buche. Darin enthalten sind Material-, Liefer- und Installationskosten. Die didaktisch-inhaltliche Aufbereitung übernimmt das Projektteam zum Nulltarif.

Den Löwenanteil der Kosten will die Projektgruppe mithilfe einer Förderung aus dem Leader-Programm decken. 18 600 Euro schießt der Markt Holzkirchen zu – vorbehaltlich der Leader-Förderung. Das hat der Gemeinderat einstimmig beschlossen. Die Bürgerstiftung beteiligt sich mit 5000 Euro, ADFC und Bund Naturschutz mit jeweils 500 Euro. Außerdem hofft die Projektgruppe, Spenden in Höhe von 3000 Euro sammeln zu können.

Die Zusage der Leader-Förderung steht noch aus. Kommt sie, könnte der Lehrpfad schon kommenden Sommer verwirklicht sein.

Unterstützer gesucht

Wer die Realisierung des Holzkirchner Lehrpfades unterstützen will, kann sich melden per E-Mail an glh@bs-hoki.de.

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