Die bisher größte Einzelspende des Jahres in Höhe von 2500 Euro überreichte Stephan Bader (l.) an Marc Gerster, den Vorsitzenden von „Holzkirchen hilft“.

Anfragen von Bürgern in Not

„Holzkirchen hilft“ bekommt mehr Hilfsanträge - weiterer Anstieg erwartet

  • Christine Merk
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Kurzarbeit, wegfallende 450-Euro-Jobs – etliche Menschen im Landkreis, bekommen die Corona-Krise bereits zu spüren. „Holzkirchen Hilft“ rechnet mit noch mehr Hilfsanträgen.

Holzkirchen – Finanzielle Einbußen wegen Kurzarbeit, wegfallende 450-Euro-Jobs – etliche Menschen im Landkreis Miesbach, bei denen das Geld auch in normalen Zeiten knapp ist, bekommen die Auswirkungen der Corona-Krise bereits bitter zu spüren. Der Verein „Holzkirchen hilft“ registriert vermehrt Anfragen von Frauen und Männern, die nicht mehr über die Runden kommen und nicht wissen, wie sie ihre Miete oder die Einkäufe zahlen können.

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„Holzkirchen hilft“ bekommt mehr Hilfsanträge - weiterer Anstieg erwartet

Besonders betroffen seien Alleinerziehende und immer mehr auch ältere Menschen, berichtet Marc Gerster, Vorsitzender des Vereins. Er rechnet mit einem weiteren Anstieg der Anfragen nach Hilfsleistungen in den kommenden zwölf Monaten und befürchtet: „Aufgrund der wirtschaftlichen Folgen der Covid-19 Krise werden viele, die schon heute gerade mal so über die Runden kommen, in existenzbedrohende Situationen geraten.“

Der Verein „Holzkirchen hilft“ ist für viele nun eine wichtige Anlaufstelle, wo sie sich unbürokratische Unterstützung erhoffen. „Wir helfen – hier vor Ort“, bestätigt Gerster. „Die Spendengelder werden an Bedürftige im Landkreis Miesbach weitergegeben.“ Alle Vorstandsmitglieder und Aktiven des Vereins arbeiteten ehrenamtlich und unentgeltlich. Die Verwaltungskosten seien vergleichsweise niedrig, sodass die Spenden fast komplett für Hilfsleistungen eingesetzt werden könnten.

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Einen großen Unterstützer hat der Verein mit Stephan Bader von der gleichnamigen Steuerkanzlei in Holzkirchen. Bereits im vergangenen Jahr habe er einen größeren Betrag an „Holzkirchen hilft“ überwiesen, berichtet Gerster. Jetzt hat die Corona Krise den Vater von drei Kindern dazu bewogen, nochmals zu spenden: 2500 Euro.

Es sei bisher die „mit Abstand“ größte Einzelspende in diesem Jahr, erklärt Gerster. Bader sagt zu seinen Beweggründen: „Mir war bei der Auswahl der Hilfsorganisation wichtig, dass das Geld Menschen in der näheren Umgebung zu Gute kommt. “ Die Freude bei den Verantwortlichen des Vereins ist groß, könne doch mit dem Geld mehreren Antragstellern geholfen werden.

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