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In seinem Bericht informierte Bürgermeister Olaf von Löwis (r.) über aktuelle Themen aus der Gemeinde.

Sie fordern Familien in neue Traglufthalle aufzunehmen

Bürgerversammlung: Frauen sorgen sich wegen Flüchtlingen

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Holzkirchen - Eine neue Gemeinde-Homepage, ein Imagefilm und ein Landrat aus dem Off: Bei der Holzkirchner Bürgerversammlung war einiges geboten. Rathauschef Olaf von Löwis ging auf Geothermie und Wohnungsbau ein - und auf die Flüchtlingssituation. 

Bürgermeister Olaf von Löwis tritt ans Rednerpult. „Zur Einstimmung gibt’s den neuen Imagefilm“, sagt er. Klassische Musik ertönt, die Kamera zoomt an den Kirchturm von St. Laurentius heran. Dann ziehen idyllische Bilder vorbei: Der Rathaus-Brunnen plätschert, Marktverkäufer packen Obst ein, Kinder schaukeln, Ausflügler stoßen mit einem Holzkirchner Gold an. Am Schluss hängen drei Schwimmer am Beckenrand des Batusa – und halten den Daumen hoch. Das ist das Zeichen, so positiv will sich Holzkirchen präsentieren. Der Film ist auf der neu gestalteten Homepage der Gemeinde zu sehen. „Die ist gestern fertig geworden“, erklärt Löwis und deutet auf die Leinwand, wo der Internetaufrtitt prangt. 

Dies hat Löwis nun bei der Bürgerversammlung gezeigt. Der Oberbräusaal war gut voll. Neben seinem Tätigkeitsbericht standen neun Anträge und zehn Anfragen von Bürgern an. „Ich habe versucht, meinen Bericht so kurz wie möglich zu halten“, schickte Löwis voraus. Er streifte Themen aus der Kommunalpolitik und dem Gemeindeleben. 

Nicht fehlen durfte die Geothermie. Seit Ende Januar drehten sich die Bohrmeißel in den Untergrund, „auf der Suche nach dem heißen Schatz in der Erde“. Inzwischen sei man bei 3050 Metern. „Laut der Fachleute könnte es ab 3000 Meter kritischer werden.“ Der aktuelle Bohrstand stehe auf der Homepage. 

Auch das Dauerbrenner-Thema Verkehr brachte Löwis aufs Tableau. Drei Expertenbüros arbeiten an einem Integrierten Mobilitäts- und Ortsentwicklungskonzept mit. Ziel sei es, „eine Verkehrsberuhigung in Holzkirchen und allen seinen Ortsteilen zu erreichen“. Auch mithilfe eines Bürgergutachtens. Dieses starte in Kürze. „Für den Ortsteil Großhartpenning wird das Planungskonzept zur Beruhigung des Verkehrs auf der Tölzer Straße vorgezogen.“ Im Frühsommer gibt es eine Infoveranstaltung. 

Um den Klassiker Wohnungsbau drehte es sich ebenso. „Im Gemeindegebiet ist es schwer bis nahezu unmöglich, bezahlbare Immobilien zu finden“, bedauerte Löwis. Daher befasse sich der Gemeinderat mit gemeindlichem Wohnungsbau. 

Weitere Projekte seien die Erweiterung des Rathauses sowie die Aussiedlung des Bauhofs an die B 318. Unter anderem ging Löwis auf die neue Kita an der Erich-Kästner-Straße ein, die später als geplant fertig wird, wohl Mitte 2016. 

Dann sprach Löwis über Asylbewerber. Zehn Personen seien anerkannt. Weil weitere folgen, müsse sich die Kommune mit deren Unterbringung auseinandersetzen. 

Außerdem: „Mit Hochdruck bereiten wir uns auf die Traglufthalle vor.“ Genau diese Gemeinschaftsunterkunft für 320 Personen bereitet Bürgerinnen Bauchweh. Elisabeth Tilke schreibt in ihrem Antrag von ihren Bedenken, „wenn sich in Holzkirchen zu viele junge Asylbewerber ansiedeln.“ Als Frau könne man sich nicht mehr alleine auf die Straße trauen. Deshalb fordert sie, Familien aufzunehmen. Auch Verena Müller, die im Moarhölzl oft joggen geht, ist verunsichert. „Welches Sicherheitskonzept hat die Gemeinde für die Flüchtlingsunterkunft?“, heißt es in ihrer Anfrage. 

Weil das Sache des Landratsamts sei, las Löwis die Stellungnahme von Landrat Wolfgang Rzehak vor. Die Traglufthalle sei „keine optimale Lösung“, lässt er ausrichten, aber besser als die Beschlagnahmung von Turnhallen. Es gebe ein Team, das sich um „ein friedliches Miteinander kümmere“, ferner einen Sicherheitsdienst. „Wir führen – speziell mit den jungen Männern – Gespräche über den Umgang mit Frauen in Deutschland.“ Für mehr Infos empfahl Rzehak eine Mitarbeit im Helferkreis. 

Ein Antrag forderte eine verschärfte Verkehrsüberwachung an Behindertenparkplätzen und Feuerwehrzufahrten – die Mehrheit der Anwesenden stimmte dafür, dass der Gemeinderat sich damit beschäftigt. Andere Bürger plagte die Verkehrssituation in der Flinspachstraße, auch eine Verlängerung der Mittagsbetreuung an der Grundschule 1 wurde gefordert – vergeblich. Klaus Müller, von dem einige Anfragen und Anträge stammten, wünschte sich eine Bürgerfragestunde in Gemeinderatssitzungen. Das sei ausgeschlossen, meinte Löwis. 

Gegen 22 Uhr verlieren viele Zuhörer die Geduld, stürmen plötzlich raus. Nach zweieinhalb Stunden Bürgerversammlung fühlen sie sich offenbar genug informiert.

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