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Kulturgenuss mit Abstand: Ingrid Huber und ihr Team haben das Fools-Theater Corona-gerecht bestuhlt. 44 Plätze gibt es, ferner sind die Vorste llungen per Abo auch online zu genießen. 

Nach Corona-Lockerungen

Immer samstags kehrt die Kultur zurück

Andernorts bleiben die Kulturhäuser geschlossen, nicht so in Holzkirchen. Ab 4. Juli gibt‘s immer samstags Programm.

Holzkirchen – „Vorhang auf“ heißt es ab Samstag, 4. Juli, wieder im Holzkirchner Kultur im Oberbräu. Unter dem Motto „Kultur 2.0“ öffnet das Haus nach 17 Wochen Corona-Zwangspause eine erste Bühne und hat dafür nicht nur ein interessantes Programm auf die Beine gestellt, sondern gleichzeitig ein komplettes Konzept erarbeitet, mit dem das Haus – ungeachtet der widrigen Umstände – auch einigermaßen kostendeckend arbeiten möchte. So wird das Juli-Programm auch online erlebbar sein.

44 Plätze im Fools-Theater - und grenzenlos online

„Wir freuen uns sehr, dass wir jetzt wieder loslegen können“ sagt Kulturhaus-Geschäftsführerin Ingrid Huber. Zwar könne man nur ein kleineres Kontingent an Plätzen anbieten, weil der geräumige Festsaal mit nur wenigen Gästen von der Akustik her nicht bespielbar ist. „Ich denke aber, uns ist es gelungen, auf Basis der aktuellen Abstandsregeln eine gute Atmosphäre im Fools zu schaffen“, sagt Huber. Dort sind alle nicht nutzbaren Stühle entfernt und die verbliebenen in Zweiergruppen arrangiert worden. 44 statt 120 Gäste haben noch Platz.

Doch auch wer keinen Platz im Fools-Theater findet, hat die Möglichkeit, sich wieder an Kultur in der Marktgemeinde zu erfreuen – via Internet. Mit Online-Auftritten war das Kultur im Oberbräu in Kooperation mit unserer Zeitung ja auch während des Lockdowns präsent. Gleichzeitig dienten die Vorstellungen ein Stück weit auch dem Ausprobieren, was technisch möglich ist, um Publikum ans Haus zu binden. Nun sollen die aus der Not geborenen Übertragungen das Live-Erlebnis ergänzen. „Mit reduziertem Publikum ist es auch finanziell schwierig“, erläutert Alexander Harlander, warum das Kulturhaus neben Theater-Karten auch Online-Tickets verkauft. Huber: „Ähnlich wie bei Netflix & Co. wird nicht pro Veranstaltung, sondern für das ganze Monatsprogramm bezahlt.“ Zwölf Euro kostet das Online-Abo.

Holzkirchner Kulturhaus mit Übertragung ins Internet bereits geübt

Die Übertragungen während des Lockdowns waren übrigens auch technisch eine Herausforderung. Weil sich weltweit wesentliche Teile des Lebens am Computer abspielten, sei Material so schwer zu besorgen gewesen wie Klopapier und Desinfektionsmittel. Selbst ein einfaches Adapterkabel ist kaum zu bekommen. Das hat das Team gleich bei der ersten Übertragung gemerkt. Nur privat und über viele Ecken konnte es das Problem lösen und Freddy Kempf und „Petterson und Findus“ in die Wohnzimmer bringen.

Ins eingespielte Team aus Künstler, Ton und Licht muss nun auch die Videotechnik integriert werden. Zudem müssen auch die Akteure auf der Bühne – maximal vier sind erlaubt, für die nach wie vor die Eineinhalb-Meter-Abstandsregel gilt – so präsent sein, dass sie nicht nur das Publikum vor Ort mitnehmen. Auch die Kamera muss das Geschehen einfangen können. Diese Umstände bestimmten auch die Planung des Juli-Programms. Diese konnte erst starten, als die Bedingungen so weit klar waren, dass auch der Rahmen des finanziell Möglichen stand. Häufig sei die Politik mit ihren Ankündigungen vorgeprescht, konkrete behördliche Vorgaben seien aber erst mit Verzögerung eingetroffen.

Drei Veranstaltungen jeden Juli-Samstag im Kultur im Oberbräu

Nun aber steht das Programm. „Die Künstler waren alle begeistert von unserem neuen Konzept und haben sofort zugesagt“, freut sich Huber. Wichtig sei es gewesen, alle Altersklassen zu bedienen. So wird jeder Juli-Samstag eine Kombination aus Familienprogramm am Nachmittag und klassischem Abendprogramm sein. Livemusik gibt es dazwischen mit dem Dämmerschoppen.

Eröffnet wird das Holzkirchner Kulturprogramm 2.0 am Samstag, 4. Juli, um 16 Uhr mit Christiane Ahlhelms Theater Kunstdünger und dem wild verzauberten Märchen „Rumpelstilzchen oder Frau Müller spinnt“, am Abend (20 Uhr) spielt Da Oimara Beni Hafner sein Musikkabarett-Programm „Bierle in da Sun“. Dazwischen, von 18 bis 19,30 Uhr, lädt das Duo Bär und Er mit seinen amerikanischen und irischen Songs zum Dämmerschoppen – bei schönem Wetter im Kulturgarten, bei Regen im Kultur-Cafe.

Karten fürs Kulturprogramm gibt es ausschließlich im Vorverkauf, online auf www.kultur-im-oberbraeu.de und werktags zwischen 10 und 14 Uhr unter z 0 80 24 / 47 85 05. Die Tickets kosten acht Euro für das Kinderprogramm und 15 Euro für Abendveranstaltungen. Wer ein Online-Monatsticket (zwölf Euro) hat, bekommt einen Zugangscode zugeschickt und kann sich die Vorstellungen jeweils bis Dienstag ansehen.

Und so geht‘s weiter:

Samstag, 11. Juli: 16 Uhr: Freies Landestheater Bayern: Klassik für Kinder: „Timmy und die Musik in Europa“; 18 Uhr: DJ Chuck Herrmann; 20 Uhr: fastfood theater: Die Kunst der Stunde on stage. 

Samstag, 18. Juli: 16 Uhr: Heinz-Josef Braun & Stefan Murr: „Das bayerische Schneewittchen“, Märchenerzählung mit Musik; 18 Uhr: Duo WisÀWis mit Barbara Gasteiger (Harfe) und Franz Jetzinger (Saxophon); 20 Uhr: Musikkabarett mit Werner Meier und seinem Programm „Nah dran und weit weg“. 

Samstag, 25. Juli: 16 Uhr: Katis Kasperltheater: „Kasperl im Zirkus“; 18 Uhr: Musik, Musik, Musik mit dem Valleyer Urgestein Annemarie Hagn; 20 Uhr: Margreth Außerlechner & Titus Waldenfels: „Brave Frauen brauchen böse Lieder“.

Lesen Sie auch: Südspange Holzkirchen: Nächster Schritt in Sicht.

Auch im Schwimmbad Batusa gehen die Lichter wieder an.

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