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Heiß begehrt: Das Waldstück in der Alten Au hat ein Investor für seine Wellness-Anlage ins Auge gefasst; der Verein Holzkirchner Halle hätte es gerne als Standort für eine Eis- und Mehrzweckhalle. Beide wollen die benachbarte Geothermie nutzen.

In der Alten Au

Investor plant Wellness-Tempel: Das ist tatsächlich dran

  • Florian Prommer
    vonFlorian Prommer
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Ein Investor hat bei der Marktgemeinde ein Konzept für eine Wellness-Anlage in der Alten Au hinterlegt. Sie würde eine Lücke im Holzkirchner Freizeit-Angebot schließen.

Holzkirchen – Heutige Wellness-Anlagen sind regelrechter Erholungstempel: Saunalandschaft, Erholungsbecken, Infrarot-Kabinen, Dampfbäder. Eine Mischung aus Schwitzen und Relaxen. Ein Konzept für eine solche Anlage hat ein Investor bei der Marktgemeinde Holzkirchen vorgelegt. „Vor Jahren schon“, erklärt Bürgermeister Olaf von Löwis nun auf Anfrage. „Er kann sich vorstellen, dass Holzkirchen ein geeigneter Standort wäre.“

Die Pläne seien jedoch „sehr unkonkret“. Seinerzeit habe der Investor nur einige „unverbindliche Zeichnungen“ vorgelegt. Neben einer großen Saunalandschaft waren laut Löwis Thermalbäder und ein Schwimmbecken vorgesehen, ja sogar von einer Eishalle war demnach die Rede. Doch die Pläne sind eingeschlafen, ruhen seither.

Als möglichen Standort hat der Investor ein Areal in der Alten Au ins Auge gefasst. Das Grundstück gehört der Gemeinde. „Seine Idee war: Wir stellen den Grund, er investiert in die Gebäude“, erklärt Löwis. Pikant: Auch der Verein Holzkirchner Halle hat eben jene Fläche für seine Pläne einer Eis- und Mehrzweckhalle ins Auge gefasst. In die Wellness-Anlage wolle der Investor das Thermalwasser der benachbarten Geothermie einspeisen.

Aus technischer Sicht spricht nichts dagegen. Im Gegenteil: Es spricht sogar viel dafür. „Ein optimaler Standort“, bekräftigt Albert Götz, Geschäftsführer der Gemeindewerke und Chef der Geothermie GmbH. Das Aber lässt jedoch nicht lange auf sich warten. „Ich bin nicht sicher, ob die Flächen ausreichen“, räumt Götz ein, der einen Blick auf das Investoren-Konzept geworfen hat.

Bedenken, die auch Bürgermeister Löwis umtreiben. Insbesondere in Verbindung mit einem Eisstadion sei die Konzeption zwar „charmant“, aber zu groß. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass wir eine Fläche in dieser Größenordnung überhaupt finden“, sagt er. Nicht der einzige Punkt, der gegen eine Wellness-Anlage in dieser Dimension spricht: Auf dem konkret angedachten Standort stehe sogenannter Erholungswald. Löwis: „Den kann man nicht einfach abholzen.“ Außerdem gebe es im Umkreis von 65 Kilometern etliche Angebote, wie Löwis auf der Bürgerversammlung anführte, als dort ein Antrag zu diesem Thema behandelt wurde.

Einfach vom Tisch wischen wolle er die Idee aber nicht, sagt Löwis. Die Pläne wurden daher erst kürzlich aus der Schublade geholt, um sie im Sportentwicklungsplan (SEP), den die Marktgemeinde anfertigen lässt, mit einfließen zu lassen. „Wir wollen die verschiedenen Ansätze am Runden Tisch Sport in aller Offenheit diskutieren“, beteuert Löwis. Möglichst bis Ende 2019 sollen Ergebnisse vorliegen.

Nicht nur die Wellness-Pläne in der Alten Au schlagen sich im SEP nieder, sondern auch die Entwürfe für eine Sauna am Batusa, erzählt Gemeindewerke-Chef Götz. Bekanntlich hat ein Architekt schon vor Jahren ein Schwitzbad am Batusa-Standort entworfen. Die Kosten von zwischenzeitlich bis zu fünf Millionen waren aber zu hoch. Es musste abgespeckt werden. Beim aktuellen Betrag stellte Löwis auf der Bürgerversammlung fest – ohne konkrete Zahlen zu nennen –, handle es sich immer noch um einen „großen finanziellen Brocken, der zu stemmen wäre“.

Anders als der Investor wollen die Gemeindewerke „keinen Wellness-Tempel bauen“, wie Götz zuvor bereits betont hat. Doch auch am Batusa soll die Saunalandschaft keine Wünsche offenlassen. Neben dem Baden und Turnen wäre dort dann endlich auch das Saunieren möglich.

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fp

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