Holzkirchner (28) staunt nicht schlecht

Mann findet Geldbeutel - jetzt schämt er sich vor Gericht für das, was er danach tat

Ein Holzkirchner (28) verlor seinen Geldbeutel. Leider wurde dieser von einem wenig ehrlichen Finder entdeckt.

Holzkirchen – Als ehrlicher Finder hat sich ein Reichersbeurer (51) nicht erwiesen, als er im Oktober 2017 in Holzkirchen am Straßenrand den Geldbeutel eines Holzkirchners (28) entdeckte: Drei Monate später beglich er mit der Kreditkarte aus dem Portemonnaie eigene Rechnungen. Das Amtsgericht Miesbach verurteilte ihn nun wegen Unterschlagung, Betrugs und Urkundenfälschung.

Der Reichersbeurer hatte im Januar an einer Tankstelle in München für 67,50 Euro getankt und bezahlte mit der Kreditkarte des Holzkirchners. Rund drei Wochen später führte der Reichersbeurer eine Autowäsche an seinem Wagen durch, tankte und genehmigte sich eine Dose Jack Daniel’s-Cola. Die Kosten in Höhe von 85 Euro zahlte er wieder mit der gefundenen Kreditkarte.

Vor Gericht schämte sich der 51-Jährige sichtlich für seine Taten und gestand diese. „Ich habe einfach Geld gebraucht und dann die Karte benutzt“, sagte der gebürtige Sachse aus. Auf die Frage von Amtsrichter Walter Leitner, warum er den Geldbeutel nicht im Fundbüro abgegeben habe, erklärte der 51-Jährige: „Ich bin jeden Tag an der Sparkasse vorbeigefahren und habe den Geldbeutel da immer in den Briefkasten werfen wollen, was ich dann allerdings nicht gemacht habe.“ Weshalb, konnte er auch nicht sagen. Immerhin hat er inzwischen den Schaden beglichen und dem Holzkirchner 250 Euro in bar gegeben. Der Holzkirchner bestätigte das, fügte aber hinzu, dass er einen neuen Führerschein – Kostenpunkt: 70 Euro – beantragen musste. Sein Geldbeutel war ihm beim Fahrradfahren aus der Tasche gefallen.

Der Staatsanwalt befand, dass der Angeklagte den Sachverhalt zwar „sauber und schlüssig“ erklärt habe. Nachvollziehbar seien seine Taten aber nicht. Er forderte eine Geldstrafe von 120 Tagessätze à 40 Euro. Der Reichersbeurer zeigte sich verzweifelt – so viel Geld habe er nicht. „Ich war in den Momenten einfach geistig benebelt“, erklärte er mit hängendem Kopf.

Richter Leitner verurteilte den 51-Jährigen zu 90 Tagessätzen à 35 Euro. „In dem Geldbeutel waren wichtige Dokumente“, erklärte Leitner. „Die wieder zu beantragen, war ein hoher Aufwand.“ Die Strafe taucht noch nicht im Führungszeugnis auf, da der Mann bislang nicht vorbestraft war. „Aber“, warnte Leitner: „Bei der kleinsten Kleinigkeit, die Sie noch begehen, stehen sie drin.“

Zum Glück gibt es auch ehrliche Finder. So wie am Mittwoch in Bad Tölz, wo ein Mann 1200 Euro - in bar - verlor und sich riesig freute, als er zur Polizei kam. Wir haben mit dem Finder gesprochen.

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hph

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa / Marc Müller

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