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An der Haidstraße wird es dem TuS zu eng.

Viele Vereine hätten Bedarf

Holzkirchen lässt jetzt Fachbüro klären, welche Sportstätten wirklich gebraucht werden

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    Julia Pawlovsky
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Welche Sportstätten braucht Holzkirchen? Wo hat ein Eisstadion Sinn, wo sollen Fußballer kicken? Ein „Sportenwicklungsplan“, erstellt von einem Fachbüro, soll das klären. Bis dahin kriegt niemand was.

Holzkirchen – Der Druck wächst. Die Fußballer des TuS Holzkirchen und die Eissportler freuen sich über wachsende Jugendabteilungen. Der Andrang ist so groß, dass die bestehenden Sportstätten qualitativ und quantitativ an Kapazitätsgrenzen stoßen; zudem liegen sowohl Fußballplatz (Haidstraße) als auch Eisstadion (Thanner Straße) in Wohngebieten, was lärmtechnisch nicht die beste Aufstellung ermöglicht.

Während die Fußballer mit einer Aussiedlung an die Nordspange liebäugeln, wünscht sich der Förderverein Holzkirchner Eishalle eine Mehrzweckhalle in der Alten Au (wir berichteten).

Die Gemeinde bremste jetzt jedoch die Pferde ein: Ein Runder Tisch Sportstätten wurde ins Leben gerufen, mit allen Vereinen und den Schulen. „Uns ist wichtig, den gesamten Sport ins Boot zu holen“, sagt Bürgermeister Olaf von Löwis. „Wir haben begrenzte Flächen und Geldmittel, das Thema muss fair und gesamtheitlich betrachtet werden.“

Nach einem Beschnuppern vor der Sommerpause traf sich der Runde Tisch jetzt zur ersten Arbeitssitzung. „Quasi der Anstoß“, sagt Löwis. Neun Vereine kamen; dazu waren alle Fraktionen vertreten, Städteplanerin Manuela Skorka und Vertreter der Schulen. Viermal im Jahr soll das Gremium tagen und Empfehlungen an den Gemeinderat aussprechen. Die erste Empfehlung kam prompt: Der Gemeinderat möge einen Sportentwicklungsplan in Auftrag geben.

„Sport in Holzkirchen war bisher dem Zufall überlassen und von der Schullandschaft geprägt“, sagt Löwis, „wir wollen jetzt Struktur reinbringen.“ Ein Fachbüro soll das Angebot erfassen, Bedürfnisse abfragen und Möglichkeiten aufzeigen, wie sich der Bau von Sportstätten umsetzen lässt, ausdrücklich in Verbindung mit Nachbarkommunen und Schulen. Den Bau einer möglichen Südspange sollen die Planer mit im Blick haben. „Und private Grundstücke werden nur überplant, wenn die Besitzer einverstanden sind.“

Lesen Sie auch den Contra-Kommentar von Andreas Höger zum Thema.

Ergebnisse erwartet sich der Runde Tisch möglichst bis Ende 2019. Dann sollte klar sein, ob eher eine große Lösung an einem Standort anzupeilen ist oder doch die Verteilung auf zwei, drei Sport-„Cluster“. Löwis erhofft sich zudem Erkenntnisse über Kosten und dämpft schon jetzt die Erwartungen. „Angesichts unserer Pflichtaufgaben dürfte es schwierig sein, größere Summen für neue Sportstätten auszugeben.“

Was die Untersuchung selbst kostet, ist laut Löwis noch unklar. „Wir werden Angebote einholen.“

Lesen Sie auch den Pro-Kommentar zum Thema von Sportredakteurin Julia Pawlovsky.

Als Moderator am Runden Tisch fungiert Sportreferent Jörg Wedekind, der sich über das erste Ergebnis freut. „Ein Zeichen, dass der Runde Tisch nicht nur eine Labber-Truppe ist.“ Wedekind hofft, dass der Gemeinderat den Sportentwicklungsplan absegnet. „Es muss eine politische Willenserklärung kommen, dass wir mittelfristig etwas machen wollen. Es ist eine Chance für Holzkirchen.“

Als grundsätzlich positiv empfand Christiane Utz vom TuS Holzkirchen die erste Sitzung. „Es ist wichtig, dass was gemacht wird“, sagt die Geschäftsführerin des größten Sportvereins im Landkreis, die sich konkretere Zusagen der Gemeinde gewünscht hätte. „Ich hoffe, dass am Ball geblieben wird.“

Auch der Förderverein Holzkirchner Halle sitzt mit am Tisch, sieht aber die eigenen Pläne in der Alten Au ausgebremst. „Wir brauchen erst mal kein Geld, sondern die Zusicherung für ein Grundstück, das wir überplanen können“, sagt Vorsitzender Josef Wochinger. Das kann Löwis aber nicht zusagen. „Ebenso wenig kann die Gemeinde versprechen, dass das Geld aus einem möglichen Verkauf des alten Eisstadions für den Bau eines neuen Stadions reserviert wird“, sagt Löwis, „Pflichtaufgaben haben immer Vorrang.“

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