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Landhaus in der Au

Zwangsversteigerung soll Altlasten beseitigen 

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Holzkirchen - Es klingt paradox: Eine Zwangsversteigerung soll den Betrieb des Holzkirchner Pflegeheims „Landhaus an der Au“ endgültig auf solide Füße stellen und von Altlasten befreien.

Der Betrieb (50 Betten) läuft laut Heimleiter Dominik Böing zwar seit Jahren problemlos, seit fünf Jahren zieht sich jedoch ein „vorläufiges Insolvenzverfahren“. Es sei nicht gelungen, sagt Böing, mit dem Erbauer und späteren Mitgesellschafter Rudolf Rapp eine Einigung zu erzielen, um dessen Namen aus dem Grundbuch zu tilgen. 

Das soll nunmehr im Zuge einer Zwangsversteigerung erfolgen, die für Juni terminiert ist. Geplant ist, dass ein Holzkirchner Geschäftsmann, der 2013 das Gros der Verbindlichkeiten übernahm (wir berichteten) und als Grundschuld-Gläubiger jetzt offiziell die Zwangsversteigerung betreibt, die Immobilie an der Austraße selbst erwirbt – samt eines Erbbaurechts auf einem benachbarten, unbebauten Grundstück. Der Verkehrswert ist auf insgesamt 2,475 Millionen Euro festgesetzt.

Auch Insolvenzverwalter Michael George hofft, dass das Vorhaben gelingt: „Es könnte der letzte Akt der Sanierung sein, dann wäre das Verfahren abgeschlossen.“ Die Zwangsversteigerung würde die letzten, theoretischen Ansprüche Rapps erledigen. „Leider hat sich mit ihm keine gütliche Einigung ergeben“, sagt Böing. 

Rapp hatte das Gebäude 1993 auf einem Erbbau-Grundstück errichtet und fungierte neben dem Grundstücksbesitzer (Familie Hohenadl) als Gesellschafter einer GmbH & Co.KG, die 1997 das Heim für überteuerte 14 Millionen Mark übernahm. Als Mitgesellschafter stieg Betreiber Dietmar Böing ein. Rapp schied 1999, nach einer Insolvenz, aus der Gesellschaft aus. Als Rapps Gläubiger Ansprüche an die KG geltend machten und die Bank der KG so Probleme bekam, ihren im Grundbuch verbrieften Kredit zu verkaufen, schlitterte die KG unversehens in die vorläufige Insolvenz.

2012 starb Böing, sein Sohn Dominik übernahm. 2013 kaufte ein Fonds aus Zypern die Forderungen, der diese wiederum an den Holzkirchner Geschäftsmann weiterveräußerte. Böing organisiert den Betrieb seitdem über eine Auffanggesellschaft.

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