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Treffen und Verhandeln: Im Festsaal des Kultur im Oberbräu kamen Firmen und Ehrenamtliche unter der Schirmherrschaft von Olaf von Löwis (am Mikro) – hier im Gespräch mit Jan Wiecken vom Bayerischen Rundfunk – zusammen und schlossen Vereinbarungen.

2400 Stunden Arbeit versprochen

Holzkirchen: Marktplatz Gute Geschäfte - ethischer einwandfreier Handel

Zum zweiten Mal haben sich Unternehmen mit gemeinnützige Organisationen getroffen, um Geschäfte einzugehen - ohne, dass dabei ein Euro fließt. Davon profitieren alle.

Holzkirchen – Zum zweiten Mal haben sich jetzt Unternehmen aus dem Landkreis mit gemeinnützige Organisationen getroffen, um Gegengeschäfte einzugehen. Wohlgemerkt: Geld fließt dabei keines. Es geht um gegenseitige Unterstützung mit Know-How und Zeit. Mit dem „Marktplatz Gute Geschäfte“ lockte die Standortmarketing Gesellschaft Landkreis Miesbach (SMG) heuer zahlreiche Interessierte in den Festsaal des Kultur im Oberbräu in Holzkirchen, 59 Vereinbarungen wurden geschlossen mit einem Umfang von 2400 Stunden ehrenamtlichem Engagement. Einen Rekord haben die Bienenfreunde Oberland aufgestellt: Sie haben zehn Vereinbarungen geschlossen.

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Holzkirchen: Marktplatz Gute Geschäfte - ethischer einwandfreier Handel

„Es ist so schön zu sehen, dass die Kooperationen von Herzen kommen, wirklich ernst gemeint sind und umgesetzt werden“, sagte Schirmherr Olaf von Löwis, Bürgermeister von Holzkirchen. Er selbst brachte auch verschiedene Angebote aus der Gemeinde mit. „Unsere Rathaus-Mitarbeiter werden beim Ramadama mithelfen.“ Wenn es die Zeit erlaubt, werde er selbst beim Aufräumen dabei sein. Der Bund Naturschutz stellt die Logistik und kümmert sich um die Verpflegung während der Aktion. Mit der Wirtschaftsschule Pasolt Weißauer vereinbarte das Rathaus, dass auch einige Schüler den Ramadama unterstützen und im Gegenzug in der Verwaltung eine Beratung über Arbeitsplätze in der Marktgemeinde erhalten. Löwis: „Ich bin stolz, dass unsere Mitarbeiter uneingeschränkt hinter der Aktion und in ihrer Freizeit für eine gemeinnützige Aktion zur Verfügung stehen.“

Die Bienenfreunde Oberland besiegelten unter anderem Kooperation mit dem ComTeam in Gmund. „Wir stellen unser Grundstück, das immerhin 18 000 Quadratmeter umfasst, für die Bienen zur Verfügung. Eine sehr förderungswürdige Aktion“, findet ComTeam-Chef Jürgen Hecker. Die Bienenfreunde werden auf dem Grundstück Bienenvölker aufstellen und vielleicht auch eine Blumenwiese säen. „Es geht darum, dass die Bienen wieder bestäuben können. Dafür suchen wir dringend große Wiesen- oder Waldgelände“, erklärt der Vorsitzende der Bienenfreunde, Georg Ramgraber.

Annelie Gerken kam extra aus Iffeldorf und unterschrieb mit der Holzkirchner Tauschzeit, vertreten durch Albena Bonev, eine Vereinbarung. „Ich gestalte einen Flyer für die Tauschzeit und im Gegenzug erhalte ich zwölf Stunden des Vereins. Ich kann frei wählen: Massage, Gitarrenunterricht oder Hilfe im Garten“, sagt Gerken.

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Holzkirchen: Marktplatz Gute Geschäfte - alles bleibt unentgeldlich

Wichtig bei allen Tauschgeschäften: Es fließt kein Geld, es geht rein um Gegenleistungen. Aber auch die Vernetzung spielt beim „Marktplatz – Gute Geschäfte“ eine Rolle. „Hierher kommen nur interessierte Menschen, die helfen wollen. Alle profitieren“, sagt Sepp Paul. Der 27-jährige Leiter das FabLab Oberland wird einen Transporter der Firma Streit TGA folieren, im Gegenzug dürfen die Mitglieder des FabLabs eine CNC-Fräse der Firma benutzen. Paul: „Ein guter Tausch. Wir können uns so große Maschinen noch nicht leisten.“

Im Oberbräu-Festsaal besiegelten vier ehrenamtliche Notare die Vereinbarungen. Eine von ihnen war Holzkirchens Zweite Bürgermeisterin Elisabeth Dasch. Die meint: „Eine wirklich gelungene Aktion, die vielversprechend ist, weil langfristige Zusammenarbeiten angepeilt werden. Unternehmer wissen oft gar nicht, was die Vereine leisten.“ Die Organisatorin und Projektleiterin, Regina Schliephake von der SMG zeigt sich mit der Teilnahme sehr zufrieden. „Wir sind glücklich, dass so viele Firmen und Vereine aus dem ganzen Landkreis gekommen sind. Aus dem vergangenen Jahr wissen wir, wie ernst die Partner ihre Geschäfte nehmen. Alle haben ihre Verträge erfüllt. So kann es weitergehen.“

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Von Kathrin Suda

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