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Marktplatz wird Einbahnstraße – vorerst

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Kein Zurück gibt es bald auf der Straße vor dem Rathaus: Sie wird wohl noch im Februar als Einbahnstraße Richtung Herdergarten angeordnet. Ein Zurück gibt es allerdings für die Entscheidung, wenn sie sich nicht bewährt. Für Radfahrer gilt geplante Regelung nicht
Kein Zurück gibt es bald auf der Straße vor dem Rathaus: Sie wird wohl noch im Februar als Einbahnstraße Richtung Herdergarten angeordnet. Ein Zurück gibt es allerdings für die Entscheidung, wenn sie sich nicht bewährt. Für Radfahrer gilt geplante Regelung nicht © STS

Die Straße vor dem Holzkirchner Rathaus wird zur Einbahnstraße. Die Gemeinde erhofft sich davon weniger Verkehr. Doch einige Gemeinderäte sind skeptisch – und fordern, diese Regel auf den Prüfstand zu stellen.

Holzkirchen – Die Straße zwischen Rathaus und Kirche ist künftig nur noch in Richtung Herdergarten befahrbar. Voraussichtlich noch im Februar tritt die Verkehrsanordnung in Kraft. Das setzt voraus, dass es keine Lieferengpässe bei den Straßenschildern gibt, sodass der Bauhof sie zeitnah aufstellen kann. Doch selbst im Fall von Lieferverzögerungen kommt die Einbahnregelung noch vor Ostern. Radler sind davon ausgenommen.

Wie berichtet, arbeiten Gemeinde und interessierte Bürger bereits seit geraumer Zeit an einer anderen Gestaltung des Marktplatzes. Das Bürgerbeteiligungsverfahren hatte gezeigt, dass sich eine Mehrheit einen autofreien Marktplatz wünscht. Auch der von der Gemeinde beauftragte Stadtplaner hatte dazu geraten. Doch zu einem kompletten Wegfall der Straße über den Marktplatz konnte sich die Gemeinde nicht durchringen – unter anderem aus Rücksicht auf die Feuerwehr. Sie will aus Sicherheitsgründen nicht über eine Fußgängerzone einrücken und erachtet einen Umweg über die Frühlingsstraße im Ernstfall als zu riskant, weil er länger dauert.

Einbahnstraße als Kompromiss

Die Einbahnstraße stellt nun einen Kompromiss da. Sie könnte die Zahl von täglich 2100 Autofahrten über den Marktplatz um 600 reduzieren, so die vorläufige verkehrsplanerische Einschätzung. Außerdem brauche eine Einbahnstraße weniger Fläche, weshalb für die spätere Umgestaltung des Marktplatzes mehr Spielraum sei. Gleichzeitig könne die Feuerwehr weiter ungehindert einrücken. Laut Bürgermeister Christoph Schmid (CSU) wäre damit obendrein die zeitaufwendige und gefährliche Situation des Linksabbiegens vom Herdergarten kommend in die Tölzer Straße passé. Soweit die Theorie.

Skepsis bei FWG und CSU

In der Praxis sieht es nach Einschätzung einiger Gemeinderäte anders aus: „Es ist ein Trugschluss, dass wir dadurch weniger Verkehr erreichen“, sagte Hubert Müller (FWG). Jede Rückfahrt sei dann ein Umweg. „Damit vermehren wir den Verkehr.“ Sebastian Franz (CSU) gab zu Bedenken, dass nicht nur das Einrücken, sondern auch das Ausrücken der Feuerwehr gewährleistet sein müsse. „Dafür sind die Alternativstraßen aber zu eng, da muss man auf den Gehweg ausweichen.“

Torsten Hensel (FWG) stellte infrage, dass ein autofreier Marktplatz wirklich Bürgerwunsch sei: „Wir reden immer vom Bürgerbeteiligungsverfahren, aber so wahnsinnig viele Bürger haben sich nicht beteiligt.“ Dem widersprach Schmid. Eine mittlere dreistellige Zahl habe sich beteiligt.

Modellprojekt

Trotz der Vorbehalte beschloss der Orts- und Verkehrsplanungsausschuss in seiner Sitzung am Donnerstagabend einstimmig, eine Einbahnstraße anzuordnen. Vorbereitende Gespräche mit der Polizei hat Schmid offenbar schon geführt. Die Skeptiker stimmten aber nur unter der Prämisse zu, dass die Einbahnstraße „als Modellprojekt“ ausgewiesen wird. Ihre Auswirkungen müssen evaluiert und die Ergebnisse Mitte November im Ausschuss präsentiert werden. „Ich möchte das Wort ,Modellprojekt’ im Beschluss haben“, betonte Sebastian Franz. „Ich bin nicht gegen einen Modellversuch, aber ich bin dagegen, eine Einbahnstraße fest zu installieren.“ Sein Fraktionskollege Hans Dörder ergänzte: „Ich bin skeptisch, aber ich lasse mich gern eines Besseren belehren.“ Martin Quaderer (Grüne) entgegnete: „Ich hoffe, die Bedenken zerstreuen sich. Eine Verkehrsberuhigung erreichen wir nur, wenn Radeln und zu Fuß gehen attraktiver wird, und eine Einbahnstraße macht das attraktiver.“

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