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Das alte Haus ist schon abgerissen: Hier in der Rosenheimer Straße entstehen vier Häuser mit 18 Wohnungen.

Bauausschuss macht Weg frei für zwei große Bauvorhaben 

Nachverdichtung im Zentrum und am Ortsrand bringt über 30 Wohnungen

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Acht neue Häuser mit vermutlich über 30 Wohnungen, dazu zwei Tiefgaragen: Mitten in Holzkirchen sowie am östlichen Ortsrand wird kräftig nachverdichtet. Gleich in seiner ersten Sitzung machte der Bauausschuss des neuen Gemeinderats den Weg frei für zwei Großprojekte.

Holzkirchen – Wohnraum bleibt gefragt, daran kann selbst Corona nichts ändern. Der Ruf speziell nach bezahlbaren Mieten war auch im Holzkirchner Kommunalwahlkampf laut zu hören. Prompt tut sich was, kaum dass der neue Gemeinderat in seine sechsjährige Amtszeit gestartet ist: In der Rosenheimer Straße, nur 150 Meter vom Oskar-von-Miller-Platz entfernt, plant ein Bauträger vier Mehrfamilienhäuser. Der zweite Bauplatz, den der angestammte Grundstückseigentümer selbst verwerten will, liegt direkt am Ortseingang aus Richtung Oberlaindern, gleich nach der Aral-Tankstelle.

Das Vorhaben an der Rosenheimer Straße ist seitens der Gemeinde in trockenen Tüchern. Der Bauausschuss erklärte mit 8:1-Stimmen sein Einvernehmen. Ein Bauträger, der das Areal erworben hat und das alte Bestandsgebäude (Hausnummer 5) bereits abreißen ließ, platziert insgesamt vier Mehrfamilienhäuser mit 18 Wohnungen und einer Gewerbeeinheit.

Baulücke reicht bis zu den Friedhofs-Mauern

Das Anwesen erstreckt sich in zweiter Reihe, derzeit noch als grüne Wiese, bis unmittelbar an die Mauern des alten Holzkirchner Friedhofs. Die in diesem hinteren Bereich geplanten drei Häuser (jeweils 15 mal zehn Meter groß) bieten Platz für je fünf Wohnungen. Das vorne an der Straße geplante Gebäude beschränkt sich auf drei Wohnungen, im Parterre ist darin eine Gewerbeeinheit geplant. „Wir gehen von einem Ladenlokal oder einer Praxis aus“, sagt Bürgermeister Christoph Schmid (CSU) auf Anfrage.

Die Mehrheit im Ausschuss beharrte auf dieser gewerblichen Beimischung. „Das Areal ist als Mischgebiet ausgewiesen, wurde als solches gekauft und soll auch Mischgebiet bleiben“, sagt der Rathauschef. Ein Bebauungsplan-Verfahren sei nicht nötig geworden, so Schmid; planungsrechtlich greife hier der „Einfügungsparagraf“ (§ 34 Baugesetzbuch), der die umliegende Bebauung zum Maßstab nimmt.

Gemeinde erwirbt Grund für breiteren Fußweg

Eine Tiefgarage, deren Zufahrt weiter hinten auf dem Areal liegt, fasst 26 Stellplätze. Oberirdisch sind fünf Parkplätze vorgesehen. „20 Prozent aller Stellplätze müssen immer oben sein“, betonte Schmid. Da diese Nachverdichtung in Bahnhofsnähe stattfinde, hoffe die Gemeinde, dass möglichst viele der künftigen Bewohner auf motorisierten Individualverkehr ganz verzichten können. Verkehrlich nutzte das Rathaus die Gelegenheit, dem Bauträger einen 110 Quadratmeter großen Grundstücksstreifen entlang der Kreisstraße abzukaufen. „Das verschafft uns Optionen, dort den Fußweg zu verbreitern“, sagt Schmid.

Das Vorhaben an der Miesbacher Straße 25 ist noch nicht so weit. Der Grundstücksbesitzer bekam jetzt aber das Signal vom Bauausschuss, dass auf dem 3500 Quadratmeter großen Areal grundsätzlich vier Baukörper denkbar sind. Die Häuser sind, laut Antrag auf Vorbescheid, 18 mal zwölf, 26,50 mal 11,50, 25 mal 11,50 und 22 mal 11,50 Meter groß. Die Abfahrt zur Tiefgarage, die über eine Stichstraße (Zufahrt zum Rauferhof) erfolgt, soll in eines der Häuser integriert werden. Drei der Gebäude stehen nebeneinander, mit den Giebeln zur Miesbacher Straße. „Dafür hat sich unser Marktbaumeister Florens Hintler stark gemacht“, sagt Schmid. Das vierte Gebäude liegt rückwärtig und quer zu den anderen.

Hoffnung auf günstigen Wohnraum

Eine 8:1-Mehrheit im Ausschuss entschied, hier ausschließlich auf Wohnnutzung zu setzen, ohne gewerbliche Teilnutzung – obwohl sich gegenüber ein Autohaus befindet und gleich daneben die Tankstelle. Ein Ladenlokal an der Stelle liege zu weit ab vom Schuss, argumentiert der Bürgermeister. Man setze hier am Ortseingang darauf, dass die geplanten Gebäude als Mehrparteien-Häuser ausgeführt werden. Schmid: „Wir hoffen an dieser Stelle auf Wohnungen, die vergleichsweise günstig zu mieten sind.“

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