Hier wurde der Schleuser entdeckt: Rastanlage Holzkirchen-Süd.
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Hier wurde der Schleuser entdeckt: Rastanlage Holzkirchen-Süd.

Nur eine Flasche Wasser

Tagelang ohne Essen eingesperrt: Polizei stoppt Schleusung auf A8 - Fahrer wusste von nichts

  • Katharina Haase
    vonKatharina Haase
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Ein Lkw-Fahrer an der Raststätte Holzkirchen hatte bei seinem Fahrzeug ein Klopfen vernommen und den Notruf gewählt. Die Polizei kam gerade noch rechtzeitig.

Holzkirchen – Auf der A8 an der Raststätte Holzkirchen Süd ist eine Lkw-Schleusung aufgeflogen. Der Fahrer eines in Bulgarien zugelassenen Lastkraftwagens hatte gerade an der Tank- und Rastanlage Holzkirchen eine Pause einlegen wollte, als er ein deutliches Klopfen hörte. Die Geräusche kamen von seinem Auflieger, der vollständig mit Paletten beladen war. Sofort wählte er den Notruf.

Holzkirchen: Lkw-Schleusung auf A8 gestoppt - Fahrer wusste von nichts

Die Ersthelfer entdeckten schließlich einen Jugendlichen und einen Erwachsenen in dem Gefährt. Sie waren offenbar mehrere Tage lang auf engstem Raum in den Auflieger gesperrt. Eigenen Angaben zufolge handelt es sich um einen 30-jährigen Pakistaner und einen 16-jährigen Afghanen. Beide wurden in die Dienststelle der Bundespolizei nach Rosenheim gebracht und dort zunächst versorgt. Die Migranten schilderten den Ermittlern, dass sie drei Tage lang in dem Auflieger eingesperrt gewesen wären. Sie hätten kein Essen und lediglich je eine Flasche Wasser dabeigehabt.

9000 Euro für Schleusung aus Serbien: Polizei nimmt Ermittlungen auf

Bezahlte Schleuser hätten ihnen in Serbien nachts Zugang zur Ladefläche verschafft und diese anschließend wieder verschlossen. Dem Jugendlichen zufolge habe die organisierte Schleusung allein für ihn 9.000 Euro gekostet. Da das Geld nur geliehen wäre, müsse er baldmöglichst arbeiten, damit die Summe zurückgezahlt werden könne.

Der 50 Jahre alte Fahrer erklärte den Beamten, nichts von dem heimlichen Zustieg mitbekommen zu haben. Sehr wahrscheinlich habe er während dieser Aktion eine Ruhephase eingelegt und geschlafen. Nachdem er gegenüber den Beamten die erforderlichen Angaben gemacht hatte, durfte er seine Tour fortsetzen. Der pakistanische Staatsangehörige wurde nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen einer Aufnahmestelle für Flüchtlinge zugeleitet. Den minderjährigen Afghanen konnte die Bundespolizei der Obhut des Miesbacher Jugendamtes anvertrauen.

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