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Oktoberfest-Bilanz der Autobahnpolizei

Nach der Wiesn: Auf der Heimfahrt sind viele zu schnell

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Die allermeisten Wiesnbesucher wissen, dass Alkohol am Steuer keine Option ist. Drei großangelegte Kontrollen der Autobahnpolizei Holzkirchen legen diesen Schluss nahe, belegen aber auch, dass es traurige Ausreißer gibt - und dass nach der Wiesn oft viel zu schnell gefahren wird.     

Holzkirchen - Das Oktoberfest 2019 ist Geschichte. Das Bier floss wieder in Strömen, aber kaum in die Kehlen der Besucher, die sich anschließend ans Steuer setzen. Drei große Kontrollen der Autobahnpolizei (APS) Holzkirchen an zwei Samstagen (21. und 28. September) sowie am 2. Oktober in der Neubiberger Röhre (A 8) und auf der A 995 ergaben, dass nur etwa ein Prozent (10) aller überprüften Fahrer (insgesamt 1040) mit über 0,5 Promille unterwegs waren.

„Eine erfreulich geringe Beanstandungsquote“, bilanziert Michael Janski, Leiter der APS Holzkirchen. Alkoholbedingt durften zehn der 1040 überprüften Fahrzeugführer nicht mehr weiterfahren. Einzig ein italienischer Wiesnbesucher hatte viel zu viel getankt, er saß mit über 1,1 Promille am Steuer, was als Straftat gewertet wird. Die anderen neun bewegten sich im Bereich oberhalb von 0,5 Promille und müssen ihren Führerschein für einen Monat abgegeben.

Genauso muss ein 22-jähriger Deutscher auf seinen Führerschein verzichten, der unter Einfluss von Betäubungsmitteln hinter dem Steuer saß. Besonders gewitzt hatte ein weiterer Deutscher versucht, sich eine Fahrerlaubnis zu verschaffen; er hatte sich in Frankreich einen gefälschten belgischen Führerschein beschafft, weil er in Deutschland bislang keinen bekommen hat.

Als weiteren „Beifang“ überführten die APS-Wiesnkontrollen einen Autofahrer, gegen den aktuell ein Fahrverbot verhängt ist. Das dennoch vorhandene Dokument wurde beschlagnahmt.

Bei einem 50-jährigen Kroaten stießen die Beamten darauf, dass gegen ihn ein Haftbefehl bestand, den er gegen eine Geldleistung abwenden konnte. Darüber hinaus fanden die Polizisten in einem Fall Betäubungsmittel und in einem anderen ein verbotenes Einhandmesser.

Dazu gesellten sich über 30 einschlägige Beanstandungen bezüglich der Ladungssicherheit. „Da lagen Surfbretter, Kabeltrommeln oder Paletten ungesichert im Wagen“, sagt Janski.

Parallel zu den Sichtkontrollen überwachte die APS die Einhaltung der nächtlichen Geschwindigkeitsbeschränkung auf der Giesinger Autobahn. Hier zeigte sich, dass auffällig viele Fahrer zur Wiesnzeit zwar nüchtern, aber viel zu schnell unterwegs sind.  Von den 3500 gemessenen Autos waren 546 deutlich zu schnell, fuhren also mindestens 101 statt der erlaubten 80 km/h. Will heißen: Jeder siebte Autofahrer gab zu viel Gas.

22 Fahrzeugführer werden neben dem zu leistenden Bußgeld ein Fahrverbot antreten müssen. Trauriger Spitzenreiter war ein Raser, der mit 211 km/h durch die 80er-Zone bretterte. Bei ihm und zwei anderen Fahrern ist der Schein drei Monate weg, die anderen müssen einen Monat auf Autofahren verzichten.

Die APS bekam für die Großkontrollen Unterstützung von anderen Dienstellen. Daneben waren bei zwei Kontrollen auch jeweils vier Polizisten aus Italien eingesetzt,  es handelte sich um Carabinieri und Beamte der Polizia di Stato aus Bozen.

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