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Von der Industriebrache zum Wohnquartier: Auf dem Postbräu-Areal (mittig) sollen die ersten Häuser entstehen, der Hof im Vordergrund weicht. Die Zufahrt erfolgt über die Daisenbergerstraße (rechts daneben). 

Filet-Grundstück

Postbräu-Areal nimmt Form an: Das ist der Stand der Planung

Nach langjährigen Planungen könnte die Bebauung des Postbräu-Areals in Holzkirchen bald schon beginnen. Der Marktgemeinde liegt ein erster Bauantrag vor. So steht‘s um die Planung.

Holzkirchen – Das Postbräu-Areal in Holzkirchen ist ein Grundstück in bester Lage. Seit gut 30 Jahren stehen die alten Brauerei-Gebäude allerdings leer. Seit beinahe einem Jahrzehnt tüftelt die Marktgemeinde daher daran, wie sich die triste Industriebrache zwischen Tegernseer Straße und Thanner Straße in ein attraktives Wohnquartier verwandeln lässt. Die schier unendliche Geschichte neigt sich nun dem Ende zu: Entlang der Daisenbergerstraße sollen die ersten beiden Mehrfamilienhäuser entstehen. Der entsprechende Bauantrag flatterte im Januar ins Rathaus. Der Bauausschuss stimmte ihm nun, bei zwei Gegenstimmen der Freien Wähler (FWG), zu.

Die vorgestellten Pläne sehen 28 Wohneinheiten vor. Drei mehr als in dem im Juli 2018 genehmigten Vorbescheid. Eine geringfügige, aber vertretbare Überschreitung, urteilte eine Mitarbeiterin des Bauamts in der Sitzung. Die Baukörper ordnen sich parallel zur Daisenbergerstraße an. Das kleinere Mehrfamilienhaus mit sechs Wohneinheiten (20 auf 14 Meter) liegt südlich des Wendehammers; das größere Objekt mit 22 Wohnungen (42 auf 14 Meter) nördlich davon. Die Zufahrt zur Tiefgarage, in der der Großteil der Stellplätze untergebracht wird, liegt zwischen den beiden Gebäuden. Die übrigen 15 Stellplätze weist der Bauwerber oberirdisch nach.

Während die Pläne weitestgehend mit dem gültigen Bebauungsplan Nummer 40 übereinstimmten, gab es laut Bauverwaltung ein paar kleinere Abweichungen. Welche vertretbarer Natur wie das Satteldach auf der Tiefgarageneinfahrt, das sich optisch besser einfügt und keinen Schatten wirft. Aber eben auch welche, wo nachjustiert werden muss (Anzahl der zu pflanzenden Bäume und der Belag des Rad- und Fußwegs). Alles in allem, befand CSU-Fraktionschef Christoph Schmid, seien das „Änderungen, mit denen ich gut leben kann“. Sein Urteil: „Der Wohnraum ist zu begrüßen.“

Ganz genauso sah das Dritter Bürgermeister Robert Wiechmann (Grüne), der die angedachte Bebauung als eine „Aufwertung für den Ortskern“ wertete. Ein Projekt, das die Gemeinde aus seiner Sicht schon zu lange mit sich rumschleppt. „Das begleitet mich, seit ich im Gemeinderat sitze“, sagte Wiechmann, seit 2008 für die Grünen im Gremium. Entsprechend freue er sich sehr, „dass das Areal ein Gesicht annimmt“.

In die Jubel-Arien stimmte Martin Taubenberger, FWG, nicht ein. Im Gegenteil: „Unsere Meinung“, sagte er stellvertretend für seine Fraktion, „hat sich nicht geändert – wir lehnen es ab“. Und das aus einem altbekannten Grund: „Die Erschließung ist eine Katastrophe“, schimpfte er. Die Zufahrt erfolgt über die Daisenbergerstraße.Aufgrund der oft geforderten, aber fehlenden Querverbindung zur äußeren Tegernseer Straße (beim Rewe) haben bereits in der Vergangenheit Gemeinderäte verschiedener Fraktionen ein mögliches Verkehrschaos angemahnt.

Letztlich stimmten die beiden FWG-Gemeinderäte Taubenberger und Martina Unverdorben als Einzige gegen den Bauantrag. Dieser wird zur Abstimmung nun dem Marktgemeinderat vorgelegt.

Es ist der nächste Schritt hin zum Wohnquartier in Bestlage. Wie berichtet, sieht das Gesamtkonzept, das die Marktgemeinde mit den Besitzern des Postbräu-Areals erarbeitet hat, 100 Wohnungen vor. Die Hälfte plant die Marktgemeinde, in fünf Mehrparteienhäusern an der Thanner Straße selbst zu bauen. Ferne Zukunftsmusik. Bei den Planungen, sagte Josef Walser, Leiter der Bauamts-Verwaltung, komme man nämlich „nicht aus den Puschen“. Bekanntlich will die Gemeinde ihre Pläne erst realisieren, wenn die Zukunft des Eisstadions geklärt ist. Die unendliche Geschichte um das alte Brauerei-Gelände hat also auch noch künftig einige Kapitel zu bieten.

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fp

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