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Alle Reserven sind aufgebraucht: Die Quirin-Regler-Grundschule kann ab 2022 die Räume der Mittagsbetreuung übernehmen. Doch mittelfristig wird das nicht reichen, eine Aufstockung des Gebäudes steht an – so wie es an der benachbarten Oberland-Realschule (hinten) bereits geschehen ist.

Grundschule platzt aus allen Nähten 

Quirin-Regler-Schule: Gemeinde muss wohl bald ein Stockwerk draufsetzen

  • Andreas Höger
    vonAndreas Höger
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Für die akute Raumnot der Quirin-Regler-Grundschule ist eine Lösung in Sicht: Die Mittagsbetreuung zieht aus. 2022 wechselt die Einrichtung der Caritas in die Interims-Container, die während des Neubaus der Mittelschule ohnehin aufgestellt werden müssen. Auf Dauer wird das aber nicht reichen: Die Quirin-Regler-Schule muss aufgestockt werden.

Holzkirchen Zwölf Klassen, 300 Schüler: Die dreizügige Quirin-Regler-Grundschule an der Probst-Sigl-Straße kämpft am Anschlag. „Es ist eng bei uns“, sagt Schulleiterin Sabine Bösl, „wir brauchen dringend Lösungen für unsere Raumproblematik.“ Auch wenn Corona derzeit andere Gesetze schreibt: Im Regelbetrieb drängen sich große Klassen in kleinen Klassenzimmern. Für Fachunterricht oder gar moderne Unterrichtsformen bleiben keine Reserven.

Die Not an der „Quirin-Regler“ ist im Rathaus bekannt, und sie spitzt sich zu. Neue Baugebiete, etwa in der Maitz, dynamisieren den Zuzug von Familien. Der mehrfach eingebrachte Vorschlag von Hubert Müller (FWG), das altersschwache Hartpenninger Schulgebäude als Ausweichquartier zu ertüchtigen, zündete nicht.

Ab 2022 wäre der dringendste Bedarf gedeckt

Stattdessen präsentierte Bürgermeister Christoph Schmid (CSU) jetzt im Gemeinderat eine Lösung, der das Gremium einstimmig folgte: Die Mittagsbetreuung der Caritas wechselt in das „Interims-Gebäude“ (Container), das 2022 für die Mittelschule aufgestellt wird. Damit ist Platz für eine weitere Klasse. Es sei davon auszugehen, so der Bürgermeister, dass der zusätzliche Raum bald benötigt werde. „Das würde den notwendigsten Bedarf decken“, sagt Bösl.

Schön und gut, gab Ulrike Küster (Grüne) in der Sitzung zu Bedenken, „aber die Schule platzt jetzt schon aus allen Nähten. Was machen wir bis 2022?“ Es werde knapp, sagte Schmid, „aber ich denke, wir kommen bis dahin klar.“

Container für Mittelschule werden 30 Monate gebraucht

Das Interimsgebäude für die Mittelschule, das voraussichtlich während des Neubaus in der Baumgartenstraße von 2022 bis 2025, also etwa 30 Monate, in Betrieb sein wird, ist auf 16 Klassen ausgelegt. Die zusätzlichen Räume für die Caritas-Mittagsbetreuung erhöhen die Kosten für die Container um etwa 110 000 Euro.

Wo das Interims-Gebäude mit Mittelschule und Mittagsbetreuung, die auch im Neubau unter einem Dach vereint sein sollen, aufgestellt werden kann, ist noch unklar. „Wir sind am Verhandeln“, sagt Schmid auf Anfrage. Benötigt würden rund 7000 Quadratmeter, idealerweise so nah zur Mittelschule, dass keine Busverbindungen umorganisiert werden müssen.

Aktuelle Informationen zum geplanten Bau der Mittelschule lesen Sie hier

Selbst wenn der Auszug der Mittagsbetreuung die größte Raumnot lindern kann, so fehlt der Quirin-Regler-Schule nach wie vor eine mittelfristige Perspektive. „Könnte eine neue Verteilung der Sprengel zwischen den beiden Holzkirchner Grundschulen helfen?“, schlug Simon Ammer (SPD) vor. Der Bürgermeister winkte ab. Die Grundschule 1 an der Baumgartenstraße habe derzeit zwar etwas kleinere Klassen, verfüge aber genauso wenig über belastbare Reserven. „Eine Sprengeländerung würde uns nicht weiterbringen.“ Schmid weiß aber auch: „Der Druck wird größer.“

Dynamischer Zuzug: Eine der zwei Grundschulen braucht mehr Platz

aiAngesichts neuer Baugebiete an der Maitz und an der Tölzer Straße erwartet Schulleiterin Bösl einen so deutlichen Anstieg der Schülerzahlen, dass die Gemeinde um Anbauten kaum herumkommen werde. „Ohne Erweiterungen bei uns oder an der Grundschule 1 wird es nicht gehen“, prophezeit Bösl, „eine der beiden Schulen muss wachsen.“

Die Grundschule 1 könnte theoretisch vom Neubau der benachbarten Mittelschule profitieren und ab 2025 Reserveräume der Mittelschule belegen. Martina Schweighofer (CSU), Lehrerin an der Mittelschule, rät davon ab: „Die Klassen in der Mittelschule werden größer. Wir werden manchmal teilen müssen.“

Viel spricht dafür, die 2005 eröffnete Quirin-Regler-Schule zu vergrößern, die dafür architektonisch prädestiniert ist. So wie der Landkreis auf die baugleiche, benachbarte Realschule schon vor Jahren ein Stockwerk aufgesetzt hat, wäre dies auch am Grundschul-Bau möglich. „Am besten wir beginnen gleich mit der Planung“, schlug Hubert Müller vor, „denn wie wir wissen, ziehen sich Planungen bei solchen Projekten immer länger als man denkt.“

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