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Bitte gut anketten: Ulrich Meier von der Holzkirchner Polizei hat am Bahnhof jüngst ein Hinweisschild für Radler anbringen lassen. Nur hochwertige Schlösser und richtiges Versperren schrecken Diebe wirkungsvoll ab. 

Polizei empfiehlt gute Schlösser

Radldiebe werden immer frecher: Jede Woche verschwindet ein Fahrrad

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Meist sind Profis am Werk. Schnell erkennen sie, wo Fahrräder leicht zu stehlen sind. Einfache Schlösser knacken sie im Handumdrehen. Fahrraddiebstähle häufen sich in der Region Holzkirchen.  Wie kann man sich schützen?

Holzkirchen „Fahrrad gestohlen“ – solche Meldungen erscheinen im Raum Holzkirchen in auffälliger Regelmäßigkeit. „Das Thema Fahrrad-Kriminalität wird immer wichtiger“, sagt Polizeiobermeister Ulrich Meier, der sich in der Holzkirchner Inspektion um solche Delikte kümmert. 38 gestohlene Fahrräder wurden heuer gemeldet; statistisch verschwindet im Landkreis-Norden damit jede Woche ein Bike. Zum Vergleich: 2017 waren im Dienstbereich 49 Fälle aktenkundig, im Vorjahr waren es 40.

„Wir beobachten momentan allgemein mehr Diebstähle“, sagt Meier. „Es fällt auf, dass darunter mehr ab- oder angeschlossene Fahrräder sind.“ Teure E-Bikes, so Meier, stehen bei Dieben besonders hoch im Kurs. Auch ältere Drahtesel sind aber nicht sicher. „Oft lassen sich die mit wenig Aufwand zu guten Fahrrädern aufmöbeln“, warnt Meier.

Einfache Schlösser knacken Täter in wenigen Sekunden

Täter sind handwerklichGerne schlagen Langfinger am Bahnhof zu. Dort fallen sie nicht sofort auf, als vermeintliche Radbesitzer spähen sie in den Abstellanlagen nach attraktiver Beute. „Das sind bevorzugte Tatorte“, weiß Meier. Nachdem sich jüngst am Holzkirchner Bahnhof die Fälle häuften, platzierte die Polizei dort jetzt sogar Warnschilder.

Man dürfe das handwerkliche Geschick der Täter nicht unterschätzen, warnt der Fahnder. Billige Schlösser öffnen Diebe in wenigen Sekunden. „Sie agieren wie Eigentümer und fahren seelenruhig davon.“ Hochwertige, massive Schlösser dagegen schrecken Täter ab. „Der Zeitansatz beim Knacken der Räder ist entscheidend“, sagt Meier. Er empfiehlt, nicht nur das Vorderrad anzuketten. „Das ist ruckzuck abmontiert und wird hinterlassen. Der Rest ist aber weg.“ Also: Mit Rahmen verketten.

Sicher absperren, das gilt nicht nur für öffentliche Plätze. „Wenn Fahrräder unverschlossen in Carports stehen, ist der Griff danach nicht schwer“, sagt Meier. Einige Banden spähen Wohnbezirke gezielt aus, schrecken auch vor Keller- und Garagenaufbrüchen nicht zurück. Sollte man unbekannte Autos mit fremdem Kennzeichen durch Wohnstraßen schleichen sehen, sei das ein Grund, sich Notizen zu machen oder die Sache kurz mal zu beobachten. „Jeder Geschädigte ist später froh um die Aufmerksamkeit von Nachbarn“, sagt der Holzkirchner Polizist.

Unbedingt die Rahmennummer notieren

Nicht immer, aber laut Meier immer wieder gelingt es der Polizei, Banden oder Einzeltäter zu erwischen. Im Dienstbereich Holzkirchen wurden 2018 drei Verdächtige ermittelt, heuer waren es zwei. „Die Aufklärung gestaltet sich schwierig“, räumt der Fahnder ein, „umso wichtiger sind Hinweise aus der Bevölkerung.“ Verschwindet ein Rad, rät die Polizei immer zu einer Anzeige. „Das erleichtert uns, gewisse Schwerpunkte zu erkennen“, sagt Meier.

Und noch ein Tipp: Speziell Besitzer teurer Räder sind gut beraten, die Rahmen- oder Individualnummer ihres Bikes zu notieren. „Sie ist im Rahmen eingearbeitet, meist unterm Tretlager“, sagt Meier. Diese Nummer, dazu die Kaufquittung und am besten Fotos des Rads leisten den Ermittlern gute Dienste. Werden Diebe geschnappt, kann das Rad damit schnell den wirklichen Besitzern zugeordnet werden.

Wie sich Radfahrer im Landkreis-Norden verbünden, um ihren Interessen mehr Geltung zu verschaffen, lesen Sie hier.

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