Live aus dem Studio: Konrad Buckel stellte den Geschäftsbericht 2019 via Online-Schalte vor.
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Live aus dem Studio: Konrad Buckel stellte den Geschäftsbericht 2019 via Online-Schalte vor.

Vertreterversammlung der Raiffeisenbank

Verspätete Dividende: Ein netter Gruß aus dem Jahr 2019

  • Andreas Höger
    vonAndreas Höger
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Die Dividende ließ coronabedingt auf sich warten, aber jetzt ist sie freigegeben: Die Mitglieder der Raiffeisenbank Holzkirchen-Otterfing profitieren von der guten Bilanz 2019. Bei der digital abgehaltenen Vertreter-Versammlung wurde auch klar, mit welcher Strategie die Bank weiter Erfolg haben will.

Holzkirchen – Ein Sende-Studio mit Vorstand und Aufsichtsrat, die Versammlung digital zugeschaltet, die Abstimmungen online: Die Corona-Pandemie zwang die Raiffeisenbank Holzkirchen-Otterfing zu einer Vertreterversammlung der ungewöhnlichen Art. In digitaler Form fand die für die Genossenschaft wichtige Veranstaltung kurz vor den Weihnachtsfeiertagen statt. Ein professionelles Kamera- und Übertragungsteam wurde engagiert, um die Berichte von Vorstand und Aufsichtsrat in die Wohnzimmer der gewählten Vertreter zu senden und Abstimmungen zu ermöglichen.

Die Pandemie hatte nicht nur die gewohnten Präsenzveranstaltungen verhindert, sondern auch die Ausschüttung der Dividende an die 6700 Mitglieder verzögert. Denn zu Beginn der Pandemie hatte die BaFin (Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht) verfügt, dass angesichts der wirtschaftlichen Unsicherheit bundesweit keine Dividenden ausbezahlt werden dürfen – weder an Aktionäre noch an Genossenschaftsmitglieder.

Das Kreditgeschäft legte 2019 um 6,5 Prozent zu

Jetzt aber konnte die Vertreterversammlung das Geld freigeben. Die Mitglieder erhalten für das Jahr 2019, wie schon für 2018, eine Dividende von fünf Prozent. Der Rest des Bilanzgewinns in Höhe von fast 540 000 Euro stärkt das Eigenkapital. Wie Vorstandsvorsitzender Konrad Buckel ausführte, erhöhte sich die Bilanzsumme gegenüber 2018 um 21 Millionen Euro (plus 5,8 Prozent). Die Kunden überließen der Bank 2019 rund 315 Millionen Euro an Einlagen, das sind 14 Millionen mehr als im Jahr 2018. Das Kreditgeschäft legte um 6,5 Prozent zu. Der stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende Thomas Vellante betonte die solide und umsichtige Geschäftspolitik.

Personell schenken die Vertreter der Führungsriege weiter ihr Vertrauen. Bei den turnusmäßigen Neuwahlen wurde Friederike Gruber als ehrenamtliches Mitglied des Vorstands ebenso wiedergewählt wie die Aufsichtsräte Attila Kárpáty und Josef Sappl senior. Die Amtszeiten laufen jeweils drei Jahre.

Die guten Bilanzen der vergangenen Jahre seien keine Selbstläufer, betonte Vorstandssprecher Buckel. Das anhaltend niedrige Zinsniveau und die Unwägbarkeiten der Pandemie seien „sehr herausfordernd“.

„Uns ist nicht egal, was mit unserem Geld passiert“

Die Regionalbank aus dem Landkreis-Norden setzt dabei auf ein langfristiges Alleinstellungsmerkmal, das ihr zusehends überregionale Aufmerksamkeit beschert: Nachhaltige Geldpolitik. „Uns ist nicht egal, was mit unserem Geld passiert“, betont Buckel. Vor sechs Jahren begann die Bank, ihre Eigenanlagen auf nicht nachhaltige Investments zu durchkämmen und das Portfolio zu bereinigen. „Wir sind auf dem richtigen Weg“, findet Buckel, der das Konzept auch schon vor Fachpublikum präsentierte.

Das Ziel ist ehrgeizig: „Wir wollen die einfachste, fairste, transparenteste und nachhaltigste Bank in der Region sein“, sagt Buckel, der Wert darauf legt, dass diese Vorgaben nicht zu Worthülsen verkommen: „Kunden merken, ob das Engagement ehrlich gemeint ist. Wer seine Bank nur grün waschen will, kommt schnell in Erklärungsnöte.“

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