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Trotz Lärmschutzwall und -wand dringt der Autobahnlärm bis nach Föching. Mit einer Umfrage will das Umweltministerium herausfinden, wo nachgebessert werden könnte.

Für die Hauptachsen im Ort

Holzkirchen sagt Straßenlärm den Kampf an - eigener Aktionsplan in Arbeit

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Straßenlärm adieu? Ganz vermeiden lässt sich dieser wohl nicht, doch der Markt Holzkirchen will gemeinsam mit den Bürgern für mehr Ruhe im Ort sorgen. Das könnte eine viel kritisierte Maßnahme nach sich ziehen.

Holzkirchen – Tempo 30 auf der Münchner Straße in Holzkirchen. Drei Monate ist der Test im Rahmen der Studie „Tempo 30 in Hauptverkehrsstraßen“ nun her und noch immer kocht bei manchem Holzkirchner das Unverständnis darüber hoch. Auch wenn das Ergebnis der Studie noch nicht feststeht, könnte die Marktgemeinde einen Schritt in Richtung einer dauerhaften Regelung machen – mit einem Lärmaktionsplan.

Wie Marktbaumeister Florens Hintler im Gemeinderat erklärte, mache es aufgrund der Kfz-Zahlen durchaus Sinn, sich mit lärmreduzierenden Maßnahmen auf den Hauptverkehrsachsen, etwa Temporeduzierung oder sogenannter Flüsterasphalt, zu beschäftigen. Vor dem Marktplatz wurden 2015 beispielsweise 13 508 Fahrzeuge am Tag gezählt, nur eine Kreuzung weiter gar 13 858 auf der Tegernseer Straße.

A8: Föching leidet trotz Lärmschutzwand

Zwar führt das Bayerische Umweltministerium derzeit die Phase der Öffentlichkeitsbeteiligung bei der zentralen Lärmaktionsplanung durch, doch hier können die Bürger nur einen vorgefertigten Fragenkatalog im Internet beantworten – und dieser betrifft auch nur die B 13, B 318 und die A 8.

Doch hier müsse trotz bereits vorhandener Lärmreduzierung nachgebessert werden, fand Martin Taubenberger (FWG): „An der A 8 ist es in Föching richtig laut.“ Spätestens wenn die Autobahn weiter ausgebaut wird, brauche es weiteren Lärmschutz. „Das ist beim Ausbau automatisch vorgesehen“, erklärte Bürgermeister Olaf von Löwis (CSU). Hintler ergänzte, dass sich der Autobahnlärm mit den Beobachtungen der Verwaltung decke.

Tempo 30 in Holzkirchen: Vorbild Wolfratshausen

Doch dort hat Holzkirchen derzeit keine Handhabe. Die einzige vom Freistaat geplante Maßnahme sei derzeit die Ortsumfahrung. Im Ort sei nichts geplant, das will der Markt nun selbst übernehmen. „Die Gemeinde hat die Möglichkeit, eigene Maßnahmen anzustoßen“, sagte Hintler. Dabei verwies der Marktbaumeister auf Wolfratshausen, wo Tempo 30 auf Teilen der innerörtlichen B 11 eingeführt wird. Dass das möglich ist, sei in Bayern eine relativ neue Regelung. In Baden-Württemberg hätte gar eine Kommune den Staat vor den Verwaltungsgerichtshof gezerrt, um die Beschränkung durchzusetzen.

Ganz so weit will die Gemeinde freilich nicht gehen, schließlich zeigt das Beispiel aus Wolfratshausen, dass eine Temporeduzierung auf Hauptverkehrsachsen möglich ist. Welche Maßnahmen konkret getroffen werden könnten, will die Verwaltung im Laufe des kommenden Jahres erarbeiten – gemeinsam mit den Holzkirchnern. „Die Bürger müssen beteiligt werden“, antworte Hintler auf die entsprechende Frage von Hans Putzer (SPD). In welcher Form dies geschieht, will die Verwaltung in den nächsten Monaten erarbeiten.

Bürgerbeteiligung

Mitmachen und ihre Meinung zum Lärmschutz auf B 13, B 318 und A 8 kundtun können Bürger noch bis zum 23. Dezember unter www.umgebungslaerm.bayern.de.

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