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Bald bezugsfertig: Im Sommerfeld baut die Marktgemeinde Holzkirchen derzeit zwei Häuser, die insgesamt 16 Wohneinhe iten bieten. Die SPD-Fraktion will sich dafür einsetzen, dass der kommunale Wohnungsbau danach nicht einschläft.

Endlich bezahlbare Wohnungen gefordert

Schon bald mehr Sozial-Wohnungen in der Maitz? SPD macht Druck

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Zwei Arten von Mietwohnungen gibt es in Holzkirchen: vergebene und unbezahlbare. Das will die SPD-Fraktion im Gemeinderat ändern – und zwar zügig.

Holzkirchen Im Vorfeld der Landtagswahl griff die SPD zu einer kleinen, durchaus erlaubten Kriegslist. In vielen Gemeinden brachten Mandatsträger der Partei das Thema kommunaler Wohnungsbau – ein zentrales Thema der SPD-Kampagne – auf die Tagesordnung der Gemeinderäte. So geschehen auch in Holzkirchen, wo SPD-Gemeinderat Simon Ammer diese Aufgabe übernahm.

„Wir haben in Holzkirchen extremen Druck auf dem Wohnungsmarkt“, stellte Ammer in der jüngsten Sitzung fest. Keine neue Erkenntnis, wie er einräumte. Schon vor fünf Jahren hatte sich der Gemeinderat diesbezüglich zu einer Sondersitzung getroffen. Das Ergebnis: Im Sommerfeld (Neuerlkam) baut die Gemeinde derzeit zwei große Häuser mit insgesamt 16 Wohneinheiten. „Ein erfreulicher Anfang, aber nur ein Tropfen auf den heißen Stein“, sagte Ammer. Deutlich größere Anstrengungen seien nötig. Die SPD-Fraktion wünsche sich, dass der Gemeinderat weitere Handlungsoptionen zur Schaffung von bezahlbarem Wohnraum diskutiert. „Und deren Umsetzung wollen wir beschleunigen.“

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Als Diskussionsgrundlage erbat Ammer von der Verwaltung aktuelle Zahlen zum kommunalen Wohnraum in Holzkirchen. Da die Gemeinde vor drei Jahren einen Mitarbeiter eingestellt hat, der ausdrücklich dieses Feld beackert, „können wir die Antworten auf schnell liefern“, freute sich Bürgermeister Olaf von Löwis (CSU).

Demnach verfügt die Marktgemeinde aktuell über 141 Mietwohnungen (16 kommen demnächst am Sommerfeld hinzu). Größer als 100 Quadratmeter sind nur sieben Einheiten, die meisten (112) liegen zwischen 50 und 100 Quadratmetern; 22 Wohnungen sind eher kleiner (unter 50 Quadratmeter). Durchschnittlich zahlen die Mieter 370 Euro Kaltmiete, rechnerisch ergibt das einen Quadratmeterpreis von 5,30 Euro – für Holzkirchen fast unwirkliche Verhältnisse. Allerdings sind 63 Wohnungen, namentlich die Blöcke in der Baumgartenstraße, dringend sanierungsbedürftig. 73 Einheiten sind sozial gebundene Wohnungen, über deren Vergabe maßgeblich das Landratsamt entscheidet. Auf die Frage, wo die Gemeinde über Bauland für weiteren kommunalen Wohnungsbau verfügt, verwies die Verwaltung auf Flächen im Neubaugebiet Maitz.

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„Wir müssen Fahrt aufnehmen und weiter Wohnungen bauen“, sagte Ammer. Er kündigte an, dass die SPD auch auf Landkreisebene die Gründung einer Wohnbaugesellschaft anstrebe. „Leider hakt’s da derzeit noch.“ Alle Ebenen der öffentlichen Hand seien gefordert, um gerade in Holzkirchen, wo der Siedlungsdruck des Großraums München voll durchschlägt, bezahlbare Mietwohnungen anbieten zu können. „Eine der größten Herausforderungen für die Zukunftsfähigkeit unseres Ortes“, sagte Ammer. Der Zuzugsdruck, so prophezeien Experten, wird sogar noch anwachsen. Das Landesamt für Statistik rechnet im Jahr 2034 mit 18 100 Einwohnern in Holzkirchen.

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