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Reinemachen vor dem Schulstart: Alexander Albert vom Batusa-Team kärchert den Beckenrand. Nach sechswöchiger Sommerpause startet nächste Woche wieder der Badebetrieb.

Öffnung erst zum Schulstart    

Sechs Wochen Sommerpause: Darum macht das Batusa während der Ferien dicht

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Endlich wäre mal Zeit, das Holzkirchner Schwimmbad draußen wie drinnen in vollen Zügen zu genießen. Doch ausgerechnet in den Sommerferien ist das Batusa geschlossen, die ganzen sechs Wochen. Das hat gute Gründe, sagen die Gemeindewerke. 

Holzkirchen Die Trockenzeit neigt sich ihrem Ende zu: Am 9. September, rechtzeitig zum Schulbeginn, startet das Holzkirchner Batusa wieder mit dem Badebetrieb. Sechs Wochen lang, seit 29. Juli, waren die Türen verschlossen – sehr zum Ärger vieler Familien, die just in den Sommerferien auf die beliebte Freizeiteinrichtung verzichten mussten.

Bürgermeister Olaf von Löwis (CSU), selbst zuweilen mit der Betreuung von Enkelkindern betraut, kennt die Problematik. Schon vergangenes Jahr hatte das Batusa während der gesamten Ferien geschlossen. „Die lange Schließung ist ein großes Thema besonders bei der jungen Generation“, sagt Löwis. Auch Eltern und Großeltern fehlt eine Gelegenheit, Kinder oder Enkelkinder in langen Ferientagen ortsnah zu bespaßen. „Persönlich bedaure ich das sehr“, sagt Löwis, „andererseits weiß ich, dass eine Schließung in den Ferien unumgänglich ist.“

Schwerpunkt liegt auf Schulsport

Unumgänglich deswegen, weil das Batusa kein reines Spaßbad ist. „Unser Schwerpunkt liegt auf dem Schulsport“, sagt Albert Götz, Geschäftsführer der Gemeindewerke, die das Batusa betreiben. Nicht nur Holzkirchner Schulen buchen hier Stunden. Ein mehrwöchiger Ausfall während der Schulzeit würde sie hart treffen. „Dann würde Schulsport ausfallen“, sagt Götz. So verlege man die alljährlich nötige Inspektionspause lieber in die Sommerferien – auch in der Hoffnung, dass das Wetter mitspielt und die Seen der Umgebung genug Wasserspaß ermöglichen. „Denn wenn wir Sonne satt haben, kommt kaum jemand ins Batusa.“

Für die jährlich nötigen Revisions- und Inspektionsarbeiten reichen laut Götz etwa drei Wochen. Mehr Zeit ist nötig, wenn größere Renovierungen anstehen – so wie in diesem Sommer. Vor den Umkleide-Spinden mussten die Fliesen ausgewechselt werden. „Der ganze Untergrund hatte Feuchtigkeit gezogen“, sagt Götz. Die nächsten Baustellen warten schon: Das Dach weist undichte Stellen auf. Und vor allem: Die Badewasser-Technik mit ihren Pumpen, Filter, Rohren bedarf einer Erneuerung. „Das wird richtig schlimm“, fürchtet Götz. Eine Million Euro müssen die Gemeindewerke wohl in ein neues Dach und in die neue Technik stecken.

Gemeindewerke müssen jährlich 800 000 Euro zuschießen

Zumindest die Dachsanierung kann wohl während des Badebetriebs stattfinden, hofft der Gemeindewerke-Chef. Zudem überlege man, die Sommerpause während der Ferien 2020 kürzer zu halten. „Vielleicht finden wir einen Kompromiss“, hofft Löwis. Eine Lösung wäre, das Batusa endlich, wie lange geplant, zu erweitern. Neben einer Sauna wäre der Bau eines zweiten Beckens denkbar. Oder gar ein von der Geothermie beheiztes Freibad in der Alten Au? „All das würde viel Geld kosten“, betont Götz.

Den laufenden Batusa-Betrieb finanzieren die Gemeindewerke; laut Götz beläuft sich das jährliche Defizit auf 800 000 Euro – auch weil die Eintrittspreise, wie von der Gemeinde gewünscht, sehr niedrig sind. Den Fehlbetrag decken die Gemeindewerke mit Gewinnen aus anderen Geschäftsfeldern.

Sollten jetzt außergewöhnliche Reparaturen anstehen oder gar Erweiterungen, ganz zu schweigen von einem Freibad in der Alten Au, dann wäre die Finanzkraft der Marktgemeinde gefragt. „Deswegen brauchen wir jetzt unseren Sportentwicklungsplan“, sagt der Bürgermeister. Neue Fußballplätze, eine neue Eissporthalle, eine Batusa-Erweiterung oder ein Freibad – das von der Gemeinde in Auftrag gegebene Konzept soll Wünsche und Möglichkeiten ordnen. Ende 2019 werden erste Ergebnisse erwartet.

Warum ein Schwimmstar das Batusa zu Beginn der Ferien besuchte, lesen Sie hier.  

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