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Auf einem Rad statt auf zweien: Die Turnabteilung des TuS Holzkirchen zeigt zum Tag des Radls eine Vorführung.
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Preisverleihung: Bürgermeister Olaf von Löwis (vorne r.) zeichnet beim Tag des Radls am Johannimarkt die erfolgreichsten Teilnehmer und Teams der Aktion Stadtradeln aus. Abräumer ist das Team Schlauchä um Feuerwehr-Kommandant Ludwig Würmseer (hinten l.)
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Abkühlung heiß begehrt: Julia und Julia vom Musikzug frischen sich beim Herdergartenfest im Brunnen ab.
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Die BRK-Bereitschaft hatte mit dem Herdergartenfest heuer Glück. 

Siegerehrung der Aktion Stadtradeln in Holzkirchen

Mit dem Radl eineinhalb Mal um die Welt

Ressourcenschonend, platzsparend und gesund: Die Vorzüge des Radelns stellte der Tag des Radls am Sonntag beim Johannimarkt in Holzkirchen in den Fokus. Die Aktion Stadtradeln, deren Sieger dabei gekürt wurden, sollte zeigen, dass es auch öfter mal ohne Auto geht.

Holzkirchen – Der gewünschte Promoeffekt fürs Radeln – auch an diesem Sonntag fällt er weniger groß aus als erhofft. Lag es beim Grasmarkt im Mai am Regen, so war es beim Johannimarkt nun die Sommerhitze. Potenzielle Besucher legen sich offenbar lieber an den Badesee oder verlassen die kühleren Hauswände nicht. Und die, die hingefunden haben zu Marktplatz und Herdergarten, genehmigen sich eine kühle Halbe im Biergarten, den die BRK-Bereitschaft fürs Herdergartenfest aufgebaut hat, das mal wieder nicht ins Wasser gefallen ist. Einige Marktleute packen dagegen angesichts der Flaute schon nachmittags zusammen.

Auch an den Infoständen zum Tag des Radls neben dem Jugendzentrum blieb der erhoffte Andrang aus. Schüler der FOS/BOS stellen dort ihre App „Grenzen überwinden“ für eine Radlreise zur Partnerschule in Auer in Südtirol vor. Die Fahrradgeschäfte Reisingers Tretlager aus Weyarn und der Otterfinger Radlkeller sowie die Firma Specialized aus Föching führen neue Modelle – auch E-Bikes – an ihrem Teststand vor. Der ADFC verteilt Schilder und Aufkleber, die auf den Mindestabstand beim Überholen hinweisen, wie die jüngste Schwimmnudel-Aktion. Aufs „Energierad“ der Energiewende Oberland, ein Ergometer, das die Trittenergie in Strom für einen Wasserkocher umwandelt, mag sich bei der Hitze niemand setzen. „Das ginge heute leicht“, meint Holzkirchens Bürgermeister Olaf von Löwis, „das Wasser hat eh schon fast Siedetemperatur“.

Löwis führt die Siegerehrung zum Stadtradeln durch, dazu bildet sich eine Menschentraube im Schatten der Bäume am Rathaus-Hintereingang. Die Marktgemeinde hatte die Aktion der Arbeitsgemeinschaft Fahrradfreundlicher Kommunen (AGFK), der sie selbst angehört, von 21. Mai bis 10. Juni durchgeführt. 297 Bürger nahmen teil, sie bildeten 29 Teams. Zusammen schafften sie 66 700 Kilometer – mehr als eineinhalb Mal um die Erde. „Das entspricht etwa neun Tonnen Co2--Einsparung – großartig“, stellte Löwis in Bezug auf alternative Autofahrten fest.

Die beiden Abräumer der Aktion heißen RSLC Holzkirchen und Team Schlauchä. Der RSLC als einziger Sportverein im Feld wurde nachträglich außer Konkurrenz genommen – zu klar war der Abstand zu den Nicht-Sportler-Teams. Clubpräsident Georg Smolka nahm für 18 700 Kilometer (2,6 Tonnen CO2-Einsparung) einen Preis in der Sonderkategorie für Sportradler entgegen, die bei einer Neuauflage gleich nominell aufgenommen werden soll. Smolka gab sich trotzdem etwas enttäuscht: Von der Teilnehmerzahl aus den Reihen des RSLC habe er sich mehr erhofft als 44. „Das sind nur 15 Prozent unserer Mitglieder.“ So hieß der große Sieger des ersten Stadtradelns in Holzkirchen Team Schlauchä: Der Holzkirchner Feuerwehr-Kommandant Ludwig Würmseer hatte Feuerwehrkameraden, aber auch Freunde und Bekannte zum Stadtradeln animiert – mit durchschlagendem Erfolg, wie an den Platzierungen zu sehen ist.

Nicht ganz so erfolgreich verlief die Teilnahme von Löwis selbst, der dafür eigens ein E-Bike zur Verfügung gestellt bekommen hatte. Eine Woche war er erkrankt, eine weitere auswärts unterwegs. Immerhin kam er noch auf 59 Kilometer. Das Rathaus nahm mit insgesamt 25 Radlern teil, das Team startete als Ausrichter aber außer Konkurrenz.

Hartmut Romanski, Fahrradbeauftragter der Marktgegemeinde und Kreisvorsitzender des Radfahrerverbands ADFC, findet die Aktion jedenfalls gut – auch wenn heuer wohl vor allem Bürger mitgemacht hätten, die ohnehin schon viel radeln: „Über die Jahre bringt man die Leute vielleicht dazu, es einfach mal auszuprobieren, drei Wochen lieber das Fahrrad zu nehmen“, meint Romanski. „Wichtig wären eigentlich Alltagsradler und Fahrrad-Pendler.“

Auf einen dauerhaften Werbeeffekt fürs Radeln im Alltag hofft auch Löwis. „Wir denken, dass mit Radfahren mehr möglich ist, als man glaubt.“ Das ist auch der Hintergrund für die Tempo-30-Testphase auf der Münchner Straße. „Wir möchten Autofahrer für das Fahrrad gewinnen“, stellte der Rathauschef klar und mahnte angesichts emotionaler Debatten dazu: „Das gelingt nicht damit, indem der eine dem anderen auf die Finger klopft, wo er was falsch gemacht hat.“

Die Platzierungen des 1. Stadtradelns in Holzkirchen

Damen: 1. Hermine Bögl-Schrag (839 Kilometer/118 Kilogramm CO2-Einsparung); 2. Laura Seidl (749/106); 3. Rita Höfner (684/97). Herren: Hans Hanebeck (1914/271); 2. Martin Fischhaber (1254/178); 3. Joachim Drobny (1167/165). Meiste Kilometer im Team: Team Schlauchä (11 560/1641); 2. Bosch Engineering (7348/1043); 3. Praxis Dr. Kathrin Simmel (3828/543). Meiste Kilometer im Schnitt pro Teammitglied: 1. GEA Holzkirchen (452/64); 2. Team Schlauchä (428/60); 3. Team Hoki-Radler (404/57). Meiste Teammitglieder: 1. Team Schlauchä (27 Teilnehmer); 2. Raiffeisenbank Holzkirchen-Otterfing (25); 3. Bosch Engineering (21).

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Katrin Hager

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